Oft ist von „china speed“ die Rede, wenn es um chinesische Autohersteller wie BYD geht, denn sie reagieren mit neuen Modellen extrem schnell auf den Markt. Auch bei Bereitstellung neuer Werke sind die Chinesen gerade schnell, wobei sich das erste europäische BYD-Werk doch etwas verzögert hat.
Während OEMs wie Xpeng noch auf eine Drittanbieter-Produktion zurückgreifen, der VW-Partner lässt Fahrzeuge für Europa bei Magna in Österreich fertigen, realisieren BYD und Co. lieber eigene Werke. In Ungarn ist in den letzten Jahren das erste große Werk entstanden, wo für die EU bestimmte Modelle hergestellt werden.
BYD geht diesen Schritt, um einerseits deutlich näher am europäischen Kunden zu sein, aber auch um die bekannten Zollprobleme zu umgehen. Werden die Fahrzeug ein der EU gefertigt, können Hersteller wie BYD günstigere Preise bieten bzw. eine höhere Marge realisieren. Fahrzeuge wie der Xpeng P7+ zeigen bereits, was da preislich möglich sein kann.
Produktion in Europa für Europa: BYD kann mit günstigeren Preisen attackieren
Für die BYD-Modelle zahlen wir in Europa derzeit ca. 100 Prozent Aufschlag (oder mehr) im Vergleich zu den Preisen in China. Zwar werden wir nie so günstige Fahrzeuge wie dort bekommen, aber BYD wird bei seinen Elektroautos in Zukunft sicherlich aggressiver im Preis sein, um den Markt endlich mehr an sich zu reißen.
BYD wird jedenfalls im ersten Quartal 2026 mit der Probeproduktion in seinem ersten europäischen PKW-Werk in Szeged, Ungarn, beginnen. Der Start der Massenproduktion ist für das zweite Quartal 2026 angesetzt, basierend auf Informationen von BYD Europe und chinesischen Medienberichten vom Dezember 2025. Ursprünglich war der Herbst 2025 geplant.
BYD will alle für Europa angebotenen Modelle direkt in Europa produzieren, darunter der noch recht neue Atto 2. In den letzten Monaten hieß es auch, dass sogar der Dolphin Surf Mini, das bislang günstigste Elektroauto von BYD, ebenfalls in Ungarn gefertigt werden soll. Mal sehen, ob man dann dauerhaft unter die 20.000 Euro gehen kann.
Abgesehen vom neuen Werk will BYD in Europa 2026 richtig in die Vollen gehen. Das Händlernetz wird drastisch erweitert, man bringt neue Premium-Marken wie Denza nach Europa und es wird die Ladeinfrastruktur mit Megawatt-Schnellladen aufgebaut. Neue Highlights, darunter ein vollelektrischer GTI-Jäger, runden die Europapläne von BYD ab.
