In den letzten Jahren hat sich das Laden von Elektroautos an öffentlichen Ladepunkten zu einem teuren Wirrwarr entwickelt. Aber ausgerechnet ein Ölkonzern macht es vor, was sich alle Elektroauto-Fahrer wünschen.
Derzeit ist es doch so, dass man an einen öffentliche Schnelllader fahren kann und beim Ad-Hoc-Laden richtig viel Geld je Kilowattstunde zahlt. Es kann auch vorkommen, dass man mal schnell bei 80 Cent oder mehr ist, während der private Haushalt weniger als 30 Cent zahlt. Ein riesige Diskrepanz, wenn doch langfristig alle elektrisch fahren sollen, aber nur ein geringer Anteil der Leute tatsächlich daheim laden kann.
Weil die Ad-Hoc-Preise einfach viel zu hoch sind, muss man sich eine Ladekarte besorgen. Oder eigentlich gleich mehrere, denn auch die Roaming-Preise sind teilweise extrem frech. Es kann sein, dass ich mit einer Ladekarte eines Anbieters, zum Beispiel vom Fahrzeughersteller, trotzdem über 70 oder 80 Cent bezahle, weil sich Kartenanbieter und Anbieter der Ladestation nicht „grün“ sind.
Ein fairer Ad-Hoc-Preis, der sich von der Straße aus ablesen lässt
Jedenfalls macht gerade zumindest ein Ölkonzern vor, wie Schnellladen in Deutschland funktionieren kann und wie man Tankstellen auf die Zukunft vorbereitet. Jet wird besonders dafür gelobt, dass die Ladepreise nicht nur wie der klassische Benzinpreis gut sichtbar kommuniziert wird, sondern der Ad-Hoc-Preis auch noch wirklich „fair“ im Vergleich zum restlichen Markt ist.
Jet zeigt den Preis für das Schnellladen („Stream“) an der Tafel an, die bislang vor allem Spritpreise angezeigt hat. Außerdem hat Jet mit 49 Cent immer noch sehr niedrige Ad-Hoc-Preise. „Und ausgerechnet ein Mineralölkonzern macht’s vor“, liest man da in den Kommentarspalten, was ich nicht treffender formulieren könnte.
Ein solches System würde der Elektromobilität wirklich gut tun, aber es ist die seltene Ausnahme und zumindest in Deutschland kein Standard. Die Anzeige wäre dann auch hilfreich, wenn die Betreiber der Ladestationen auf flexible Preise setzen.
Ich bräuchte die Anzeige an der Tafel jetzt nicht zwingend, aber die faire Preisgestaltung wäre für den deutschen Markt schon mal notwendig. Zwar hat man eingeführt, dass Ladestationen direkt Zahlkarten unterstützen müssen, aber dafür sind die Preise umso unfairer geworden. Wer zu den Ad-Hoc-Preisen lädt, bestraft sich selbst.
