Tesla überrascht mit Ansage zu FSD für Europa

Tesla FSD

Tesla plant die Einführung seines Assistenzsystems „Full Self-Driving“ (FSD) in Europa für Februar 2026. Die niederländische Zulassungsbehörde RDW hat wohl eine notwendige Genehmigung in Aussicht gestellt. Der Weg dorthin erfordert jedoch noch diverse Ausnahmeregelungen. Doch wir sehen Licht am Ende des Tunnels.

Der US-Autobauer arbeitet nach eigenen Angaben seit über einem Jahr an der europäischen Zulassung, 2024 hoffte man noch auf einen Start in 2025. Interne Tests umfassen mittlerweile über eine Million Kilometer in 17 Ländern. Entsprechende Sicherheitsdaten liegen den Regulierungsbehörden vor. Dennoch verläuft der Prozess schleppender als von CEO Elon Musk ursprünglich angekündigt.

Der Weg zur Legalität führt primär über die niederländische Behörde RDW. Tesla strebt eine Ausnahmegenehmigung nach Artikel 39 der EU-Verordnung an. Diese soll Funktionen abdecken, die aktuelle Regeln noch nicht vorsehen. Dazu gehören unter anderem automatische Spurwechsel oder die Nutzung des Systems abseits von Autobahnen.

Laut Tesla verhindern „veraltete Vorschriften“ den Einsatz der aktuellen Software-Version in ihrer jetzigen Form – das ist jedenfalls die Sichtweise des Herstellers. Eine technische Anpassung an diese Regeln würde die Sicherheit und Nutzbarkeit laut Tesla verschlechtern. Das Unternehmen beantragt daher spezifische Ausnahmen für einzelne Regelungen, statt die Software grundlegend zu ändern.

Sollte die nationale Zulassung in den Niederlanden im Februar 2026 erfolgen, können andere EU-Staaten diese anerkennen und FSD würde schnell in weiteren Ländern verfügbar sein. Langfristig strebt Tesla eine offizielle EU-weite Genehmigung durch den zuständigen TCMV-Ausschuss an.

Update: Die zuständige Behörde hat inzwischen mitgeteilt, dass der Zeitplan bzw. die Vereinbarung nicht ganz dem entspricht, wie man es bei Tesla gerade darstellt.

Tesla verspricht Full Self Driving nun schon sehr vielen Jahren, kann bislang aber nur in wenigen Regionen der Erde eine Betaversion anbieten, obwohl möglicherweise Millionen von Kunden das dazugehörige Paket gekauft haben. Tesla muss endlich mal liefern.

14 Gedanken zu „Tesla überrascht mit Ansage zu FSD für Europa“

  1. Der Ankündigungsweltmeister schlägt wieder zu.
    Wie sieht es eigentlich mit den FSD-Taxis in den USA aus? Man hört gar nichts von den tausenden Fahrzeugen, die das längst können und bieten sollen.

    1. ja ein sehr inteligenter einwand… man gebe tesla fsd usa in Youtube ein. und tada!
      ist fast wie mit den landenden raketten oder den batterie autos…. wenn man sich möglichst taub und stumm stellt… kann man immer sagen das es das alles nicht gibt. immer schön ARD und ZDF schauen da hörrt man alles was der Bürger hören muss.

      und nein ich habe keinen Tesla Jaguar v8.

    2. Falsch! Nicht tausende, eine Million Robotaxis. Schon vor Jahren. So ein Lügenbaron: von SpaceX über Hyperloop, Semi, Optimus, Solar Roof, Roadster etc. Aber so halten die Analysten weiter an guten Prognosen für die Aktien fest. So wird man Milliardär. Anstatt wegen Betruges angezeigt zu werden.

  2. „Tesla muss endlich mal liefern“. Ein Quatsch, Tesla liefert bezogen auf FSD die ganze Zeit, ununterbrochen. Weltweit sind mittlerweile mehr als 105 Milliarden Kilometer mit FSD Supervised gefahren worden, die Sicherheitsstatistik ist überwältigend (7-8x sicherer als der Mensch – je nach Quelle). USA, Kanada, Mexiko, China – und eine „Beta“-Version ist es auch ganz sicher nicht mehr. Mit der kürzlich veröffentlichten Version FSD V14.2 ist man wieder mal einen gewaltigen Schritt nach vorn gekommen und die Probleme von FSD lassen sich größtenteils in Luxusprobleme zusammenfassen (keine manuelle Geschwindigkeitsauswahl, keine manuelle Parkplatzwahl, etc.). Jede Entscheidung gegen FSD in Europa ist unnötig und kann definitiv nicht Tesla in die Schuhe geschoben werden. M.M.n. wird hier gewaltig Lobbyarbeit für die europäischen Autohersteller betrieben, die Augen vor der Realität bei Tesla verschlossen und sich den bürokratischen EU Prozessen ergeben.

    1. Ole, in deinem Kommentar ist einiges falsch:

      Du vertauschst FSD mit FSD Supervised. Das ist was komplett anderes und dies zu mischen ist absolut Unsinn. Tesla hat weltweit keinerlei Level 3-System, anders als z.B Mercedes in Deutschland/USA oder Honda in Japan. Tesla liefert Software aber keinerlei autonomes Fahren nach Gesetz. FSD Supervised zählt nicht überhaupt nicht.

      Tesla veröffentlicht keine offiziellen, überprüfbaren Kilometerzahlen für FSD, nur random von Musk rausgeworfene Interview-Fetzen. Hast du Quellen, wie von der NHTSA oder CA DMV oder direkt peer-reviewde Zahlen, wie bei Waymo. Quellen sind relevant nicht nur Interview-Worte eines CEO.

      7-8 x bessere Unfallzahlen bei oft supervised FSD nur auf Autobahnen ist wirklich wirr und nicht sinnvoll zu vergleichen. Es gibt nahezu kaum Fahrten ohne Assistenz im Regen in der Innenstadt. Tesla FSD (supervised) ist sicherer, aber nicht 7-8x.

      Tesla redet intern noch von Beta (hat nur das Logo angepasst, wow). Deren FSD ist Level 2, der Fahrer zu 100 Prozent verantwortlich.

      Die Liste der Tesla-Probleme („Luxusprobleme“) ist Immo wesentlich größer als du hier darstellst: Probleme bei komplexen Kreuzungen, phantom Bremsungen, Probleme bei Baustellen / Personen / rechts vor links / Parkhäusern. Außerdem fehlt eine V2X-Kommunikation und relevante UNECE-Funktionen wie restriktive Lenkwinkelbegrenzungen.

      Die technischen Rahmen wie UNECE R79 ist für alle Fahrzeughersteller gleich, wir können ja reinschauen, und du siehst was Tesla alles falsch macht: Spurwechsel darf nicht stattfinden ohne Fahrzeugbestätigung, Lenkwinkelgeschwindigkeit ist begrenzt, zertifizierte Überwachungsmechanismen, komplexe Fahrsituationen dürfen nicht selbstständig übernommen werden. Tesla verstößt hart dagegen. Und verweigert auch noch detaillierte Daten, unabhängige Prüfverfahren und die Einhaltung bestimmter Standards (schau dir ISO 26262 an).

      Bitte keine Fanboys ohne Fakten, das ist nicht Bild hier.

      1. Vielen Dank, David. Du bestätigst mein Empfinden, nur beeindruckend fundiert. Weil mich das Thema sehr interessiert, ich aber nur Arzt und kein Technikfachmann bin, wäre ich Dir für einen Tip dankbar, auf welchem Kanal oder auf welcher Seite ich mich fundiert und neutral darüber informieren kann. Falls Du da etwas für mich hättest? Gruß, Lutz

      2. Hallo David,
        wo fange ich an. Die 100Mrd Kilometer vom Vorposter sind falsch – aktuell sind es 6,5Mrd. Es gibt aber einen offiziellen Safty Report von Tesla (https://www.tesla.com/de_de/fsd/safety) – nicht nur Aussagen von Musk. Die Datenqualitätsbasis ist bei Waymo und Tesla die gleiche, da beide Firmen ihre gefahrenen Kilometer aus internen Quellen preisgeben, die Unfallstatistiken aber auch für beide bei der NHTSA einsehbar sind. Am Ende kann man sich das auch selber zusammenrechnen wenn man will.
        Zum Thema FSD hast du prinzipiell Recht – es geht ausschließlich um FSD Supervised. Das ist ein Level 2+ System per SAE Definition. Das Problem mit den Levels ist allerdings, dass sie Technik und Recht vermischen und daher entsteht ein verzerrtes Bild. Heißt das L3 von Mercedes ist ein L2 Spurhalteassistent bei dem der Hersteller in einem ganz engen, abgegrenzten Rahmen die Haftung übernimmt. Teslas L2+ System ist technisch ein L4/5 System, bei dem Tesla aktuell noch keine Haftung übernimmt, wenn was schief geht (Supervised). Grundsätzlich darf jeder selbst entscheiden wer welchen technischen Vorsprung hat – aber ich würde nicht zu viel auf die Deutschen setzen, vor allem weil da überall keine wirklich eigene Technik dahintersteht (Mercedes Nvidia, Bmw glaub ich auch, VW/Moja Mobile Eye (Intel)). Auch ist es ein Irrglaube, dass man das iterativ immer weiterentwickelt (L2->L3->L4->L5). Bei 4 auf 5 kann man drüber streiten – aber L4 zeichnet im Wesentlichen bei Waymo und allen anderen die Tatsache aus, dass sie über Lidar und HDMaps die Einschränkung haben, dass sie alles premappen müssen – daher kommt man da schon per Definition nicht von L4 weg (erst wenn die gesamte Welt exakt und aktuell gemappt ist). Tesla ist den Ansatz mit voller KI gegangen um das ganze universal zu machen was dann faktisch L5 bedeutet (wenn fertig). Der Weg ist länger und wurde von Musk immer unterschätzt – das sagt er auch selbst. Hintergrund ist auch, dass sie um dahin zu kommen 3x praktisch neu anfangen haben müssen. Am Ende haben sie jetzt das Neuronale End-to-End System, das keine heuristischen Regeln mehr hat und – und jetzt kommen wir zu den UNECE Regularien – nicht mehr deterministisch ist. Und genau da liegt der Knackpunkt. Die Regeln sind in ihrer Grundidee aus den 60er Jahren, dass jeder Schritt, jeder Ablauf exakt belegt werden kann – man könnte auch sagen, die Regeln fordern quasi einen Ausdruck von „If-Then-Else“ Regeln. Ein bisschen überspitzt, geht aber in die Richtung. Und dagegen „verstößt“ Tesla jetzt, da sie sowas nicht mehr haben. Und um das zu realisieren müssten sie ihr System zwangsläufig neu und schlechter machen, weil, genau weil Europa das so will. Jetzt kann man auch sagen, Regeln sind Regeln – aber man sollte schon schauen was daraus resultiert. Die Kombination Fahrer + FSD Supervised ist in den USA x7 besser als der durchschnittlichen menschliche Fahrer. Das kann man mit den Daten belegen (wenn man immer sagt die sind gefälscht, dann hilfts nichts, die Anzahl der gefahrenen Kilometer kann nur der Hersteller liefern). Wenn man in Europa von ähnlichen Werten ausgeht – wie viele Unfälle/Verletzte/Tote könnten vermieden werden? – Aber man hat ja Regeln und an die müssen sich alle halten. Ich denke um als Nation (oder in diesem Fall Nationen-Verbund) nicht völlig den Anschluß zu verlieren muss man halt mal alte Regeln auf den Prüfstand stellen, vor allem wenn sie technisch überholt sind. Hier – und das zeigt sich mit vielen Aktionen („Ich nehme als BMW Manager das Thema bei der UNECE einfach mal von der Tagesordnung (Juni 2025)“) wird versucht auf Teufel komm raus eine Industrie zu schützen, die es – so bitter wie es für uns alle hier ist – es nach 15 Jahren Arroganz und Managementfehlentscheidungen einfach nicht verdient hat geschützt zu werden. Am Ende werden wir die nächsten 10 Jahre sehr viel Steuergeld in die vermeintliche Rettung automotiver Arbeitsplätze stecken und es wird nichts bringen. BMW (vielleicht noch am besten aufgestellt), VW und Mercedes werden vermutlich auf ca. 30% ihrer jetzigen Größe schrumpfen (ist jetzt meine Prognose). Am Ende werden wir sehen was passiert – wissen tut es aktuell keiner. Aber dieses ganze Tesla bashing ist alles – nur nicht faktengetrieben ;). In diesem Sinne.

    2. Der Kunde darf sich seit 10 Jahren (oder wie lang?) ein 7.500 Euro Paket kaufen, das nicht das bietet, was Tesla schon seit Ewigkeiten verspricht. Also ja, man liefert nicht. Auch nicht in den USA, dort ist das alles Beta. Ich glaube auch bei der letzten Version sind Autos über rote Ampeln auf der falschen Spur gefahren. Wenn das nicht ausgeschlossen werden kann, kann Tesla noch viel erzählen, aber auch dann liefern sie in meinen Augen nicht.

  3. FSD läuft doch in den USA als Taxi nur mit Sicherheitsfahrer für einen handverlesenen Kundenkreis! Da ist die amerikanische Konkurrenz schon weiter …

    1. Das ist absolut richtig, die Konkurrenz hat nur ein riesen Problem, nämlich die Kosten und die Skalierbarkeit. Das sind genau wie das Tesla Cybertaxi nur Pilotprojekte, das eine größer, das Andere kleiner, die sind alle, alles andere als kostendeckend. Denn der Aufwand einen Waymo oder ZOOX autonom durch die Straßen fahren zu lassen ist extrem hoch und kostenintensiv, da der zu bedienende Bereich aufwendig in 3D gemappt werden muss. Waymo sitzt jetzt bereits seit 16 Jahren an seinem System und es ist selbst in den großen US Metropolen die aktuell bedient werden, noch immer nicht kostendeckend, geschweige denn gewinnbringend (den Fahrservice gibt’s seit 5Jahren). In kleineren Städten und in der Provinz wird es diese Systeme deshalb niemals geben. Tesla und ich glaube ein oder zwei Chinesen arbeiten dagegen an einem System das relativ universell einsetzbar ist, was natürlich ein enormes Gewinnpotenzial mit sich bringt, da Tesla ihre Karren zu den Selbstkosten für aktuell um die 30K$ auf die Straße schmeißen kann, während zum Beispiel Waymo für ein Auto ~250K$ zahlen muss und die Programmierarbeit je Region/Stadt noch oben drauf kommt und noch ein Vielfaches dieser Summe verschlingt, sodass Gesamtkosten von ca. 450K$ je „Taxi“ anfallen. Einzig auf dieser Hoffnung ist der aktuelle Tesla Kurs aufgebaut, denn sollten sie das Ziel der universellen Autonomie erreichen, werden auf einen Schlag alle anderen Systeme obsolet.

  4. liefern müssten vor allem Mal die EU Regulierungsgremien, die FSD wie eine Monstranz vor sich her tragen, aber immer nur Tripplschritte machen, wenn Mal wieder ein europäischer Hersteller was neues zu bieten hat. Denen geht es doch offensichtlich vor allem darum, alle Nichteuropäer so lange auszubremsen. bis die lahmarschigen Deutsche Autokonzerne endlich aufgeholt haben.

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