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Marktgeschehen

Verleger wollen Google wieder ins schlechte Licht rücken, was ich nicht verstehen kann

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

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Immer wieder wollen Verleger den Google-Konzern und seine Produkte in ein schlechtes Licht rücken, das zeigt auch der neuste Bericht aus der New York Times. Dort will man errechnet haben, dass Google mit seiner News-Plattform über 4,7 Milliarden Dollar allein im letzten Jahr eingespielt hat. Hochgerechnet aus beiläufig erwähnten Zahlen von 2008, im Grunde genommen haltlos und auch nicht belegbar. Immer wieder wird gejammert, dass Google von seinen Erlösen nichts abgebe. Das stimmt so aber nicht.

Es ist ein weiterer Versuch, gegen Google vorzugehen, obwohl man zugleich von Google profitiert. Wieder mal geht es um die News-Ausschnitte in der Suche und der Google-App, wofür der Konzern von Webseiten ein Vorschaubild samt Überschrift und Textausschnitt präsentiert. Grundsätzlich profitieren wir als Publisher davon, größere Verleger ebenso. Google bereitet unsere Artikel in Kurzform auf und lenkt seine zig Milliarden Besucher auf unsere Seiten weiter. Kostenlos.

Was wir machen müssen: Unsere Website pflegen, mit neuen Inhalten bestücken und letztlich die Werbeanzeigen gut optimiert ausrichten. Neben kleineren Quellen (Apps, Feeds, etc.) für neue Besucher und Stammlesern, kommt ein Löwenanteil der Besucher über Suchmaschinen und aufgrund der Marktkonstellation fast alle durch Google.

Mal abgesehen davon, dass die News-Plattform von Google ohne Werbung auskommt und gar keine direkten Profite erwirtschaften kann, verstehe ich bis heute nicht, warum insbesondere große Verleger immer wieder die Hand beißen wollen, die sie füttert.

Oder sind eigentlich wir das Ziel, die kleinen Webseiten, die durch Suchmaschinen überhaupt erst mit großen Namen konkurrieren können?

Was andere sagen

Mehrere prominente Zeitungen wie zum Beispiel die New York Times veröffentlichten die Zahlen unhinterfragt. In anderen Kreisen wird die Studie jedoch breit kritisiert. So bezeichnet Autor Jeff Jarvis die Veröffentlichung als „beschämend“ und zitiert ein offizielles Statement von Google, wonach die von der News Media Alliance verwendeten Zahlen falsch und irreführend seien. So tauche bei den meisten Suchanfragen nach Nachrichten gar keine Werbung auf. Zudem werde ignoriert, dass Google den Verlagen Leser zuführe und somit deren Werbeumsätze und Abonnements hochtreibe. /heise

Diese gigantische Zahl aus der NYT, die gerade rumgereicht wird? Googles angebliche Gewinne aus News? Schrott. Eine wahnwitzige Hochrechnung, basierend auf einer (!) falschen (!) Zahl von 2008 (!). Das hilft in der Debatte gerade überhaupt nicht. /Ole Reißmann (Bento)

Der Vergleich, egal wie man zum Leistungsschutzrecht steht, hinkt insofern, als dass Google den Verlagen nicht Anzeigengeschäft im Wert von 4,7 Mrd. Dollar gestohlen hat, sondern mit seiner Suchmaschine bzw. seinen News-Ausspielungen in den Suchergebnislisten und auf Google News verdient hat – “dank” der Inhalte der Verlage. Gleichermaßen ist davon auszugehen, dass die Verlage ohne Google-Links deutlich weniger vermarktbare bzw. monetarisierbare Reichweite zur Verfügung hätten. /Meedia

 

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