Schon seit Jahren wird quasi dauerhaft darüber debattiert, wie wir in Deutschland eigentlich die Ladeinfrastruktur für Elektroautos im großen Maße dort realisieren wollen, wo keine Einfamilienhäuser stehen. Eine Lösung neben Wallbox und Ladesäule ist der Ladebordstein, der von Rheinmetall kommt und nicht von einem konventionellem Kfz-Unternehmen.
Rheinmetall hat den Ladebordstein einige Zeit getestet und 2025 konnte die Serienreife erreicht werden. Die Technik dahinter ist für den Außenstehenden leicht zu erkennen und ihr Vorteile sind es ebenso. Im Grunde genommen muss nur der normale Bordstein an Straßenparkflächen ausgetauscht werden, hier kommt dann der Ladebordstein rein.
Einige Vorteile gegenüber der Ladesäule
Der Ladebordstein ist für den Kunden wie eine Ladesäule konzipiert und bietet direkten Zugang zu normalen AC-Ladeanschlüssen. Anders als die Ladesäule benötigt der Ladebordstein keinen extra Platz, steht niemandem im Weg, auch nicht dem Rollstuhlfahrer. Gerade für enge Stadtstraßen ist diese Lösung ein großer Vorteil.

Ein weiterer Vorteil sei die Robustheit gegenüber Vandalismus, man kann den Ladebordstein maximal beschmieren oder darauf treten, wenn man sonst kein Werkzeug dabei hat. Und umfahren mit dem Auto kann man den Ladebordstein auch nicht, bei normalen Säulen kommt das hingegen schon mal vor.
Ladebordstein: Angebot wächst derzeit nur langsam
Bislang wurden über 150 Ladebordsteine für den öffentlichen Raum und Geschäftsparkplätze ausgeliefert. Aktuell sind diese Lademodule bereits in Städten wie Köln, Düsseldorf, Dortmund, Neuss, Nörvenich und Braunschweig im Einsatz. In Düsseldorf planen die Stadtwerke für das kommende Jahr die Errichtung von 50 bis 100 weiteren Einheiten.
Über LEDs werden auch beim Ladebordstein signalisiert, ob ein Ladevorgang läuft, abgebrochen wurde oder der Ladeanschluss frei bzw. bereit ist:

Schlussendlich funktioniert der Ladebordstein wie jede andere Ladesäule auch: AC-Laden mit maximal 22 kW und mit der Aktivierung per Rfid, QR-Code oder direkt mit einer App des Betreibers, zum Beispiel mit der App des Netzbetreibers oder ein anderem Ladetarif-Anbieter.
Mir würden direkt bei uns in der Innenstadt unzählige Straßenzüge einfallen, wo der Ladebordstein wohl die beste Lösung wäre. Attraktiver für die Städte wird außerdem eine neue Version, die über eine integrierte Parksensorik verfügt, um Fehlbelegungen der Parkplätze automatisch zu erkennen.
Man könnte auch deutlich mehr Ladebordsteine verbauen im Vergleich zu Ladeanschlüssen in Straßenlaternen, um in einem Straßenzug deutlich mehr Anwohner versorgen zu können.
Neue Version geplant, auch Privatkunden könnten profitieren
Rheinmetall plant außerdem eine spezielle Einsteckhilfe soll die Bedienung für Personen mit eingeschränkter Mobilität weiter vereinfachen und man prüft derzeit bereits, ob der Ladebordstein künftig über Kooperationspartner auch direkt an Privatkunden verkauft werden könnte.
Eine weitere Chance, dass der Ladebordstein zukünftig in mehr Städten zu finden ist, ist ein potenzieller Verkauf der gesamten Automotive-Sparte von Rheinmetall, wofür wohl schon Verhandlungen laufen. Ein Projektmanager der Stadtwerke Düsseldorf brachte es meines Erachtens auf den Punkt: Der Ladebordstein sei ein „perfektes Mittel zur Nachverdichtung der vorhandenen Infrastruktur“
Hier noch ein Video zum Ladebordstein:
