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StreamOn: Ein Angebot mit Haken, mehr Kritik ist angebracht

Erst mit Veröffentlichung zahlreicher Details wurde klar, bei StreamOn der Deutschen Telekom gibt es viele kleine Haken. Sicher haben wir diese zunächst auch viel zu wenig beackert, klang das Angebot aus Sicht potenzieller Kunden einfach zu gut. Streamen bis der Arzt kommt, zwar nicht in bester Qualität und noch nicht mit allen Streaming-Angeboten, doch ein Anfang war gemacht. Letzten Endes entpuppt sich StreamOn aber eher als geschickt platziert aber weniger attraktives Produkt.

Man versucht wie immer, die wichtigsten Details im Hintergrund zu halten. Mal im Kleingedruckten, mal irgendwo auf der Infoseite in kleinen Dropdown-Menüs oder versteckt hinter kleinen Sternchen-Tasten. Möglichst so, dass der begeisterte Kunde erst mal nicht auf die Nachteile aufmerksam wird. Auch wenn man erwähnen sollte, dass StreamOn trotz allem kostenlos ist und wir daher nicht genötigt werden Geld für ein schlechtes Produkt zu zahlen.

Niedrige Qualität, gedrosselt wird trotzdem

Natürlich wird nicht sonderlich offensiv damit geworben, dass mit aktiver StreamOn-Option eine neue Drosselung in Kraft tritt. Videos beispielsweise werden grundsätzlich auf „DVD Qualität“ komprimiert bzw. von den Partner so geliefert. Was für den Laie gut klingt, gibt es seit den 90er Jahren. DVDs sind längst nicht mehr zeitgemäß. Dabei spielt zudem keine Rolle, ob der Anbieter ein Partner der Telekom ist oder nicht. Es landen bei aktiver Option daher alle Videos in maximal 480p (bzw. 1,7 Mbit/s) auf den Geräten. Ob das auf einem Smartphone nun besonders schlimm ist oder nicht, mag jeder für sich selbst entscheiden müssen.

StreamOn Music & Video ermöglicht im Inland das Audio- und Video-Streaming über teilnehmende Partner und nicht teilnehmende Anbieter in mobil-optimierter Übertragungsqualität, vglb. DVD-Qualität.

Nicht nur die Qualität wird gedrosselt, auch die Verbindungsgeschwindigkeit wird ab einem bestimmten Punkt auf maximal 64 Kbit/s beschränkt. „Wie jetzt, ich dachte ich kann unbegrenzt streamen?“ – dachten wir anfangs leider auch. Aber wer sein inkludiertes Datenvolumen verbraucht hat, beispielsweise durch Messenger, Browser und Co, der kann auch StreamOn den restlichen Abrechnungszeitraum nur noch gedrosselt nutzen.

Sofern das Inklusiv-Volumen des Basistarifs durch anderweitige Datennutzung verbraucht und die Bandbreite auf max. 64 KBit/s im Download und 16 KBit/s im Upload beschränkt wurde, gilt die Bandbreitenbeschränkung auch für StreamOn Music & Video.

Übrigens kann das inkludierte Volumen auch bei der Nutzung der StreamOn-Partner verbraucht werden, denn diverse Inhalte der Apps werden weiterhin auf euer Datenvolumen angerechnet. Dazu zählen Werbung, Cover und alle anderen Inhalte abseits des gestreamten Mediums.

Angerechnet werden jedoch das Laden von Covern, Werbung, Spiele und sonstige Inhalte, die nicht zum reinen Audio-und Video-Streaming gehören.

UPDATE: StreamOn kann auch für 24 h pausiert werden. Dann wird der Datendurchsatz allerdings noch immer auf eine bestimmte Qualität beschränkt und zudem auf das Inklusivvolumen angerechnet.

Auf pass.telekom.de haben Sie durch Klick auf den Button „StreamOn Music&Video für 24 Std. deaktivieren“ die Möglichkeit, die mobil-optimierte Bildqualität für Videodienste teilnehmender Partner für 24 Stunden zu deaktivieren. Dadurch können Sie Video-Inhalte vorübergehend in einer noch höheren Auflösung (vglb. HD-Qualität) ansehen.

Bitte beachten Sie, dass das Video-Streaming in dieser Zeit Ihr Datenvolumen verbraucht. Das Streamen von Musik im Rahmen von StreamOn hingegen wird weiterhin nicht auf das Datenvolumen angerechnet.

Netzneutralität

Viel hat man in den letzten Tagen über die Netzneutralität gelesen, denn diese ist aufgrund solcher Angebote natürlich gefährdet. Warum? Das Internet wird über diesen Weg zensiert, einzelne Angebote werden höher als andere gestellt. Es könnte zum Zwei-Klassen-Internet kommen, befürchten einige Kollegen und auch die Bundesnetzagentur. Letztere prüft die neuen Tarifoptionen der Telekom nun genauer.

Derweil sieht man sich bei der Telekom auf der sicheren Seite, denn jeder Streaming-Anbieter könnte kostenlos ein Partner der Telekom werden und die Nutzer erhalten die StreamOn-Optionen ohnehin kostenfrei. Zudem werden alle „auf der Transportebene gleich behandelt“. Packt man sich letztlich alle Details zusammen, scheint der Netzbetreiber einen für sich guten Mittelweg gefunden zu haben.

Netze entlasten

Für den Netzbetreiber springt am Ende natürlich noch ein ganz anderer Vorteil bei raus, denn StreamOn-Kunden belasten die Netze weniger. Vermutlich werden StreamOn-Kunden zwar insgesamt mehr mobil streamen, doch die niedrige Qualität verlangt natürlich viel weniger Bandbreite. Wobei es sich hierbei natürlich nur um eine wage Vermutung meinerseits handelt, ob diese Umstände tatsächlich eine Überlegung bei der Entwicklung des Produkts gewesen sein könnten.

[via Deutsche TelekommobiFlip, Golem, heise]