Nicht viele Dinge sind so komfortabel wie die Cloud. Dort können wir alle Daten ablegen, von jedem Gerät aus zugreifen und müssen uns nicht um Ausfallsicherheit oder ähnliche Themen kümmern. Das ist jedenfalls solange bequem, wie ihr euch mit eurem Konto dort problemlos anmelden könnt. Die größtmögliche Shitshow kann euch dann passieren, wenn euch euer Konto deaktiviert wird und eine Wiederherstellung nicht einfach mal eben möglich ist.

Genau das ist wieder einem Nutzer passiert, der mit seinem Tweet viel Aufmerksamkeit erfährt. Er berichtet von einer Deaktivierung seines Google-Kontos. Die Problemkette? Auf seinem Google-Konto liegen nicht nur verzichtbare Schnappschüsse seines Smartphones. Er setzt auf Google als Lösungsanbieter in vielen Bereichen. Für E-Mails, Fotos, er bezahlt Rechnungen mit Google Pay, speichert Dokumente bei Drive, surft im Internet über Google Fiber und hat einen Mobilfunkvertrag bei Google Fi.

Ein Anbieter für alles kann im Super-GAU enden

Mit einer Abschaltung des Google-Kontos schaltet der Konzern quasi das komplette digitale Leben von „ChrisR“ mit einem einzigen Knopfdruck aus. Und er ist damit nicht allein. Wir lesen immer wieder von ähnlichen Vorkommnissen. Dabei teilen alle ähnliche Probleme. Die Nutzer bekommen weder einen exakten bzw. nachvollziehbaren Grund genannt, noch ist die Wiederherstellung des Google-Kontos mal eben auf die Beine gestellt.

Chris bekam nur die Info, dass sein Google-Konto wohl gegen Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Die hierfür wichtigen Details fehlen, der Nutzer kann die detaillierten Hintergründe nur erraten.

Wie bei allen Konzernen in dieser Größe erreicht man beim Support selten und nur mit viel Glück eine echte Person. Chris könnte das Glück haben, mit genügend Aufmerksamkeit durch internationale Medien bald eine Lösung seiner Probleme zu erfahren. Doch viele Nutzer bleiben hilflos zurück und müssen ihr digitales Leben neu aufbauen. Ein schwerer Schlag, der in der heutigen Zeit nicht mehr zu unterschätzen ist. Es geht dabei heutzutage oftmals um viel mehr als um den Verlust alter Newsletter-Mails.

Selbst schützen kann man sich letztlich nur mit doppelten Datensicherungen und stets das eigene Konto im Blick zu haben. Es ist vielleicht auch klug, nicht bei einem einzigen Anbieter „all in“ zu gehen, auch wenn das sehr komfortabel und bequem ist. Wir sehen jedenfalls, dass Hacks oder Identitätsdiebstahl nicht die einzigen Gefahren sind.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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5 Kommentare

  1. Synology. Dazu ein Backup auf Festplatten oder anderen Synology oder in der Cloud.
    Kostet halt. Lohnt sich aber.
    Dazu dann am besten ein iPhone denn Android dient hauptsächlich dazu umfangreich seitens Google getrackt zu werden. Schaltet doch mal alles an Tracking auf dem Androiden aus. Ihr werdet es nicht schaffen. Das dauert Stunden in Unterunterunterunteruntermenüs alles zu finden.

    1. Das hat sich Frau „True“ auch gedacht. Die wurde bei Apple geblockt. Stand heute auf einer anderen News-Seite

  2. Jetzt bin ich der Böse der fragt:
    Hat der Kerl die doppelte Authentifizierung genutzt? Es gibt Backup-Codes es gibt SMS-Absicherung etc.

    Weiß nicht wenn die Leute ihre Passwörter so einfach halten wird der Account halt beim Hack-Versuch gesperrt und das wird als schlecht angetan… Wäre doch viel besser wenn der Account weiterhin offen bliebe und wenn Chris wieder sich einloggt das einfach Mal das Geld ganz abgebucht wurde oder? {Ironie}

    Eine Bank sperrt den Account auch bei Betrugsversuch, ein Emailanbieter tut dies auch, wieso sollte es bei Google, Apple & Microsoft anders sein? Sehe da mehr ERROR40/DAU als das Verschulden des Anbieters.

    1. Es gab bislang keinen Hinweis darauf, dass sein Konto von einem anderen Anwender genutzt wurde. Problem an der Sache ist doch, dass wichtige Details fehlen, um den Sachverhalt aufseiten des Nutzers überhaupt nachvollziehen zu können. Und bei deiner Bank wirst du jemanden erreichen, der dir helfen kann. Jedenfalls noch, irgendwann sicher auch nur noch Chatbots.

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