• Xiaomi warb beim Mi Band 5 mit einer immer verfügbaren Schlafaufzeichnung.
  • Diese springt in bestimmten Fällen aber gar nicht an.
  • Jetzt muss der Hersteller Strafe zahlen.

Das Xiaomi Band 6 ist jetzt schon einige Zeit auf dem Markt und wahrscheinlich dauert es auch nicht mehr Ewigkeiten bis zur Vorstellung des Xiaomi Band 7, doch ausgerechnet das Xiaomi Mi Band 5 fällt dem chinesischen Tech-Riesen jetzt auf die Füße. Berichten zufolge wurde Xiaomi von einer Pekinger Behörde zu einer Geldstrafe von 80.000 Yuan (umgerechnet etwa 11.100 Euro) verurteilt – was sicherlich angesichts der rund 40 Milliarden Euro, die der Konzern jährlich umsetzt, verkraftbar ist.

Konkret wurde die Geldstrafe wegen einer ungenauen Beschreibung von Produktfunktionen und eines daraus resultierenden Verstoßes gegen das Werbegesetz verhängt. Auf der Webseite des Xiaomi Mi Band 5 in der NFC-Version sei nämlich behauptet worden, dass das Wearable eine Funktion zur „24-Stunden-Schlafüberwachung“ besitze.

Schlafüberwachung geht nicht 24 Stunden

Allerdings besteht das Feature tatsächlich aus zwei Teilen: der Aufzeichnung des Nachtschlafs und der Aufzeichnung kürzerer Schlafeinheiten wie eines Nickerchens am Nachmittag.

Dauert der Nachtschlaf jedoch weniger als 60 Minuten, werde er vom entsprechenden Aufzeichnungsmodus nicht berücksichtigt. Der Schlafaufzeichnungsmodus für spontane Einheiten zeichne Phasen von weniger als 20 Minuten nicht auf. Unterm Strich heißt das, dass die von Xiaomi beworbene „24-Stunden-Schlafüberwachung“ unter bestimmten Umständen keine Daten liefert.

Jetzt kann man hierin Korinthenkackerei sehen, einem Unternehmen der Größe Xiaomis traut man aber zu, über genügend Expertise zu verfügen, dass solche Fehler nicht passieren. Noch schlimmer wäre es natürlich, wenn Xiaomi das mit Absicht missverständlich formuliert hätte. Was glaubt ihr? 

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Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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1 Kommentar

  1. „wenn Xiaomi das mit Absicht missverständlich formuliert hätte“
    Mal abgesehen von den Übersetzungsproblemen: das Wischiwaschi in den Warenbeschreibungen verbreitet sich bei allen Unternehmen wie die Pest und COV-19 zusammen, ein „Versehen“ ist da ausgeschlossen. Amazon ist wenigstens noch ansprechbar, wenngleich meist zwecklos.

    Die Bunnys sind von den eigenen Behörden verknackt worden, was *bei uns* die Frage aufwirft, weshalb *unsere* Aufsicht nicht längst gegen die bunten Märchenerzählungen von Samsung, Google, Apple oder eben Xiaomi vorgeht.

    Der Unterschied ist wohl: Die chinesische Regierung lässt sich von der Industrie nicht mehr aufkaufen, sondern achtet vermehrt auf Einhaltung der Regeln. Klar auf Kosten der persönlichen Freiheiten, aber irgendwas ist immer.

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