Boom, da hat es zur Mitte der Woche aber mal ordentlich gekracht. WhatsApp soll gar nicht richtig verschlüsselt sein und der Konzern kann angeblich unsere Nachrichten mitlesen. Aber der neue Skandal ist mal wieder keiner, denn der Zugriff auf Nachrichten der Nutzer liegt in der Natur der Sache. Es gibt nämlich nur Zugriff auf wenige Nachrichten, wenn die in WhatsApp integrierte Meldefunktion zum Einsatz kommt.

Die Meldefunktion ist dafür da, um illegale Aktivitäten oder andere anstößige Nachrichten an WhatsApp zu melden. Das dürfte wohl eher in größeren Gruppen vorkommen, aber wohl kaum in privaten Einzelchats. Damit WhatsApp auf so eine Meldung im Zweifel mit einer Sperre reagieren kann, muss es natürlich auch gemeldete Nachrichten lesen können. Das macht erst eine KI, dann ein echter Mensch.

Meldefunktion: WhatsApp möchte schlimmsten Missbrauch verhindern

WhatsApp engagiere laut Recherche externe Moderatoren in vierstelliger Anzahl, die Zugriff auf gemeldete Nachrichten haben. Unklar war bislang, wie viele Nachrichten die von WhatsApp beauftragten Moderatoren tatsächlich mitlesen können. Es sind wohl 5 Nachrichten, schreiben ProPublica in der Veröffentlichung zu ihrer Recherche. WhatsApp macht hierzu keine offiziellen Angaben.

Es ist aber nicht so, dass WhatsApp einfach auf unsere Chats zugreifen kann. Es ist auch nicht so, dass es keine Verschlüsselung gibt. Ganz im Gegenteil.

Skandalös sei aber, dass WhatsApp sensible Chatinhalte über die Meldefunktion an Drittfirmen weiterleitet und nicht komplett selbst überprüft. Eine durchaus nachvollziehbare Kritik.

Experten uneinig: Verstoß gegen Verschlüsselungsversprechen?

Die bloße Meldefunktion inklusive der Weiterleitung weniger Nachrichten verstoße laut weiterer Experten aber ganz sicher nicht gegen die eingesetzte Verschlüsselung und sei letztlich mit einem Screenshot zu vergleichen. Das wäre auch meine Sicht auf die Dinge.

ProPublica mahnt außerdem an, dass WhatsApp alle möglichen Metadaten wie Profilfoto, Telefonnummer, Statusnachricht und sogar den Akkustand des Telefons sammelt. Keine andere Chat-App würde sich so umfangreich bedienen, wie es WhatsApp tut.

Meine Meinung: WhatsApp kann keine Nachrichten von uns lesen, wenn wir diese nicht selbst freigeben. Das kann eben über die Meldefunktion geschehen, was in der Natur dieser Funktion liegt. Auch das ausgiebige Auslesen der Metadaten sollte kaum verwundern und ist meines Erachtens längst ein alter Hut. Wer volle Privatsphäre will, sollte nicht den Messenger eines gewinnorientierten Unternehmens nutzen, dass diese Apps kostenlos anbietet.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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2 Kommentare

  1. Eindeutiger bullshit es ist ganz klar ein Vertrauensbruch! Es wird hier verharmlost! Der Algorithmus meldet auch fehlerhafte Inhalte die dann zu Überprüfung gemeldet werden alleine die Tatsache dass der Messenger die Chats mitlesen kann ist für mich ein Grund den Messenger zu wechseln daher werde ich in 24h kein WhatsApp mehr nutzen! Es ist absolute Frechheit und ich glaube garnix was Facebook sagt wer weiß was hinter deren Toren noch so alles abgeht!

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