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Testberichte

USB Type C: Eine kleine Liebeserklärung

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

USB Type C Header

Mit dem USB Type C-Anschluss verbreitet sich gerade langsam aber sicher der Standard der Zukunft, der uns den Alltag mit unserer zahlreichen Technik deutlich erleichtern wird. Manchmal könnte man auch als „Profi“ durchdrehen. Wer Hardware unterschiedlichen Alters benutzt, zudem auch noch von unterschiedlichen Herstellern, der wird hier und da mal am Rad drehen müssen. Für jeden Furz braucht es ein anderes Kabel oder einen anderen Anschluss. Bei Smartphones gibt es dank microUSB zwar einen weitverbreiteten Standard, doch ohne Adapter und MHL (oder ähnliches) kann der auch nur Daten via USB übertragen und Geräte aufladen. Doch das ändert sich langsam, Stück für Stück, dank USB Type C.

Der neue Standard wird in Zukunft alles ersetzen. Das ist keine wirklich neue Info. Doch man lernt diesen Umstand erst richtig zu schätzen, wenn man mehr Technik mit dem besagten Anschluss im Alltag nutzt und dadurch die Vorteile spürt. Mir geht es gerade so, denn neben zahlreichen Smartphones* mit dem neuen Anschluss teste ich aktuell ein Chromebook mit USB Type C. Nach wenigen Tagen merkt man, wie hilfreich allein ein neuer Anschluss sein kann.

DisplayPort hier, HDMI da, DVI dort

Wenn ich mir meine verflossene und teilweise aktuelle Technik anschaue, zudem die Preise der gekauften Kabel zusammenrechne, würde ich gern sofort rückwärts vom Stuhl fallen. Geht aber nicht, da ist ne Rückenlehne dran. Aber mal Spaß beiseite. Ich hatte vor zwei Jahren ein Macbook Air, welches via Mini-DisplayPort -> HDMI an meinen Monitor angeschlossen wurde. Danach nutzte ich ein Lenovo-Notebook, welches ich später via DisplayPort -> DisplayPort mit meinem Dell-Monitor verbinden musste. Aktuell nutze ich einen PC von HP, die verbaute Nvidia-Grafikkarte hat HDMI und DVI als Ausgänge. Via HDMI gehe ich an meinen Dell-Monitor, via DVI -> HDMI an den Fernseher. Und wollte ich mal mein bisheriges Chromebook an den Fernseher oder anderen Monitor hängen, musste ein microHDMI -> HDMI Kabel dafür herhalten.

Ihr seht schon, man könnte locker einen Handel mit Altkabeln aufmachen, sobald alle eigenen Geräte über den neuen Wunderanschluss verfügen. Das ist für mich USB Type C, denn der kann eben einfach mal alles. Und dieser Umstand ist im Alltag schlicht genial. Ich habe quer in der Wohnung Netzteile für meine Smartphones verbaut, die meisten wurden mir von Choetech* für Testzwecke bereitgestellt. Super gut, solang ich Smartphones mit USB Type C habe, denn alle Geräte lassen sich an jedem Netzteil laden. Das war früher mit microUSB ja nicht anders. Nun aber kommt auch noch hinzu, dass ich an den selben Netzgeräten das neue Chromebook lade. Über USB Type C. Aktuell sind bis zu 100 Watt Leistungsaufnahme möglich.

Geduld ist gefragt

Ich muss nicht mehr dieses eine proprietäre Netzteil mitschleppen, so wie es früher immer war. Ich lade Notebook und Smartphone einfach am selben Netzteil mit dem selben Anschluss. So einfach, so gut. An diesen Anschluss stecke ich auch USB-Sticks. Zudem kommt er bereits als Videoausgang zum Einsatz, der Fernseher wird einfach an den USB Type C des Chromebooks gestöpselt. Heute noch mit Adapter*, mit dem nächsten Fernseher direkt über Type C -> Type C Kabel. Irgendwann ist dann alles Type C. Mit einem einzigen Kabel lade ich mein Notebook, schließe das Smartphone an das Notebook an und bei Bedarf eben auch den Fernseher. Bei der aktuellen Entwicklung springt sogar Apple mit auf, sodass ein befreundeter Macbook-Besitzer sein Gerät an meinem Netzteil laden könnte.

Ist das nicht genial? Ich persönlich werde nun verstärkt darauf achten, dass meine langfristig geplante Technik auch definitiv immer über diesen Anschluss verfügt. Leider braucht es aber noch viel Zeit, bis der neue, runde USB Type C wirklich überall ein Standard ist und man ohne Adapter oder andere Kabel auskommt, doch es ist wert zu warten.

Ergänzung: Ich hätte natürlich erwähnen sollen, dass Type C im Prinzip „nur“ der Anschluss ist. Es gibt zudem noch unterschiedliche Standards, die unterschiedlich stark oder weniger leistungsfähig sind. Manche Smartphone-Hersteller verbauen zum Beispiel noch USB 2.0, damit sind nicht alle angesprochenen Funktionen nutzbar. USB 3.1 Gen 2 / Thunderbolt 3.0 wäre zum Zeitpunkt das Artikels das Optimum, im erwähnten Chromebook ist USB 3.1 Gen 1 verbaut.

15 Kommentare

15 Comments

  1. Schtief

    24. Januar 2017 at 19:45

    So ist das halt bei so einem etablierten System wie USB Typ-A, das an nahezu jedem Gerät vorhanden ist. Ich hoffe aber auch inständig, dass sich Typ-C so schnell es nur irgendwie geht weiter verbreitet, an allen Gerätschaften.

    Mich würde allerdings mal interessieren, ob USB Typ-C überhaupt für normale USB-Sticks gedacht ist? Es gibt zwar anscheinend ein paar wenige Modelle, aber selbst brandneue Mainboards für die neueste CPU-Generation haben keine Typ-C-Anschlüsse. Das finde ich schon etwas merkwürdig.

    • Bruno Liechti

      25. Januar 2017 at 06:45

      Da setzt man besser auf ein kleine externe SSD. Die ist qualitativ hochwertiger, hat das bessere Fehlerprotokoll etc.

      • Denny Fischer

        Denny Fischer

        25. Januar 2017 at 09:24

        vermutlich würde ich als Hersteller von Mainboards auch noch warten, aktuell ist der klassische Anschluss für Peripherie vermutlich noch zu 99,9 % in den Haushalten.

    • Hannes Rehburg

      25. Januar 2017 at 09:13

      Klar, gibt genug neue Boards mit Type C. Gerade Boards mit Z170/Z270 haben in der Regel mindestens 1-2 Type C Anschlüsse.
      Selbst mein mittlerweile über ein Jahr altes Board hat schon einen gen 2 Type C.
      Warum es allerdings kaum Type C USB sticks gibt ist eine gute Frage…

      • Denny Fischer

        Denny Fischer

        25. Januar 2017 at 09:26

        Die Frage ist doch, wer fängt an den neuen Anschluss voranzutreiben. Hersteller der Mainboards, Hersteller der Sticks oder Hersteller anderer Peripherie? Keiner will Geräte produzieren, die dann in den Läden liegenbleiben.

      • Schtief

        25. Januar 2017 at 17:11

        Ach gibt es es tatsächlich welche? Ich hatte mir ein paar neue Boards für die neuen Kaby Lake CPUs angeschaut und von denen hatte halt kein Einziges USB Typ-C verbaut. Und das waren Z270 Boards.

        Ich denke die Mainboards-Hersteller sollten damit anfangen. Ob der Anschluss nun im Boards steckt oder nicht frisst doch kein Brot. Er wäre aber zumindest mal vorhanden und dann würden sicher auch ein paar Hersteller von USB-Sticks und Peripherie auf den Zug aufspringen. Und wenn es erstmal nur mit beigelegt Adapter wäre.

      • Hannes Rehburg

        26. Januar 2017 at 09:44

        Ja gibt einige mittlerweile. MSI in der Gaming Pro Serie, Gigabyte bei den Z270x Boards auch fast vollständig, ASUS‘ Z270 Boards ebenfalls. Wenn ich mich recht erinnere haben auch die meisten neu vorgestellten AM4 Board Type C.
        Kommt zwar gerade erst, aber die neuen haben es fast alle.
        Allerdings: Ich sehe auf der Rückseite wenig nutzen dafür. Platz ist genug für einen Typ A und die meisten Geräte steckt man dort nur einmal an und lässt sie dann da.
        Für USB C am Frontpanel bieten noch mal deutlich mehr Mainboard die nötigen I/O Ports – da finde ichs auch weit sinnvoller.

      • davidus

        26. Januar 2017 at 16:54

        Man sollte allerdings auch beachten: dieser Chipsatz wird nur benötigt, wenn man übertaktet oder mehr als die üblichen PCI-E Lanes braucht. Alle anderen können sich den eigentlich sparen, soll heissen, können sich die mindestens 40€ Aufpreis nicht sparen, wenn sie denn Type C haben wollen.

  2. Hannes Rehburg

    24. Januar 2017 at 22:53

    Der Witz ist nur: „Das ist für mich USB Type C, denn der kann eben einfach mal alles. “ Das stimmt nur dann, wenn es ein USB 3.1 Gen 2 Type C ist. Wenn es aber USB 2.0 Type C oder 3.1 Gen 1 Type C ist, ist es eben wirklich nur USB. Aber mit neuer Form.
    Und 3.1 Gen 2 ist auch nur dann alles, wenn er DP und PD enthält. Oder wenn er TB 3 ist.

    Ich mag USB Type C als Anschluss auch. Aber das aktuelle Chaos aus Kabeln mit verschieden langen Steckern, unterschiedlichen Kabeln und zig verschiedenen möglichen Standards ist einfach nur nervig. Hoffe es wird bald alles zu TB3 – dann ist es wenigstens wirklich einheitlich.

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      24. Januar 2017 at 23:19

      Ja klar, ich habe in diesem Fall natürlich schon vorausgesetzt, dass nicht mehr USB 2.0 verbaut wird. Aber ich ergänze das mal noch.

  3. harmsi

    25. Januar 2017 at 07:12

    „Via HDMI gehe ich an meinen Dell-Monitor, via DVI -> HDMI an den Fernseher.“
    Ich würde es anders herum machen, damit beim Fernseher auch Audio ankommt.

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      25. Januar 2017 at 09:22

      Nicht so ganz richtig, meine Graka von Nvidia hat für DVI auch nen Audiocodec und mit dem Amazon Basic-Kabel wird auch der Ton einwandfrei übertragen.

  4. ed

    25. Januar 2017 at 10:04

    ich habe den USB C Anschluss von meine alten Xiaomi mi5s lieben gelernt war aber dann auch wieder froh auf ein Smartphone zu wechseln welches den alten Anschluss hat.

    Ich habe aktuell einfach zu viel Hardware mit dem alten Anschluss. Meine BT Kopfhörer oder meine Powerbank alle arbeiten noch mit dem alten Anschluss.

    Aber wie du auch schon erwähnst, wenn man in Zukunft darauf achten, dass die Technik die man länger benutzen will den neuen Stecker hat, wird man auf langer Sicht deutlich glücklicher :) :)

    (ah waren das noch Zeiten wo Nokia, Siemens und Co. alle ihre eigenen Stecker hatten :D )

  5. MasterBruce

    25. Januar 2017 at 13:39

    Hab das Macbook pro und ein ZUK Z1, für den Bildschirm ein USB-C auf HDMI Kabel, macht vieles entspannter und praktisch ist es definitiv auch, hab mich nur noch nicht getraut, mein Handy mit dem Macbook Ladegerät zu laden. Kann mir einer sagen ob das geht?

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      25. Januar 2017 at 14:40

      Gute Frage. Eigentlich sollte der Regeln, wie viel Strom er maximal aufnimmt. Aber die Hand lege ich dafür nicht ins Feuer.

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