Sony Xperia SP im Test – Geschwindigkeitswunder mit viel Akkulaufzeit

Endlich bin ich nun auch mal dazugekommen den Testbericht vom Sony Xperia SP anzufertigen, meinem derzeitigen Smartphone. Ja, auch als Geek, Nerd oder was auch immer mit recht hohen Ansprüchen, habe ich mir nach dem Motorola RAZR i ein Mittelklasse-Smartphone gekauft, was mich nur 340 Euro gekostet hat. Mehr wollte ich nicht ausgeben, dafür aber eine gute Kamera, ausreichend viel Leistung, eine gute Akkulaufzeit und natürlich ein halbwegs kompaktes Gehäuse haben. Viel Auswahl gibt es in diesem Bereich derzeit irgendwie nicht, denn die meisten Geräte sind entweder abartig groß, dann doch zu teuer oder können meine Wünsche nicht erfüllen.

Das letzte Sony-Smartphone war ein Xperia Z, welches ich vielleicht einen Monat besaß und sicher nicht restlos überzeugt war. Das Xperia SP ist letztlich das gleiche Gerät nur günstiger und entsprechend abgespeckt, doch definitiv stark genug ausgestattet.

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Das Design

Beim Design hat Sony auf eine Mischung aus Xperia Z und Xperia S gesetzt, wie auch irgendwie doch der Name verrät. Es besitzt mit dem silbernen Power-Button an der linken Seite das typische Merkmal der aktuellen Xperia-Geräte und hat mit dem transparenten Glasstreifen an der Unterseite noch ein Element der Geräte aus dem letzten Jahr. Doch anders ist diesmal die Integration des Bereiches, der die Antennen und die Benachrichtigungs-LED in sich birgt. Jetzt geht der Rahmen komplett herum, was meines Erachtens dieses Modul besser in das gesamte Design einfügt und so ein hübscheres Gesamtbild erscheinen lässt. Ansonsten ist das Xperia SP nun kein Mitbewerber für einen Design-Preis, denn es ist schlicht.

Die Rückseite besteht aus Kunststoff, der Rahmen rundum das Gerät ist aus einem lackierten Metall. Das macht die Erscheinung und auch die Haptik sehr massiv, wozu dann noch die Tiefe des Gerätes beiträgt, denn das Xperia SP ist ein insgesamt sehr dickes Smartphone. Da der Rücken aber eher rund ist, liegt es so sehr gut in der Hand. Die matte Rückseite nimmt nicht so leicht Fingerabdrücke auf, sorgt für Halt aber ist auch nicht besonders hochwertig. Der Akkudeckel kann entfernt werden, doch darunter kann man nur die SIM- und Speicherkarte wechseln, der Akku selbst ist fest verbaut. Ein kleines Highlight auf der Rückseite ist sicherlich noch die Kamera mit ihrer Umrahmung aus Metall, die einfach irgendwie gut aussieht und etwas „aus dem Rahmen fällt“.

Display & Kamera

Display und Kamera sind heutzutage wichtiger denn je, sind aber auch im Xperia SP leider nur mittelmäßig. Erfreulich ist sicherlich die Auflösung, denn mit 1280 x 720 Pixel ist das 4,6 Zoll Display sehr scharf und macht hier einen guten Eindruck. Nicht so klasse ist die Leuchtstärke und die Darstellung der Farben, denn alles wirkt ein wenig blass und leblos, allerdings nicht unbedingt schlecht. Wie auch beim Xperia Z hat das Display mit dem Blickwinkel leider sehr zu kämpfen, die Darstellung wird schnell leicht verfälscht und bekommt eine Art blassen Schimmer, wenn man nicht voll frontal auf das Display schaut. Insgesamt würde ich das Display dennoch als gut einstufen, zumindest hatte ich in ähnlicher Preisklasse auch schon weit schlechtere Geräte in der Hand.

Die Kamera des Xperia SP ist wie das Display nicht der Oberknaller, auch wenn die 8 Megapixel mit Exmor RS-Sensor auf den ersten Blick etwas anderes vermuten lassen. Insgesamt sind die Fotos je nach Umgebung okay, bei der Tiefenschärfe aber nicht die besten Ergebnisse und insgesamt auch irgendwie blass. Die Kamera-Software hingegen ist gut, sie reagiert schnell und der automatische Modus erkennt bestenfalls selbstständig, ob ihr gerade ein Dokument, eine Landschaft, etc. fotografieren wollt, und passt daraufhin die Einstellungen ein wenig automatisch an. Erfreulich ist meines Erachtens dann noch die Kamera-Taste, die einen Schnellstart der Kamera ermöglicht und beim Fotografieren einfach ein besseres Gefühl als der Touchscreen vermittelt.

Damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt, habe ich wie immer ein paar Fotos zu Google Drive hochgeladen.

Systemleistung & Akku

Während Display und Kamera sicher nicht den höchsten Ansprüchen genügen, können sich Performance und Akkulaufzeit als Pluspunkte in den Vordergrund heben. Keinem muss ich wohl erzählen, dass der Snapdragon S4 Pro auch als Dual-Core unglaublich stark ist. Sony hat hier zudem die Software noch so gut angepasst, dass das Teil einfach immer schnell unterwegs ist. Es ist sogar performanter als das große Xperia Z, welches zwar die Quad-Core-Version des S4 Pro, dafür aber die Grafikeinheit mit der Displayauflösung schon genügend zu tun hat. Das Xperia SP ist wirklich immer richtig fix und aufwendige Spiele wie Real Racing 3 können problemlos gespielt werden. Es zeigt wieder, wie überflüssig noch größere Prozessoren sind, wenn der Rest einfach nicht passt. Bei diesem Gerät aber stimmt einfach alles, das Xperia SP ist ein Geschwindigkeitswunder in dieser Preisklasse und muss sich hinter der Oberklasse nicht verstecken.

Viel Speed aber wenig Akku? Fehlanzeige, hier konnte mich das Xperia SP erst so richtig überraschen. Der Akku ist mit einer Größe von 2.370mAh schon sehr groß, bietet dann auch die dadurch erwartete Laufzeit. Während ich mit dem Huawei Ascend P6 vielleicht ungefähr bei 12 – 24 Stunden Standby das Display höchstens 3 Stunden aktiv bekomme, sind mit dem Xperia SP auch 5 Stunden drin, bis der Akku dann wieder nach Saft durstet. Im Schnitt habe ich das Gerät so ca. 24 Stunden vom Netz und erreiche ein aktives Display von 4 Stunden. Eigentlich habe ich nie das Gefühl, dass der Akku „schon wieder leer ist“ und bin daher sehr zufrieden.

Software & Besonderheiten

Wie gewohnt packt auch Sony diverse Extra-Software mit auf seine Geräte, meines Erachtens sogar wesentlich mehr Funktionen als andere Hersteller. Definitiv sind aber auch Highlights dabei, wie etwa der sogenannte Stamina-Modus, welcher die Datenverbindung im Standby im Hintergrund kappt, um so Akku zu sparen. Den kann man immer oder erst ab einer bestimmten Grenze der Akkuladung aktivieren, einzelne Apps können als Ausnahme hinterlegt werden. Der Akkuschonmodus lässt zudem automatisiert bei einem von euch festgelegten Akkustand diverse Funktionen wie Bluetooth, GPS, etc. deaktivieren. Mit diversen Erweiterungen wie Throw, MirrorLink oder Bildschirm spiegeln ist es einfacher die Inhalte des Xperia SP auf andere Geräte zu übertragen oder überhaupt andere Geräte mit dem Smartphone für DLNA usw. zu verbinden. Apps für Facebook, Twitter und Co. nutze ich persönlich nicht, da die wie so oft einfach nicht meinen Ansprüchen genügen.

Natürlich gibt es auch beim Xperia SP ein paar optische Anpassungen, wie etwa andere Farbgebungen des Systems, die aber insgesamt doch gut aussehen. Der Homescreen ist klassisch, wie man ihn auch vom originalen Android kennt, auf einen App-Drawer verzichtet Sony glücklicherweise nicht. Auch hier lässt die Arbeitsgeschwindigkeit des Systems keine Wünsche offen. Ändern könnt ihr neben dem Wallpaper des Homescreens auch den Wallpaper für den Lockscreen, Schnellzugriffe auf Apps lassen sich dort aber nicht hinterlegen, nur die Kamera und der Musikplayer können vom Lockscreen via Schnellstart geöffnet werden.

Bei den besonderen Funktionen geizt das Xperia SP definitiv auch nicht. Ein Highlight ist die schon erwähnte Benachrichtigungs-LED, welche durch den transparenten Streifen nicht nur sehr hell ist, sondern auch noch gut aussieht und zudem von hinten zu sehen ist. Es spielt also keine Rolle, ob das Smartphone mal auf der Vorderseite liegt oder direkt im Sonnenlicht, eine Benachrichtigung kann man nicht mehr verpassen. Wie bei Ambilight-Fernseher ist die Benachrichtigungs-LED auch beim Xperia SP im Fotoalbum oder im Musikplayer eine optische Erweiterung, die einfach cool aussieht.

Auch schon genannt hatte ich die Kamera-Taste und des Weiteren bietet das Xperia SP noch NFC, MHL über den integrierten microUSB-Anschluss sowie LTE an. Ihr bekommt also für einen guten Preis ein wirklich volles Paket, das fast keine Wünsche offen lässt.

Eine negative Besonderheit ist leider das WLAN-Modul, denn dessen Sendeleistung ist leider nicht der Knaller. Wo ich mit anderen Smartphones vielleicht noch eine befriedigende Verbindungsqualität habe, kann gut möglich sein, dass das WLAN für das Xperia SP schon außer Reichweite ist.

Fazit

Wie gerade schon geschrieben, das Xperia SP lässt fast keine Wünsche offen. In diesem Fall merkt man den günstigen Preis des voll ausgestatteten Smartphones bei der Kamera und beim Display, doch beide Module sind definitiv nicht wahnsinnig schlecht, sondern einfach nur ausreichend. Meine persönlichen Highlights sind die besonders coole Benachrichtigungs-LED und die Kamera-Taste. Wer bereits mit LTE unterwegs ist wird ebenfalls bedient und auf NFC-Funktionalitäten sowie einen erweiterbaren Datenspeicher muss man auch nicht verzichten.

Das insgesamt qualitativ durchaus gut verarbeitete, wenn auch nicht immer hochwertig wirkende Sony Xperia SP bietet für unter 350 Euro ein richtig volles und gutes Paket, das man so nur selten findet. Wiedermal freue ich mich ein Gerät empfehlen zu können.

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  • MiaLauflion

    Danke für den Test!

    • dennyfischer

      Danke für das Danke :)

  • Pingback: Michaels Tagebuch (Sony Xperia SP im Test ? Geschwindigkeitswunder mit viel Akkulaufzeit)()

  • Pino

    Schöner Test, ein paar fragen bleiben aber noch offen?

    Welche Android version?
    Wie viel RAM?

    Die meisten user nutzen apps wie facebook, twitter, google plus und co, welche oft im Speicher bleiben um schneller zu starten. Da finde ich mittlerweile einen großen Arbeitspeicher schon Pflicht. Wie sieht’s da aus, bleibt das syste, schnell bei vielen geöffneten apps.

    Einige Android gerate tendieren dazu langsamer zu werden je voller der interne Speicher ist, gerade bei den nexen etwas nervig. Hier auch?

    Deine Videos werden immer besser (ich lese deine Texte mittlerweile automatisch in deinem Dialekt ;)) das Hintergrundrauschen ist diesmal aber bisschen laut.

    • dennyfischer

      Stimmt, Arbeitsspeicher hatte ich vergessen, der hier leider nur 1GB groß ist. Allerdings habe ich keinerlei Beeinträchtigung dadurch feststellen können, das Teil läuft einfach dauerhaft flott.

      Wenn ich irgendwann mal mit meinem Auto durch bin, hol ich mir mal ne bessere Kamera, das war ja nur so ein 100 Euro Teil.

  • Andy

    schönes Gerät, schöner Test, aber ich hab ja noch n bisschen bis zur vertragsverlängerung. evtl dann auch das nexus 5 weil ein edge kommt nicht in frage (ich streck doch keine 700 Dollar vor)

  • Jenny

    Ist die Kamera schlechter als die Kamera vom Samsung Galaxy S III?

  • Uwe Tripmacher

    Kann man bei dem denn wirklich das LED Band als Nachrichteninfo nutzen? oder ist das wieder wie beim „xperia U“ nur ne Atrappe und lässt sich nur wieder mit der Bar Notification App als Nachrichten und Anrufinfo nutzen?

    • Leuchtet in allen Farben bei Benachrichtigung, je nach App.