Jetzt geht es nicht mehr anders! WhatsApp-Nutzer geben ihre Metadaten auch immer automatisch an Facebook weiter.

Schon seit vielen Jahren teilt WhatsApp seine erfassbaren Nutzerdaten mit Facebook. In seiner neuen Datenrichtlinie wird das Unternehmen diesbezüglich abermals konkreter. Eine im Januar angepasste Richtlinie hat einen neuen Abschnitt drin, der etwas mehr im Detail und besser aufgeschlüsselt verrät, wie WhatsApp mit dem Mutterkonzern und dessen weiteren Unternehmen zusammenarbeitet. Das sollte grundsätzlich nie vergessen werden: WhatsApp gehört seit 2014 vollständig zu Facebook, deshalb diese enge Verknüpfung.

Update vom 7. Januar 2020: 

Wie uns WhatsApp mitteilte, sind wir wohl einem Irrtum aufgelaufen. Die Datenschutzrichtlinie hat sich für deutsche Nutzer nicht so dramatisch verändert, wie von uns angenommen. Hier teilte uns WhatsApp mit:

„Es gibt keine Änderungen an den Praktiken der Datenweitergabe von WhatsApp in der europäischen Region (einschließlich Großbritannien), die sich aus den aktualisierten Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien ergeben. Zur Vermeidung von Zweifeln bleibt es dabei, dass WhatsApp die WhatsApp-Nutzerdaten der europäischen Region nicht mit Facebook zu dem Zweck teilt, dass Facebook diese Daten zur Verbesserung seiner Produkte oder Werbung verwendet.“

/Update

Durch die besser gestaffelte Aufzählung wird einfacher ersichtlich, was Facebook mit unseren Daten aus WhatsApp macht, um die eigenen Dienste zu verbessern. Weiterhin weicht davon ab, was WhatsApp im eigenen FAQ hierzu schreibt. Dort hieß es bislang immer: „Derzeit nutzt Facebook deine WhatsApp Account-Informationen nicht dazu, deine Produkterlebnisse auf Facebook zu verbessern oder dir interessantere Facebook-Anzeigen zu zeigen.“

Was im FAQ verschwiegen wird: Metadaten aus WhatsApp verbessern Facebook-Dienste und Werbeanzeigen

WhatsApp klärte zwar schon vorher auf, was man mit Facebook teilt und wofür. In der zum 4. Januar 2021 aktualisierten Datenschutzrichtlinie sind die Details dazu allerdings besser aufgeschlüsselt. Das macht es auch dem Nutzer einfacher, die entsprechenden Vorgänge zu verstehen. Man gibt etwa zu, dass die über WhatsApp gesammelten Metadaten der Verbesserung von Facebook dienen, um Empfehlungen wie Freundesvorschläge, Gruppen und Inhalte zu optimieren.

Auch die Werbeanzeigen in Facebook sollen anhand auswertbarer Daten optimiert werden:

„Verbessern ihrer (gemeint: andere Facebook-Unternehmen) Dienste und deiner Erfahrungen mit deren Nutzung, darunter das Abgeben von Empfehlungen für dich (z. B. Freundesvorschläge oder Gruppen oder interessante Inhalte), Personalisierungsfunktionen und Inhalte, Unterstützen beim Abschluss von Käufen und Transaktionen und das Anzeigen von relevanten Angeboten und Werbeanzeigen in den Produkten von Facebook-Unternehmen“.

Neu scheint zu sein, allerdings nicht in der EU, dass WhatsApp-Nutzer diesen Passagen nicht mehr entfliehen können. Bislang war es möglich, die eigenen „WhatsApp Account-Informationen nicht mit Facebook zu teilen“. Diese Option scheint es jetzt nicht mehr zu geben, sie ist in der aktualisierten Datenschutzrichtlinie jedenfalls nicht mehr zu finden.

Ein Screenshot der aktualisierten Datenrichtlinie, die Nutzer in diesen Tagen innerhalb von WhatsApp bestätigen müssen:

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.