BYD hat eine neue Version seines Elektro-Flaggschiffs U7 vorgestellt, das unter der Marke Yangwang vertrieben wird. Dabei setzt der aktuelle Elektroauto-Marktführer auf eine Batterie, die man bei NIO gerade erst aufgegeben hat. Die hohe Reichweite, die nun nach CTLC-Werten im vierstelligen Bereich liegt, erreicht man vorrangig durch den sehr großen Akku.
Das neue Flaggschiff schafft laut Hersteller eine CLTC-Reichweite von 1.006 Kilometern, dafür wird ein 150,01 kWh großer Akku integriert. Wer sich für den kleineren 135,5 kWh Akku entscheidet, kommt noch maximal 860 Kilometer weit. Die WLTP-Werte sind natürlich geringer, das sind dann aber immer noch 825 Kilometer bzw. über 700 Kilometer beim kleineren Akku.
Reichweite reicht gerade mal an deutsche Modelle heran, die deutlich kleinere Akkus haben
Auch wenn die Fahrzeuge nicht perfekt vergleichbar sind, so schaffen rund 800 Kilometer auch Modelle wie der Mercedes CLA EQ und der BMW iX3, die deutlich weniger Akkukapazität mit an Bord haben (84 bzw. 108 kWh). BYD ist hier also technisch kein anderes Level. Ganz im Gegenteil, man setzt sogar auf die günstigere LFP-Technologie bei der Zellchemie.
BYD setzt auf eine kombinierte Systemleistung von bis zu 1.300 PS, dafür sind vier Permanentmagnet-Synchronmotoren integriert. Damit wird man in weniger als 3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können, obwohl schon allein der Akku über 900 Kilogramm an Gewicht mitbringt. Insgesamt beträgt das Leergewicht des Yangwang U7 je nach Ausstattung mindestens 3.095 Kilogramm.
Das ist eine Flaggschiff-Limousine, die wird langfristig auch nach Europa kommen und sicherlich ihre Kunden finden. BYD hatte schon vor einer Weile angekündigt, mit Marken wie Yangwang und Denza international angreifen zu wollen. Derzeit bewirbt die globale Webseite von Yangwang jedoch nur den U9 Extreme, ein elektrisches Hypercar mit über 3.000 PS Systemleistung.
Mercedes, AMG und BMW legen mit neuen Modellen nach
Wer die erwähnten Reichweiten sehen möchte, der kann auch auf deutsche Fabrikate zurückgreifen und wird ab 2026 aus einem noch größeren Angebot wählen können. Mercedes plant die C-Klasse EQ und BMW den ersten i3 (jeweils über 800 Kilometer WLTP), auf absehbare Zeit wird es auch von AMG ein viertüriges Coupé geben und es zeigt sich schon ein vollelektrischer M3 am Horizont.
Die erste Bewährungsprobe für den „normalen“ Kunden könnte der GLC EQ mit AMG-Badge sein, da ist die Rede von über 900 PS Gesamtleistung.
Auch wenn die BYD-Marke erst mal beeindruckend wirken mag, sie ist nicht den deutschen Angeboten weit voraus. Da muss man schon mal eine Lanze für die deutschen OEMs brechen, die inzwischen aufgeholt haben. Wenn ich heute auf die BYD-Seite gucke, wird mir in Deutschland kein Elektromodell angeboten, das über 600 Kilometer WLTP bietet, nicht mal der teure Denza Z9 GT.

Ich denke mal einen CLA EQ kann man nicht mit einem 1300PS Auto in der Luxusklasse vergleichen. Mal sehen ob Mercedes dann auch eine AMG S-Klasse mit derartigen Leistungen (nicht das man diese bräuchte) herausbringt die auch über 800km WLTP schafft.