Wie mir Smartphones und Co fast meine größte Leidenschaft genommen haben

Bild: Mario Klötzer

Es ist mal wieder Zeit für eine kleine Anekdote aus meinem Leben, die diesmal aber eher die Kehrseite der coolen und smarten Technik zeigt, über die wir hier täglich berichten und schreiben. Vor allem Smartphones haben mein Leben extrem bereichert, ich kann dank dieser coolen Teile sogar mein Leben finanzieren und muss dafür nicht mal vor die Tür gehen. Wer will das nicht? Ohne Zeitdruck früh an den Arbeitsplatz, egal wie man aussieht oder ob man überhaupt Hosen an hat. Das ist die echt coole Seite als Blogger oder generell als selbstständiger Unternehmer, man kann sich seine Zeit meist recht frei einteilen. Doch das Leben als Tech-Blogger hat auch seine schlechten Seiten, die sich aber eher schleichend bemerkbar machen.

Draußen gespielt, doch dann kam der Computer

Als Kind war ich glücklicherweise noch in einer Zeit aufgewachsen, in der die Natur noch wichtiger als ein flackernder Bildschirm war. Als Stöpsel habe ich im Fußballverein gekickt und im heranwachsenden Alter (5. – 9. Klasse) waren wir im Sommer so gut wie jeden Tag „aufm Südplatz“ und haben bis zur Erschöpfung Fußball gespielt. Davor gabs für uns auch noch Wald und Wiesen, Fernseher und Computer waren noch nicht so richtig interessant.

Irgendwann war es dann aber vorbei, da daheim der Computer und die Xbox standen, womit man sich vor allem als Teenie ultrabequem den ganzen Tag unterhalten kann. Es war auch die Zeit, in der sich DSL-Anschlüsse stark verbreiteten. Multiplayer-Games den ganzen Tag! Ziemlich genau mit Ende meiner Schulzeit (16 Jahre alt) nahm der Computer noch deutlich mehr Raum in meinem Leben ein, Fußballplätze habe ich nur noch auf dem Bildschirm in FIFA betreten.

In der Zeit meiner Ausbildung war der PC die Nummer 1 in meinem Leben. Den ganzen Tag in der Schule (war eine schulische Ausbildung) vor dem Ding gehangen und danach ging es mit Freunden heim an den Rechner zum Zocken. Der erste Job nach der Ausbildung verlief ähnlich, den ganzen Tag im Büro vor dem Rechner gehangen und danach daheim natürlich auch.

In der Zeit zwischen 9. Klasse und Zivildienst (nach dem ersten Job) bin ich auch richtig fett geworden. Davor hatte ich als junger Bub noch ein schlankes Gesicht und war eigentlich ganz gut gebaut. Tja, das war einmal. So richtig täglich körperlich betätigen musste ich mich nur noch im Zivildienst, die einzigen neun Monate im Zeitraum von 2005 bis 2014.

Nach dem Zivildienst hat das mit der Bloggerei direkt übergreifend angefangen. Ich wollte das unbedingt zu meinem Job machen, sicherlich auch weil es so kuschelig bequem ist.

Irgendwann zahlt es der Körper zurück

Fünf Jahre sitze ich nun täglich locker 14 Stunden vorm PC oder eben auf der Couch mit dem Notebook und muss für den Arbeitsweg nicht mal das Haus verlassen. Die knapp fünf Jahre davor ab dem Schulabschluss waren ähnlich. Das ist alles andere als gesund. Die Muskulatur baut ab, der Körper nimmt zu, wenn man gar nichts macht.

Lange fühlte ich mich wohl, bis zum Anfang des letzten Jahres. Wenn man bei jedem Umzug nach 30 Minuten nicht mehr kann, schon das Schnüren von Schuhen zur Anstrengung wird, ist es einfach zu viel. Meine damals großteils eher fettige Ernährung hat natürlich zum körperlichen Abbau ordentlich zu beigetragen.

Ich hab mir schön Toastbroat mit Salami den ganzen Tag reingezogen. Ist mit einem Toaster schön bequem, macht aber fett. Jahrelang hatte ich ca. 95 Kg auf der Waage stehen, dann hab ich aber noch mal in kurzer Zeit 10 Kg draufgehauen und habe spürbar körperlich abgebaut. Es war eben ein schleichender Prozess, der sich aber mit einem Schlag bemerkbar macht.

Die größte Leidenschaft fast verloren

So schnell vergeht die Zeit. Mein letzter richtiger Kick war locker über 9 Jahre her, nur in meiner Ausbildung haben wir ab und zu im „Schulsport“ noch Fußball gespielt. Glücklicherweise habe ich 2013 neue Leute kennengelernt, die eigentlich auch gern Fußball spielen und das ab und an im Sommer taten. Im Frühjahr 2014 gings dann los, Fußballschuhe gekauft und wieder gegen den Ball getreten. Nach bald 10 Jahren ohne ständige Bewegung war das für meinen Körper nach dem ersten Kick wahrscheinlich schon eine Nahtoderfahrung.

Seit dem vergangenen Jahr spiele ich wieder jede Woche Fußball. Vom Standfußball mit Freizeitkickern wurde es inzwischen zum Kick mit verschiedenen Gruppen, welche auch regelmäßig an Turnieren teilnehmen. Vor einem Jahr konnte ich mich nach 90 Minuten Fußball fast eine Woche kaum ohne Schmerzen bewegen, heute würde ich nach einem Kick am nächsten Tag am besten gleich wieder bis zur Erschöpfung spielen. Aktuell kann ich zweimal jede Woche spielen, manchmal sogar mit nur einem Tag Pause zwischendrin.

Egal ob es mal gut oder schlecht läuft, ich habe jeden Tag Bock auf Fußball. Über die letzten bald 12 Monate habe ich deutlich gemerkt, wie mir mein Job und die damit einhergehende Bequemlichkeit fast meine größte Leidenschaft geraubt haben. Ich liebe Fußball, vor allem wenn ich selbst spiele. Endlich beschränkt sich dieser Ballsport bei mir nicht mehr nur auf FIFA 15 auf der Xbox.

Aktuell muss ich oft daran denken, wie es wohl mit dem ultrabequemen Weg gelaufen wäre. Ich schätze die Toastbrot-Industrie hätte dank mir einen Boom erlebt und ich könnte Fett für Brustimplantate in großen Mengen verkaufen. Ein Glück kam es anders. Man muss halt nur mal aufstehen und am Anfang einige Schmerzen einstecken können.

Die Moral von der Geschicht‘

Ui, sind ja doch ein paar Wörter mehr geworden als geplant, doch ich wollte das einfach mal loswerden. Am Ende steht für mich klar fest: Wenn ihr schon als Kind einen Sport gern betrieben habt, dann macht das auch im „höheren Alter“ einfach weiter. Geht raus, bewegt euch! Lasst euch nicht von Bloggern, YouTube-Teenies oder sonst wem erzählen, dass es geil ist, den ganzen Tag Videogames zu zocken. Gerne nebenbei, als Mittel zur Unterhaltung, nur nicht als Ersatz für eine fast vergessene Leidenschaft. Glaubt mir, wer ähnlich wenig Bewegung im Job hat wie ich, sollte sich dringend einen Ausgleich suchen, sonst könnt ihr euch mit 30 nicht mehr richtig bewegen. Egal ob kräftig oder schlank gebaut.

Smartphones und andere Consumer-Elektronik sind cool, sie sollten nur nicht unser komplettes Leben vereinnahmen.

(Bild Mario Klötzer)

  • Martin Liersch

    Danke für diesen offenen Artikel! Gebe dir da vollkommen recht und bin froh zu lesen, dass du die Kurve gekriegt hast :)

  • Ronny F

    Danke Denny! Schön das du etwas ansprichst was sicher einige durchgemacht haben, Ich inklusive.

  • Hut ab!

    Top Text sowie ein schonungsloser Kommentar, weiter so.

  • Bengt

    Ging mir ähnlich, aber ich hab etwas vollkommen neues angefangen und mit Kickboxen begonnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten freu ich mich mittlerweile auf jede Trainingseinheit :)

    • Aller Anfang ist schwer, nach den ersten „Versuchen“ hatte ich keinen Bock mehr, weil ich Schmerzen in sämtlichen Regionen meines Körpers hatte.

  • reraiseace

    Ehrliche Worte. Das kommt mir auch bekannt vor. Bloggen kann einem schon viel Raum wegnehmen. Bewegung ist wichtig, alleine schon, um den Körper in Gang zu bekommen.

    Freut mich, dass du die Kurve bekommen hast :)

  • Quantentoast

    das habe ich letztens gemeint mit video spielen, einfach eine riesen zeit verschwendung. Denny mach dich fit

    • das würde ich so zwar nicht sagen, es kann aber viel zu viel werden

  • Quanti

    Geh doch schwimmen, kann ich dir empfehlen. Ist besser für die Gelenke und sehnen.

    • du glaubst gar nicht wie schwierig das hier sein kann, da mehr Nachfrage als Angebot

    • Marc J.

      Leider führt schwimmen, bedingt durch den schnellen Wärmeentzug und damit einhergehender hohen Energieumwandlung, zu starkem Heißhunger.
      Radfahren ist daher Fall besser geeignet.

  • Lassitter

    Freut mich, dass du den Sport wieder für dich entdeckt hast. Der Mensch braucht einfach ein gewisses Maß an Bewegung, sowohl für den körperlichen als auch für den seelischen Ausgleich. Zieh das durch Denny – weiter so!

  • Google Now hat mir heute diesen Artikel zum lesen vorgeschlagen. Erschreckend und faszinierend zugleich, mir genau diesen Artikel vorzuschlagen. Ich kann alles was Du geschrieben hast, aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Mein Körper hat irgendwann auch „HALT“ geschrien. Die Warnzeichen habe ich zum Glück ernst genommen und bin dann vom Sportmuffel zum Leistungssportler mutiert. Es gibt nun mal nichts wichtigeres als die eigene Gesundheit. Es ist schön zu lesen, dass auch Du die Kurve bekommen hast.

  • Felix Theis

    Deine Worte haben mich angesprochen, auch wenn ich selber nicht das Problem mit dem Gewicht habe.
    Ich war nie Blogger, wollte das auch nie sein, vor Jahren saß ich aber auch fast nur vorm PC und könnte nichts mit meiner freien Zeit anfangen. Ich habe viel verdrängt, was mir vorher wichtig war, wie Natur oder Sport.

    Seit dem ich aber wieder rausgehe geht es mir doch viel besser. Ich hoffe die Jugend, die heute mit viel mehr Technik, als wir in den 90ern, liest den Artikel ung geht nach draußen!

    • Die Jungend wird zum großen Teil auch hier verfetten, obwohl wir uns immer über Amerikaner lustig gemacht haben.

  • Arbare

    Bin zufällig auf den Artikel gestoßen und bin ehrlich gesagt verwundert, dass Sie es zu einen so Weit gebracht haben… Der ganze Text ist mit leeren Fullwörtern, falschem Konjunktiv, fehlenden Kommatas und ständiger Wiederholung gleicher Wörter übersät. Ein Thema mit viel Potential, nur leider wirklich nicht sehr unterhaltsam geschrieben. Sicher muss man als Tech-Blogger keine Bestseller veröffentlichen, wer aber vom Schreiben von Artikeln lebt, sollte zumindest jenes beherrschen und mehr können, als lediglich die technischen Daten eines neuen Smartphones runterzurattern.

    • DftT

      Natürlich wären Sie ein eloquenter Schreiberling, Literaturnobelpreisverdächtig, zumindest I-Bachmannpreisträger. Aber tatsächlich will im W3 keiner ihre Absonderungen lesen, Genie ohne Bühne, tja schade eigentlich.

      >

    • Ich war in der Schule meist nur körperlich anwesend, habe eine fast nutzlose Ausbildung absolviert und studieren wollte ich sowieso nie. Habs aber trotz einiger Fehler geschafft. Wer nur über andere lachen kann, ist charakterlich nicht der Rede wert. Kritik nehme ich gern entgegen, wenn sie nicht beleidigend eingeleitet wird, wie das hier der Fall war.

    • Marc J.

      „dass Sie es zu einen so Weit gebracht haben…“

      Glashaus / Steine ;-)

  • Pokoyo

    Diese Erkenntnis hat mich auch schon seit einer weile beschlichen… Und seit we mit einem heftigen Hexenschuss wieder darauf aufmerksam gemacht,
    mich wenigsten etwas sportlich zu betätigen. Morgens 10min. Frühsport sollten also drin sein.

    Jetzt warte ich erst einmal auf meinen bestellten Sitzball…. :D

  • Alex

    Überred mal bitte Daniel, dass er auch so einen kleinen schönen Text von sich gibt! :D