Android: Widerstand gegen Einschränkungen für Apps aus fremden Quellen

Android Passwort Sicherheit Hero

Mockup via Midjourney

Google hat Android sehr lange offen gehalten, man konnte stets Apps aus fremden Quellen beziehen. Zukünftig wird sich der Sideload-Prozess jedoch ändern, er bringt dem Nutzer mehr Sicherheit, aber auch generell etwas weniger Freiheit. Widerstand macht sich breit, aber wohl nur bei einem kleinen Teil der Community.

Wenn mehr ehrlich auf die Sache blickt, werden die meisten Android-Nutzer ein paar Apps tagtäglich nutzen und diese generell aus dem Google Play Store beziehen. Der Download aus anderen Quellen, etwa aus fremden App-Stores oder von Webseiten wie Github, dürfte nur bei einem kleinen Teil der Android-Szene häufiger vorkommen.

Google Play Store muss sich mehr öffnen, dafür wird Sideloading zusätzlich abgesichert

Google ist zu Änderungen im Ökosystem gezwungen und macht auch selbst ein paar Türen dicht. Für den Google Play Store gilt, dass man sich anderen App-Stores öffnen muss, Google darf sie nicht mehr blockieren oder aussperren. Aber auch der Prozess der App-Installation aus fremden App-Stores wird vereinfacht.

Für komplett fremde Quellen gelten jedoch auch neue Bestimmungen, hier macht Google die Türen für komplette Anonymität dicht. Android wird die Installation von nicht verifizierten Apps in erster Linie nur noch zulassen, wenn für Apps ein identifizierter Entwickler hinterlegt ist. Besonders illegale Software nutzt bislang den Schutz der Anonymität, da wird sich die Wirkung entfalten. 2027 geht es global los.

Android Sicherheit Hero

In der Community regt sich Widerstand in Form von Petitionen und generell findet man aufgeregte Nutzer in den Kommentaren. Viele Nutzer werfen Google vor, Android in ein geschlossenes System wie iOS zu verwandeln. Das Argument der „Sicherheit“ wird oft als Vorwand für mehr Kontrolle und Marktmacht gesehen. Google gäbe die Offenheit von Android auf, das ist eine wiederkehrende Meinung.

Es gibt große Sorgen um Plattformen wie F-Droid oder kleinere GitHub-Projekte. Nutzer befürchten, dass unabhängige Entwickler, die anonym bleiben wollen oder sich die Registrierungsgebühren und den bürokratischen Aufwand nicht leisten können, von der Plattform verdrängt werden. Ob das so kommt, bleibt jedoch abzuwarten.

Eigentlich wollte Google das sogenannte Sideloading sogar komplett von Android entfernen, aber der erste Widerstand sorgte für eine verbesserte Lösung. Es wird einen speziellen Pfad für erfahrene Nutzer geben, der es weiterhin erlaubt, unverifizierte Apps zu installieren – allerdings nur nach mehreren deutlichen Warnhinweisen und manuellen Bestätigungen.

Dass es nicht so schlimm kommt, wie einige Nutzer immer noch vermuten, kann auch ein gefundener Quellcode-Text unterstreichen:

Installation ohne Überprüfung

Wenn Sie eine App ohne Überprüfung installieren, beachten Sie bitte, dass Apps von nicht verifizierten Entwicklern Ihr Gerät und Ihre Daten gefährden können.

Daraus würde ich ableiten, dass die Installation weiterhin möglich ist, sie wird nur besser versteckt sein und der Prozess ist etwas „aufwendiger“ für den Nutzer.

Dazu gab es noch folgenden Kommentar eines Googlers via X: „Es handelt sich nicht um eine Einschränkung für das Sideloading, sondern um eine „Verantwortlichkeitsebene“. 🛡️ Fortgeschrittene Benutzer können zwar „ohne Überprüfung installieren“, müssen aber mit einem umständlichen Installationsprozess rechnen, der den Benutzern die Risiken verdeutlichen soll.“

Ich würde sagen, dass sich für die meisten Android-Nutzer nichts ändert, die sich mal eine App aus einer anderen Quelle als den Play Store beziehen. Jeder halbwegs namhafte Entwickler, egal ob im Play Store vertreten oder nicht, wird seine Identifikation einreichen und somit der Sideload-Methode für die App-Installation nicht im Wege stehen.

Google ist übrigens nicht allein mit seinem Vorgehen, auch Amazon greift bei Fire TV OS durch und zeigt sich nicht mehr ganz so offen.

Abonniere uns bei Google News oder komme in unseren bei Subreddit.

Kommentar verfassen

Bleibt bitte nett zueinander!