Sony Smartwatch SW2 ausprobiert

Nachdem bei uns die Galaxy Gear von Samsung und auch eine der Simvalley-Smartwatches von PEARL gastierten, habe ich mir privat die Smartwatch SW2 von Sony zugelegt. Nach nun fast einem Monat möchte ich ein erstes Fazit ziehen, ob mich diese smarte Datenuhr restlos überzeugen konnte oder nicht. Zugelegt habe ich mir das schwarze Modell mit Metallarmband, wobei ich das Armband kürzen lassen müsste, es bis heute aber nicht getan und deshalb zunächst übergangsweise ausgetauscht habe.

Das Konzept der Datenuhren von Sony ist seit Jahren gleich, denn die Geräte sollen als Erweiterung für das Smartphone dienen. So ist es natürlich auch bei der Smartwatch SW2. Technisch bietet diese vor allem eine Besonderheit, denn sie hat ein transflektives Display. Dieses zeigt uns permanent die Uhrzeit an, auch ohne Hintergrundbeleuchtung. Wie bei einer ganz normalen Uhr muss dann aber ausreichend Umgebungslicht vorhanden sein, denn dieses wird vom Display reflektiert, um die Anzeige ohne eigene Beleuchtung zu realisieren. So kann man die Smartwatch SW2 auch als ganz normale Armbanduhr verwenden, denn der Stromverbrauch geht bei dieser Anzeige fast gegen null.

Design & Verarbeitung

Das Gehäuse der Smartwatch SW2 ist komplett aus Aluminium gefertigt, dennoch wiegt die Uhr quasi nichts. Sie ist in Verbindung mit einem Lederarmband federleicht, ganz anders als die bisher von uns getesteten Uhren. Da das Display mit 1,6 Zoll recht klein ist, bleibt das gesamte Gehäuse der Uhr ebenfalls ziemlich kompakt. Die optische Gestaltung ist bei uns mit dem schwarzen Gehäuse und der silbernen Umrahmung sehr dezent. Leider stören mich aber die Tasten an der Frontseite, da die dauerhaft zu sehen sind, was wenig sexy ausschaut.

Sony Smartwatch SW2 Test-10

Sony Smartwatch SW2 Test-1

Ansonsten ist die Verarbeitung sehr solide, ich habe keinen Grund zu meckern. Das Design ist wie immer Geschmackssache, ich finde es letztlich aber insgesamt ganz gut, wenn da die kapazitiven Tasten nicht wären.

Ein Vorteil gegenüber einigen anderen Uhren ist zudem, dass man das Armband eben einfach auswechseln kann. Finde ich für die Individualisierung ganz wichtig, da ich persönlich die Armbanduhr eher als Schmuckstück betrachte.

Die Powertaste an der Seite ist durch ihr Design sehr auffällig, hat allerdings einen nicht so guten Druckpunkt, was auf Dauer doch irgendwie etwas nervig ist. Die Taste fühlt sich sehr weich an, könnte also etwas knackiger sein.

Sony Smartwatch SW2 Test-6

Funktionsumfang

Bei den von Haus aus integrierten Funktionen kann die Smartwatch SW2 eigentlich mit der Konkurrenz nicht mithalten, denn mit der Uhr lässt sich weder telefonieren noch fotografieren. Dafür fehlen jeweils die Module, also auch über einen Lautsprecher verfügt die Uhr nicht. Finde ich aber nicht schlimm, denn ich will eigentlich nur Benachrichtigungen lesen können, was mit der Smartwatch SW2 hervorragend funktioniert. Neben den wenigen durch Sony bereitgestellten Erweiterungen (Gmail, Kalender, etc.), kann man sich durch Apps wie Watchnotifier auch absolut alle Benachrichtigungen vom Smartphone auf die Uhr pushen lassen. Dabei wird bei mir kurz die Nachricht beleuchtet auf dem Display angezeigt und die Uhr vibriert.

Sony Smartwatch SW2 Test-8

Sony Smartwatch SW2 Test-9

Sony Smartwatch SW2 Test-4

Das Szenario kennen wir ja bereits von der Galaxy Gear. Einzig stört mich beim Sony-Gerät, dass ich von der Uhr aus Apps nicht direkt auf dem Smartphone öffnen kann. Bei der Galaxy Gear kann ich beispielsweise eine Benachrichtigung von WhatsApp lesen und mit einem Button direkt die App auf dem Smartphone öffnen lassen. Ist kein Beinbruch, fehlt mir aber trotzdem irgendwie. Ansonsten ist die Uhr eben so gut, wie man sie als Nutzer erweitert.

Software & Bedienung

Wie eben schon gesagt, muss man die Smartwatch SW2 mittels diverser Apps erweitern, die man im Google Play Store inzwischen massig findet. Mein Problem allerdings ist, dass viele Apps irgendwie so richtig nerdig sind, also schon die Einrichtung ist oft kompliziert und der jeweilige Funktionsumfang entspricht meist nicht ganz meinen Vorstellungen. Mir persönlich fehlt beispielsweise eine vollwertige Navigationslösung, die mir mit Pfeilen, etc. entsprechend meine zu fahrende/laufende Route auf die Uhr pusht.

Die Software der Uhr selbst ist recht komfortabel zu bedienen. Es gibt einen Homescreen mit allen installierten Apps und ein kleines Einstellungsmenü. Alles keine große Sache, finde ich so eigentlich ganz in Ordnung. Die Bedienung ist wenig überraschend ähnlich wie bei Android-Smartphones. Aber, ich muss sagen, dass mir die Oberfläche der Galaxy Gear doch etwas mehr zusagte.

Über die Software für das verbundene Android-Smartphone installiert man eigentlich nur die Apps, mit welchen die Uhr erweitert werden soll. Die Konfiguration der Watchfaces usw. geschieht komplett in den Einstellungen der Uhr selbst.

Sony Smartwatch SW2 Test-3
Homescreen mit Apps

Display, Akku und so weiter

Neben der Software, die mich unterm Strich nicht vom Hocker zieht, gibt es da natürlich noch wichtige Elemente wie das Display und auch den Akku. Das Display löst mit 220 x 176 Pixel nicht sonderlich hoch auf, es bietet auch nicht die beste Darstellung der Farben und ist eben leider nicht gestochen scharf. Wie schon erwähnt, finde ich wiederum die transflektive Technologie ganz gut, denn eine Smartwatch sollte mir wie eine ganz normale Uhr immer bzw. dauerhaft die Uhrzeit anzeigen können, ohne dass ich erst die Powertaste betätigen muss. Die Eingabe via Touch reagiert sehr gut und schnell.

Sony Smartwatch SW2 Test-2
Transflektives Display ohne Hintergrundbeleuchtung

Bei der Leistung des Akkus war ich doch recht überrascht. Zwar bin ich keine 24 Stunden am Tag unterwegs, komme aber (je nach Benutzung) mit dem Teil ungefähr eine Arbeitswoche (5 Tage) hin, wenn ich das Gerät täglich so ca. 4 – 7 Stunden via Bluetooth verbunden habe. Trotz nicht mehr aktuellem Bluetooth 3.0 scheint der größte Verbraucher wohl das Display zu sein, wenn es aktiv ist. Definitiv kann ich sagen, dass die Smartwatch SW2 deutlich länger als die Galaxy Gear mit einer Ladung hinkommt.

Wie Sony angibt, ist die Smartwatch SW2 vor Wasser geschützt, was ich aber nicht ausprobiert habe. Selbst ein kurzer Tauchgang soll kein Problem sein, ich trau mich aber nicht so richtig. Recht angenehm finde ich dann noch die Lösung fürs Aufladen, denn hier steckt man einfach ein microUSB-Kabel in die Uhr. Es benötigt also keine Ladeschale oder andere ähnliche Utensilien, die man vorm Urlaub gern mal daheim liegen lässt.

Fazit

So richtig vom Hocker konnte mich bislang noch keine Smartwatch hauen, denn irgendwelche Nachteile hatte bislang jedes Gerät. Auch bei der Sony Smartwatch SW2 ist das so. Während ich mich auf ein reichhaltiges Angebot von guten Apps und Erweiterungen freute, ist die Ernüchterung groß, wenn man diverse Apps dann auch tatsächlich ausprobiert hat. Meist sind diese nicht so richtig komfortabel, in der Entwicklung nicht besonders weit vorangeschritten, sodass ich oft die Deinstallation dann doch wieder bevorzuge.

Andererseits kann man die Uhr permanent Uhrzeit und Datum anzeigen, ohne deshalb nach zwei Stunden über einen leeren Akku zu meckern. Zudem ist die Uhr federleicht, wirkt insgesamt sehr dezent, ist sehr kompakt, hat eine meines Erachtens gute Akkulaufzeit und man kann sie durch das wechselbare Armband jederzeit individualisieren.

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  • Theobald

    Als Allergiker interessiert mich vor allem die Rückseite. Die Uhrendeckel sind meist aus Stählen mit Cobalt-Nickel-Legierungen. Hier wahrscheinlich auch?

    • Die auf dem Arm aufliegende Oberfläche ist Kunststoff.