Amazon hat erst im letzten Jahr vor dem Kongress bezeugt, eigene Produkte auf der Plattform nicht zu bevorzugen. Ein neuer Bericht lässt daran zweifeln.

Wie aus einem aktuell ziemlich heißen Bericht des Wall Street Journals (€) hervorgeht, sollen Mitarbeiter von Amazon unerlaubterweise Daten von Verkäufern genutzt haben, die ihre Produkte wiederum über den Amazon Marketplace verkaufen, um die eigene Formel zu optimieren.

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Dass das nicht passiert, ist eigentlich in den Statuten Amazons festgehalten, doch Wunsch und Wirklichkeit sind offenbar weiter voneinander entfernt als gedacht. Amazon-Mitarbeiter haben das wohl selbst dem WSJ gesteckt, dass diese Richtlinien nicht einheitlich durchgezogen wurden. Verkäuferdaten zu verwenden sei „eine gängige Praxis, die in den Meetings, an denen sie teilnahmen, offen diskutiert wurde“. Dass das nicht richtig ist, war denen bewusst:

“We knew we shouldn’t,” said one former employee who accessed the data and described a pattern of using it to launch and benefit Amazon products. “But at the same time, we are making Amazon branded products, and we want them to sell.”

Anfrage an Amazon ging raus: „we look at sales“

The Verge hat eine Anfrage an Amazon gestellt, die die Vorwürfe dementierten. Wie andere Verkäufer schaue man sich natürlich die Zahlen an und speichere Daten, um Kunden die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Allerdings halte man Mitarbeiter streng davon ab, nicht-öffentliche, verkäufer-spezifische Informationen zu benutzen, um die Launches von Produkten unter der eigenen Brand zu planen.

“Like other retailers, we look at sales and store data to provide our customers with the best possible experience,” Amazon said. “However, we strictly prohibit our employees from using non-public, seller-specific data to determine which private label products to launch. While we don’t believe these claims are accurate, we take these allegations very seriously and have launched an internal investigation.”

Amazon hat erst bei einer Anhörung vor dem amerikanischen Kongress im Juli 2019 bezeugt, dass man Produkte der eigenen Palette über denen von Drittanbietern bevorzugen würde.

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus und PR, bloggt über Smartphones und sonstige Gadgets, schreibt professionell Facebook-Posts und fotografiert ohne Gegenleistung. Seit 2018 bei SmartDroid.de an Bord, mit regelmäßigen...

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