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Wish kickt Nutzer wegen Rückerstattungen raus, fordert aber neue Einkäufe

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

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In den letzten Monaten ist es um Wish wieder ruhiger geworden, der populäre Smartphone-Shop für allerlei Chinaprodukte schaltet deutlich weniger Werbung in Deutschland. Jetzt fällt Wish damit auf, dass man Nutzer aus der eigenen App verbannt, welche die „großzügigen Richtlinien für Rückgabe und Rückerstattung“ missbrauchen. Darüber informiert derzeit die Verbraucherzentrale, hat aber auch noch offene Fragen.

„Dein Konto wurde wegen übermäßig vieler Rückerstattungen markiert“, heißt es in der Nachricht, die seit einiger Zeit immer mehr Wish-Kunden erhalten. Tatsächlich gehören Widerrufe und Rücksendungen wegen minderwertiger Qualität, falscher Größenangaben oder abweichender Produktbeschreibungen oft zum Online-Shopping bei Wish dazu. Das zeigen exemplarische Testkäufe des Brandenburger Marktwächter-Teams im vergangenen Jahr sowie Verbraucherbeschwerden im Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen.

Was genau Wish unter „übermäßig vielen Rückerstattungen“ versteht, bleibt im Dunkeln. Einige Verbraucher berichten, vor ihrer Sperrung nur einen einzigen Kauf zurückgesendet zu haben. Unabhängig davon, aus welchen Gründen die gesperrten Kunden Waren zurückgesendet haben, sind Rücksendungen grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen gesetzlich erlaubt.

Vorgewarnt vor einer Sperre wird übrigens nicht, heißt es im Bericht. Nutzer können mangels Kontaktmöglichkeit gar nicht auf Wish zugehen, geschweige denn einen detaillierten Grund für ihre Sperrung in Erfahrung bringen. Shops wie Wish sind in vielerlei Hinsicht undurchsichtig und bei Fragen für Kunden oftmals nur schwer erreichbar.

Eine Vorwarnung gibt es den Betroffenen zufolge nicht. Dabei hat die fehlende Kontaktmöglichkeit weitreichende Konsequenzen. „Ist das Kundenkonto einmal von Wish markiert, haben Verbraucher keine Möglichkeit mehr, noch offene Bestellungen zurückzusenden, Mängel zu reklamieren oder etwa verlorengegangene Lieferungen zu melden“, erklärt Dr. Kirsti Dautzenberg, Teamleiterin Marktwächter Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Kunden laufen somit bei jeder Bestellung Gefahr, dass Wish sie daran hindert ihre Käuferrechte wahrzunehmen.“

Wish fordert zu weiteren Einkäufen auf

Wish ruft seine Kunden dazu auf, trotz Sperrung des Kundenservices weiter auf der Plattform einzukaufen. Denn nur durch eine ebenfalls unbekannte Anzahl an weiteren Käufen können Verbraucher den „guten Ruf“ ihres Kontos wiederherstellen und den Zugang zum Kundensupport reaktivieren.

Für uns klingt das also nach einer Masche, die Nutzer zu weiteren Käufen zu animieren, aber gleichzeitig die Quote für Rückerstattungen zu senken. Letzteres ist kaum möglich, wenn ein Shop ziemlich viel minderwertige Massenware anbietet, die in erster Linie mit extrem günstigen Preisen lockt.

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