Zepp Play Football im Test: Der Tracker für Fußballspieler

Schon seit Jahren suche ich einen geeigneten Tracker für meine wöchentlichen Fußballaktivitäten, nun konnten wir mit dem Zepp Play Football ein geeignetes Gerät ausgiebig testen. Wer einfach nur geradeaus läuft und das auch noch an der frischen Luft, kann für ein relativ genaues Tracking einfach das Smartphone oder eine Smartwatch mit auf die Reise nehmen. Bei Sportarten wie Fußball wird es aber schon komplizierter, denn GPS-Tracking fällt in einer Halle weg und selbst unter freiem Himmel ist das so eine Sache.

Man bewegt sich im Fußball einfach nicht gleichmäßig genug, zudem sind die GPS-Tracker in Smartphones manchmal nicht genau genug und ein Smartphone während eines Fußballspiels bei sich zu tragen ist ohnehin nicht zu empfehlen. Die üblichen Tracker für die Arme sind zwar auch okay, spulen meiner Erfahrung nach aber deutlich zu viele Kilometer drauf und bieten eben auch ausschließlich rudimentäre Bewegungsdaten.

Und dann kam Zepp…

Schon für einige Sportarten bietet Zepp passende Tracker an, nun auch für Fußballer seit geraumer Zeit. Mir wurde ein Sensor zur Verfügung gestellt, nach kleinen Problemchen sogar ein zweites Gerät. Am Ende konnte ich nun zwei Sensoren ausprobieren, also pro Bein einen. Grundlegend bietet Zepp Play Football neben der Aufzeichnung der Fortbewegung an sich dazu auch mehr Details, es wird in Gehen, Laufen und Sprints unterschieden. Zudem zeichnet der Sensor eure maximale Geschwindigkeit auf, wie viele Schüsse ihr tätigt und schlussendlich die Schussstärke. Nutzt man zwei Sensoren, kann man auch wunderbar Statistiken darüber führen, welcher Fuß häufiger genutzt wird.

Zepp Play Football Test

Nicht nur das, ihr könnt auf Wunsch in der App weitere Daten zum Spiel hinterlegen, das Smartphone sogar zur Videoaufzeichnung für Highlights eines Spiels verwenden, ein laufendes Spiel an andere Nutzer freigeben und innerhalb der App die Sensoren mehrerer Spieler und daher eines ganzen Teams verwalten. Der Funktionsumfang ist also durchaus umfangreich, für einzelne Nutzer sind dann aber natürlich nur die grundlegenden Funktionen des Trackings interessant. Ich sehe den Tracker daher eher aus der Sicht des Hobbykickers, weniger aus der Sicht für den profesionellen Einsatz.

Der Sensor

Mit nur 38 x 27,2 x 7,2 mm ist der Tracker recht klein. Im Inneren befindet sich der Akku, ein Modul für Bluetooth, ein kleiner Datenspeicher und der Messsensor (3 Achsen Beschleunigung und 3 Achsen Gyro). Verstaut wird Zepp während des Spiels direkt an der Wade, dafür liegen im Lieferumfang zwei unterschiedlich große Sleeves bei. Über einen USB-Adapter wird der Tracker wieder mit Strom befüllt, der Hersteller verspricht bis zu 40 h Tracking mit einer Akkuladung.

Letzteres kann ich nicht auf die Stunde genau bestätigen, allerdings war ich mit einer Akkuladung viele Male spielen und musste in dieser Zeit nicht an den Strom. Meist habe ich so 10 % verbraucht, wenn der Tracker für ungefähr zwei Stunden aktiv war. Macht unterm Strich also vielleicht 20 h mit einer Akkuladung. Das läge zwar deutlicher unter der Angabe des Herstellers, ist allerdings für alltägliche Nutzung mehr als genug.

Die Tracker werden jeweils einem Bein grundsätzlich fest zugewiesen, in den Sleeves sind dafür zwei Schilder für Rechts und Links verfügbar, das nicht mehr benötigte wird natürlich entfernt. Ebenso liegen Aufkleber bei, um die Sensoren optisch ihrer Zugehörigkeit zu markieren. Es ist also an alle grundlegenden Details gedacht, sodass beispielsweise eine Zuordnung eigentlich nur einmalig erfolgt.

Zeppl Play Sleeve

Passform der Sleeves: XL muss ich benutzen, bei meinem Umfang von 41 cm sitzen sie recht eng. Natürlich gibt sich das nach einiger Zeit. Nach 17 Einheiten sitzen die Stutzen nicht mehr ganz so fest, allerdings noch immer fest genug. Sie rutschen also nicht ständig vom Bein. Ich denke sie halten je nach Intension bei mir ein ganzes Jahr durch, bis ich mir neue kaufen muss.

Die integrierte Tasche an der Innenseite umschließt den Tracker vollständig, sodass er definitiv nicht von alleine herausfallen kann.

App und Spielbetrieb

Hat man die Tracker aufgeladen, packt man sie in die erwähnten Sleeves. Aktiviert werden sie über die offizielle Android-App, dafür müssen in den letzten Android-Versionen zwingend Bluetooth + Standort aktiv sein. Zuvor legt man sich in der App ein Profil an, danach noch ein Spielerprofil. In meinem Fall werden beide Sensoren in der App registriert und meiner Person entsprechend zugewiesen. Kinderleicht und schnell gemacht.

Da ich insbesondere im Winter in der Halle keinen klassischen Spielbetrieb habe, zeichne ich die Ergebnisse der Spiele nicht auf, auch erstelle ich kein gesondertes Training. Bei mir wird ein schnelles Spiel gestartet, beide Sensoren aktiviert und ab auf den Rasen (oder das Hallenparkett). Neben dem erwähnten Training lässt sich ein Spiel innerhalb der App auch in zwei Halbzeiten aufteilen, zudem kann man über die Kamera des Smartphones sogar Highlights des Spiels wie Fouls, Tore usw. aufzeichnen sowie entsprechend markieren.

Letzteres nutzte ich allerdings nie, denn dafür müsste jemand permanent das Smartphone in der Hand haben (oder im Stativ) und Szenen während des Spiels als Highlights entsprechend markieren. Nur markierte Szenen werden nämlich gespeichert. Eine Komplettaufnahme des Spiels wäre daher cool und nützlich, damit ich die Videos im Nachhinein entsprechend bearbeiten bzw. die wichtigen Szenen des Spiels markieren kann.

Nach einem Spiel synchronisiere ich die Daten und schaue sie mir an. Schüsse, wie viele und mit welchem Fuß, wie viel Wegstrecke bin ich gelaufen und wie oft davon im Sprint? Diese Daten spuckt Zepp für mich fein säuberlich aus. Für mich ganz interessant, wenngleich nicht entscheidend. Ich mag einfach die Statistik, auch um mein Leistungsniveau mit Hardfacts verfolgen zu können.

Bin ich wenigstens viel gelaufen, wenn ich schon ständig am Tor vorbeigeschossen habe? Zepp bietet mir genau diese Infos, die ich persönlich für meinen sportlichen Ehrgeiz benötige. Und ja, in der Halle wird leider vieles nur als „Gehen“ ausgelegt, so faul bin ich eigentlich gar nicht.

Weitere Anmerkungen

  • Eine Anbindung an andere Fitness-Apps gibt es derzeit leider noch nicht, ich muss die gesammelten Daten noch per Hand in Google Fit übertragen. Hier darf gerne nachgebessert werden, wenigstens die zurückgelegten Kilometer samt Spielzeit hätte ich gern automatisch in Fit übertragen.
  • Leider muss man dringend ein Spiel vorher via App starten, damit die Sensoren die Daten aufzeichnen und schlussendlich zur Synchronisierung anbieten. Ein automatisches Erkennen der Aktivitäten scheint nicht möglich, das Smartphone muss vor dem Spiel also immer in greifbarer Nähe sein.
  • Eine Bearbeitung des Spielberichts ist im Nachhinein auch noch nicht möglich. Gerade in der Halle spielen wir viele kleine Spiele, daher keine zwei Stunden am Stück. Gern würde ich hier die insgesamt gemessene Zeit im Nachhinein an die tatsächlich Spielzeit anpassen. Statt zwei Stunden Tracking zum Beispiel auf 80 min Spielzeit (7 x 10 min + Aufwärmphase).
  • Spiele lassen sich öffentlich teilen, man kann also die aufgezeichneten Daten wie bei Runtastic online einsehen. Ein Beispiel findet ihr hier.
  • Habt ihr Freunde mit eigenen Trackern, können diese über ihre App auch einem von euch erstellten Spiel beitreten. Eine wirklich coole Idee.
  • Spiele lassen sich zu guter Letzt auch als Live Ticker ins Netz teilen, dafür müsste dann aber tatsächlich jemand ständig alle Aktionen mit der App quasi markieren. Geteilt werden hierbei auch Videosequenzen, insofern welche erstellt werden.

Zepp Play Live

  • Zu guter Letzt noch ein Hinweis dazu, dass man das Netzteil und die Stuzen jederzeit für je 14,99 Euro nachkaufen kann.

Fazit

Zepp eignet sich meines Erachtens für erfahrenere Spieler und auch Anfänger gleichermaßen. Man erhält die wichtigsten Daten und kann die eigenen Leistungen somit digital festhalten. Egal ob drinnen oder draußen. Der Preis von knapp 100 Euro geht meines Erachtens auch in Ordnung, ähnliche Fitness-Tracker kosten auch nicht viel weniger. Ich bin ziemlich zufrieden und kann Leuten mit ähnlichem Anforderungsprofil den Zepp Play Football empfehlen.

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  • Francis

    Besten dank für deinen Test!

    Mit „Tracker für die Arme“ meinst du GPS Uhren wie die TV680? Oder etwas anderes?

    Welche Uhren hast du schon getestet?

    Aber dann vergleichst du ja GPS-Tracker mit einem solchen Spezial-BT-Tracker. Nicht ganz passend, wie ich finde?

    Muss sich das Telefon in BT-Reichweite befinden oder speichert der Zepp Daten solange ab, bis er ein BT-Signal zur Übergabe entdeckt?
    Du schreibst ja, dass du nach dem Spiel syncst aber grundsätzlich ginge dies auch in Echtzeit (wenn jemand das Telefon hält).

    Wie genau sind die Kilometerangaben? Da du das ja an den GPS-Trackern bemängelt hast. Hast du das ggf. beim Joggen getestet?

    Freue mich über deine Antworten!

    • Moin. Mit Trackern für die Arme meine ich natürlich vergleichbare Geräte, die also über ähnliche Sensoren verfügen, nicht über GPS. Also Misfit, Mi Band usw.

      Nein, in Reichweite muss es nicht sein, der Tracker hat einen Datenspeicher und legt darauf alles ab. Nur Anfangs müssen die Geräte verbunden sein, damit man über das Smartphone dem Tracker quasi das Startsignal zum Aufzeichnen gibt. Bei der Live-Übertragung fehlen daher Daten wie Schusshäufigkeit oder zurückgelegte Wegstrecke.

      Bei der Genauigkeit gibt es ja das angesprochene Problem. Die Genauigkeit ist beim klassischen Laufen selbst bei billigsten Trackern gut, selbst das 20 Euro Mi Band hat da bei einfachen Wegstrecken gut abgeschnitten. Aber die sehr ungleichmäßigen Bewegungen konnte ich nicht gegenprüfen, zumindest nicht mit GPS.

      • Francis

        Danke dir für deine schnelle Antwort! Ich hatte mir mal die Uhr https://www.tipronet.net/gps-uhr-tv-680.html angeschaut und fand die spannend. Daher die Nachfrage. Das Mi Band hatte ich auch schon, hat aber zeitig den Geist aufgegeben, Akku wohl defekt gegangen. Bin gespannt, ob zepp noch Handball aufnehmen wird. Auf jeden Fall enorm spannend. Kannte die Firma vorher noch nicht!

  • Rene

    Besten Dank auch von mir. Muss ich 2×119,- ausgeben wenn ich beide Beine tracken möchte?

    • je Bein ein Sensor, anders gehts natürlich nicht

      • Rene

        Dann ist das Konzept aber noch nicht ganz für Fussballer ausgereift. Da ich ja nur 50% der Spieleraktionen tracken kann. Oder checkt der trotzdem einen Schuss mit dem anderen Bein?

        • Warum ist das nicht ausgereift? Ein Sensor links, ein Sensor rechts = beide Beine können getrackt werden. Wie sollte auch ein einziger Sensor beide Beine abdecken können?

          • Rene

            Hm? Meine Frage eingangs war ja, ob ich dann 2mal bestellen muss oder sind in einer Bestellung 2 Sensoren inklusive?

          • Ach, sorry, dann hatte ich das falsch verstanden. Man kauft immer einen einzelnen Sensor. Was ja, leider teuer ist.

          • Rene

            Hallo Denny, wenn ich also den Sensor am falschen Bein montiere, dann kommt es zu falschen oder nicht vollständigen Analysedaten?