In den letzten Monaten waren bei uns einige verschiedene Saugroboter zu Gast, darunter auch der eher unbekannte Tesvor S6 Turbo. In erster Linie werden Geräte dieser Marke über Amazon vertrieben und haben dort auch eine recht große Plattform. Der normale S6 taucht immer mal wieder weit oben in den Suchergebnissen auf. Es handelt sich meines Erachtens trotzdem nicht um eine Marke, die deutsche Kunden bislang kennen mussten. Was ich deshalb umso spannender gefunden habe und ein wenig auf eine Überraschung hoffte.

Also, was kann der Saugroboter für über 400 Euro (UVP) mit Wischfunktion eigentlich gut und was nicht? Eigentlich kann er in erster Linie alles das, was auch viele andere können. Es handelt sich um ein Modell mit Lasernavigation, entsprechender App-Anbindung und Wischfunktion. Der grundlegende Aufbau ähnelt extrem vielen Modellen sehr stark und dürfte „erfahrene“ Nutzer kaum überraschen. Das bringt natürlich auch einige Nachteile mit sich.

Lieber saugen statt wischen

Ich bin zum Beispiel kein Fan der Wischfunktionen, bei denen am Heck des Roboters einfach nur ein genässter „Lappen“ hängt. Wir reinigen unser Parkett mit einem Kärcher-Hartbodenreiniger, da kommt keine dieser „Alternativen“ auch nur annähernd ran. Wir konzentrieren uns bei solchen Geräten also eher auf die Saugleistung und die dazugehörigen Faktoren. Turbo steht in diesem Fall für 4000 pa, die „handelsüblichen“ Dreck locker aufsaugen. Bei höheren Saugstufen aber durchaus laut.

Die größte Herausforderung ist bei uns wohl das Katzenstreu und mal der ein oder andere kleine Stein aus Schuhprofilen. Wenn der Tesvor S6 Turbo fertig war, konnte man davon in der Regel nichts mehr wiederfinden. Es sei denn, die an der Vorderseite montierten Kreisbürsten haben die kleinen Steinchen einfach durch die Wohnung „geschossen“ und nicht unter den Sauger gekehrt. Grundsätzlich war die Saugleistung oft zufriedenstellend. Mehr als mittelmäßig laut anderen Testern ist sie jedoch nicht.

Die Navigation ist absolut in Ordnung und die Kartierung auch. Der Roboter fährt alle machbaren Wege gründlich ab. Dennoch war mir öfter unterlaufen, dass sich der Roboter in einer engeren Stelle festgefahren hat. Bei uns ist der Kinderstuhl das größte Ding für solche Geräte. Diese schaffen zwar allesamt den auf wenige Millimeter passenden Weg zwischen die Beine, nur selten wieder ohne fremde Hilfe raus. Das gelingt aber selbst mit besseren Geräten nicht immer und ist keine alleinige Schwäche des S6 Turbo.

Viele Makel sind in den Details zu finden

Echte „Probleme“ finden sich auch eher an anderen Punkten. Besonders in etwas gröberen Teppichen und höheren Kanten hatte der S6 Turbo seine größten Herausforderungen gefunden. Er hat sich bei uns oftmals noch geradeso drüber und durchgekämpft, könnte aber bei anderen Teppichen schon eher kapitulieren. Auch die Ladestation ist ein weiteres Problem, da sie kaum fest an ihrem Platz bleibt. Besonders nicht auf Teppichböden. Sie ist alles in allem sehr billig.

Wer dann doch mal kleinere Teile auf dem Boden liegen lässt, stellt ein weiteres Problem fest. An der Hauptbürste mangelt es an einem Schutzgitter, sodass Kabel und andere Kleinteile meist sofort eingesammelt werden. Das wiederum sorgt in der Regel für den kompletten Stopp, weil die Bürste blockiert. Ein kleines Detail, auf das ich beim Kauf eines Saugroboters unbedingt achten würde.

Sehr weiche Teppiche wie Badvorleger können für die Bürste ebenfalls zum Hindernis werden. Genauso ärgerlich: Kleine Beistelltische mit Holzbeinen werden nicht erkannt und dann gerne einfach mal durch die Gegend geschoben oder im Zweifel sogar umgeschmissen. Hier fehlt es an einer Genauigkeit bei der Erkennung von Hindernissen, die ohnehin nur durch Berührung über die Stoßstange passiert und nicht über optische Sensoren.

Ein generelles Manko dieser Geräte ist der kleine Behälter Auffangbehälter, der mit 600 ml dennoch für diese Kategorie groß ausfällt. Aber man muss sie schon recht häufig leeren, jedenfalls geht das uns so. Alle Teile wie der Staubbehälter sind schnell und leicht entnommen.

Dazugehörige App wirkt eher unseriös

Wir setzen auf ein Mesh-Wlan und konnten oft keine Verbindung zum Saubroboter aufbauen. Andere Geräte sind weniger fehlerhaft. Außerdem wirkt die „Weback“-App nicht gerade seriös. Ihre optische Darbietung lässt zu wünschen übrig, auch weil viele Übersetzungen einfach nicht passen oder plausibel sind. Die grundsätzliche Funktionsweise ist aber in Ordnung. Man kann Sperrzonen anlegen und den Saugroboter auch nur bestimmte Bereiche saugen lassen. Wenn die Verbindung mal funktionierte, hat das gut geklappt.

Andere Geräte bieten mehr Funktionsumfang wie beispielsweise eine automatische Teppicherkennung. Das ist mir persönlich jetzt nicht so sehr wichtig, könnte anderen Käufern allerdings fehlen. Ich erwarte keine richtige Pflege der App oder gar einen Ausbau des Funktionsumfangs. Zuletzt konnte ich einfach gar keine Verbindung mehr herstellen, obwohl der Roboter eine erfolgreiche Netzwerkverbindung quittiert.

Die durchschnittliche Bewertung von 2,1 Sternen im Google Play Store unterstreicht meinen Eindruck von dieser App sehr klar.

Zu teuer, weil die Konkurrenz mehr bietet

Für einen Preis von über 300 oder sogar über 400 Euro (UVP) bietet der Tesvor S6 Turbo schlussendlich zu wenig. Er ist simpel und funktioniert, aber das tun auch günstigere Geräte. Hier und da schwächelt insbesondere die Software, es gibt keine Hinderniserkennung und er ist durchaus laut. Dazu noch die eher billige Ladestation und der fehlende Schutz an der Bürste, das sind für mich schon zu viele negative Punkte.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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