VW steckt tief in der Klemme. Die Bosse Oliver Blume und Arno Antlitz haben vor den Top-Managern die Karten auf den Tisch gelegt. Bis Ende 2028 sollen die Kosten im ganzen Konzern um satte 20 Prozent sinken. Ein massives Sparprogramm, berichtet das manager magazin.
Das ist eine echte Ansage, denn am Ende geht es um ein Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Betroffen sind alle Marken und jede Art von Kosten. Sogar Werksschließungen sind kein Tabu mehr, was für ordentlich Unruhe in Wolfsburg sorgen dürfte. Eine offizielle Bestätigung vom Unternehmen selbst steht zwar noch aus, aber die Zeichen stehen klar auf einen weiteren Sturm.
Wandel von VW in China hat gerade erst begonnen
Warum das Ganze? In China läuft es für VW überhaupt nicht mehr rund. Dazu kommt der harte Wettbewerb und die unsichere Zollpolitik in den USA. Die Finanzexperten von S&P haben den Ausblick für Volkswagen bereits auf „negativ“ gesetzt. Das bedeutet, dass der Konzern bald Probleme mit seinen Kreditbewertungen bekommen könnte. Auch die Barreserve von sechs Milliarden Euro beruhigt die Lage kaum, da dieses Geld quasi aus der Zukunft vorgezogen wurde. Analysten hassen diese Tricks.
VW hat in China zwar komplett umgesattelt und vollständig neue Autos auf die Räder gestellt, aber die müssen auch erst mal verkauft und vom Markt angenommen werden. Das kostetet weitere Zeit. In Europa hat man auch schon einige neue Modelle auf dem Plan, gerade im elektrischen Segment gibt es aber auch starke neue Konkurrenz.
Für die Kernmarke VW gibt es schon länger einen Sparplan. Hier will man bis zum Jahr 2029 eine Rendite von 6,5 Prozent sehen. Ursprünglich sollte das alles viel schneller gehen, aber die Ziele wurden nach hinten verschoben. Für Konzernchef Blume steht mittlerweile richtig viel auf dem Spiel. Er muss jetzt liefern, um das Ruder noch einmal herumzureißen und seine Position zu sichern.
Die nächsten Jahre werden für den größten Autobauer Europas also extrem ungemütlich und für die Mitarbeiter wird es wohl ein harter Kampf um die Arbeitsplätze. Ganz alleine steht man damit jedoch nicht da, denn auch andere große europäische Automarken wanken bedrohlich, darunter sogar die Premium-Marken wie Mercedes.
Auch interessant: Problemwerke wie das rein auf Elektroautos ausgelegte Werk in Zwickau waren durchaus vermeidbar gewesen.
