Falls ihr euch aktuell auf Social Media bewegt, seid ihr an einer beeindruckenden neuen Technologie vermutlich nicht vorbeigekommen: ChatGPT. Dabei handelt es sich um einen Chatbot mit Künstlicher Intelligenz, der so gut wie jede Frage beantworten kann.

Ganz so neu ist die Technologie eigentlich nicht. Schon seit 2021 bietet die Firma Open AI mit GPT-3 ein Sprachmodell an, das mit wenigen Befehlen in natürlicher Sprache Texte in ganz beliebiger Form produziert: etwa als Blogpost, E-Mail, Liste oder Songlyrics.

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Quelle: Twilio

Warum ChatGPT plötzlich so durch die Decke geht, ist leicht zu verstehen. Das Webinterface ist nicht mit verwirrenden Reglern wie bei GPT-3 überladen, es gibt nur ein schon aus anderen Apps gewohntes Textfeld. Es fühlt sich an, als würdet ihr mit eurem besten Kumpel chatten.

KI versteht Antworten und kann sich erinnern

Außerdem könnt ihr mit dem Chatbot schrittweise kommunizieren und Bezug auf ältere Nachrichten nehmen. Schließlich ist ChatGPT zumindest aktuell noch völlig kostenlos, Registrierung vorausgesetzt.

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Datensatz endet 2021

ChatGPT nutzt den gleichen Datensatz wie GPT-3, der im September 2021 seine letzten Informationen erhalten hat. Auf aktuelle Ereignisse kann der Chatbot also nicht eingehen. Trotzdem gibt das KI-Tool einen Einblick in die neue Art der Informationsbeschaffung.

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Die KI kann zwar keine aktuellen Daten abrufen und ja, hin und wieder produziert sie überzeugenden, allerdings faktisch falschen Buchstabensalat. Unterm Strich hauen die Ergebnisse aber die meisten Tester komplett um – mich eingeschlossen.

Es gibt unzählige Beispiele für Anwendungsbeispiele eines solchen Sprachmodells. Besonders beliebt ist ChatGPT aber in der Entwicklerszene. Die müssen jetzt nicht mehr nach irgendwelchen Codeschnipseln in Foren und Blogs suchen, die KI produziert den zugeschnittenen Code in wenigen Sekunden.

Google-Suchen mit KI-Power

ChatGPT ist erst Ende November 2022 veröffentlicht worden und schon in dieser kurzen Zeit hat die Entwicklercommunity so unfassbar viele neue Ideen entwickelt, wie ChatGPT unseren Alltag in Zukunft unterstützen könnte. Eine offizielle Programmierschnittstelle gibt es noch nicht, das hindert findige Bastler aber nicht daran, den Chatbot trotzdem in alle möglichen anderen Umgebungen einzubetten.

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Für die Antwort musste ich keinen Link klicken.

Mit am einleuchtendsten fand ich dabei die Idee, ChatGPT direkt in die Google-Suche einzubauen. Allzu viele Fragen, in denen man sich sonst in endlosen Threads verliert, könnten so schon auf der ersten Seite beantwortet werden. Das ermöglicht ein Chrome-bzw. Firefox-Plugin, das ihr ganz komfortabel über den Webstore installieren könnt.

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Das wird alles ändern

Kritik an ChatGPT ist angesichts des zwar bereits überwältigenden, aber immer noch deutlich ausbaufähigen Faktengehaltes auf jeden Fall angebracht. Nichtsdestotrotz bin ich fest davon überzeugt, dass wir uns schon jetzt an einem Umbruchspunkt befinden, an dem nicht nur wir, sondern vor allem auch Suchmaschinenanbieter wie Google überlegen müssen, wie wir uns in Zukunft Informationen beschaffen. Was das für Konsequenzen schlussendlich auch für Inhalteersteller haben wird, die so nicht mehr für Klicks auf ihre SEO-Antworten bezahlt werden, können wir nur spekulieren.

Falls ihr euch übrigens tiefergehend für das Thema interessiert: Drüben bei the-decoder.de schreibe ich zusammen mit fantastischen Kollegen noch mehr über Künstliche Intelligenz.

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