Obwohl Telegram mit Abstand nicht der populärste Messenger ist, kommt er für bestimmte Gruppen besonders häufig zum Einsatz und ist das Tool der Wahl.

In den letzten Wochen sprießen sie wieder wie Pilze aus dem Boden, die lange bekannten und auch diverse unbekannte Verschwörungstheoretiker unseres Landes. Zu den populären Figuren gehören aktuell Xavier Naidoo und Attila Hildmann, die jeweils für ihre Kommunikation auf Telegram setzen. Und es fällt in den letzten Jahren besonders auf, dass die Kommunikation solcher Leute fast immer irgendwann in Telegram-Gruppen landet. Was auf den ersten Blick verwirren mag, denn im Vergleich mit WhatsApp ist Telegram eher ein kleines Licht.

WhatsApp ist viel populärer

Man geht von aktuell 60 Millionen deutschen WhatsApp-Nutzern aus, während Telegram nicht mal 10 Millionen zählt. Will man seine Meinung an möglichst viele Leute bringen und dafür ein populäres Tool nutzen, wäre einer der Facebook-Messenger eigentlich die klügere Wahl. Weswegen gehen bestimmte „Gruppen“ und Meinungsmacher also zu Telegram? Zwei entscheidende Gründe scheint es dafür zu geben.

Insofern die Inhalte auf Telegram nicht terroristisch sind, fällt für die Macher des Messengers alles unter die Meinungsfreiheit. Diese legt man großzügig aus. Was nichts mit Gewalt zu tun, findet auf Telegram einen Platz und wird dort nicht blockiert. Hierbei spielen lokale Gesetze eher keine Rolle. Was hierzulande vielleicht nicht unter der Meinungsfreiheit gedeckt wäre, geht bei Telegram trotzdem durch.

Nahezu unbegrenzte Gruppen und Kanäle

Telegram hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber WhatsApp, der zur Verbreitung von Meinungen wichtig ist. Man kann in Telegram enorm große Gruppen mit bis zu 200.000 Mitgliedern betreiben oder alternativ auch sogenannte Kanäle ohne eine Begrenzung der Follower. WhatsApp schränkt die Gruppengröße auf wenige Hundert Leute ein und hat nicht mal eine vergleichbare Kanalfunktion im Angebot.

Ein weiterer Nachteil von WhatsApp ist, dass dort die Weiterleitung von Nachrichten zuletzt stark eingeschränkt wurde. Man kann also auch Messenger-Newsletter über WhatsApp nicht mehr sonderlich schnell verbreiten. Normalerweise muss WhatsApp viel Kritik einstecken, dabei bietet der Messenger eine gute Verschlüsselung der Nachrichten und gibt „schlechten“ Inhalten weniger Entfaltungsmöglichkeiten.

PS: Wir haben auch eine Telegram-Gruppe und einen Kanal, allerdings zum Austausch über Technik.

BR

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.