Volkswagen hat vor einigen Jahren sehr optimistisch und rasant auf Elektroautos gesetzt, doch der Markt in China bevorzugt längst eigene Hersteller und in Europa setzt sich das Elektroauto nur langsam durch.
Ein paar Jahre später hat sich das große Problem herauskristallisiert: VW und einige Marken haben zu stark und zu schnell auf das Elektroauto gesetzt. Es wird die Zukunft sein, das steht außer Frage. Aber der Weg bis dahin, der kostet ordentlich Lehrgeld.
Dass reine Elektroauto-Werke wie Zwickau nicht mehr ausgelastet sind, wird vor allem an einem Punkt festgemacht. Rückblickend liegt der strategische Fehler auf der Hand: VW hätte nicht mehrere Werke auf einen Schlag umrüsten dürfen, sondern die Produktion aller Elektroautos in einem Werk konzentrieren sollen.
VW hat Absatz überschätzt und sich selbst in die Ecke gedrängt
Nun hat man mehrere Werke, die Elektroautos fertigen, aber keines davon ist ausgelastet. Zwar steigt der Absatz der elektrischen Modelle weiter an, das reicht aber noch lange nicht für eine hohe Auslastung der betroffenen Werke. Die Kapazität in Zwickau ist auf bis zu 330.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt, wird jedoch aktuell bei weitem nicht erreicht.
VW hat für Elektromodelle des Konzerns zu schnell eine große Kapazität aufgebaut, die man noch gar nicht benötigt. Nun kommen außerdem Werke in Spanien und Portugal hinzu, in denen Modelle wie ID.1 und ID. Polo gefertigt werden, die neuen Bestseller kommen nicht aus dem Zwickauer Werk.
In den letzten Monaten hat man verzweifelt eine Lösung für Zwickau und andere Werke gesucht. Darunter die Umrüstung auf Recycling. Das wird aber nur einen Bruchteil der Arbeitsstellen sichern können.
Ich würde VW aber gar nicht unbedingt ankreiden wollen, dass man vor ein paar Jahren mutig war. Auf diesem Weg sind nur ein paar Fehler passiert, für die man selbst nur bedingt etwas kann, darunter politische Entscheidungen. Aber auch die Konkurrenz hat zugelegt, Marken wie BYD, Kia und Hyundai wittern eine neue Chance in Europa.
