Was macht der Launcher, wo ist der Unterschied von Homescreen zu Drawer und wie passe ich diese Funktionen für mich persönlich an? Wir gehen diesen Fragen auf den Grund, in einer neuen Ausgabe von „Android erklärt“. Für den Endbenutzer ist einer der wichtigsten Bestandteile mit Sicherheit der sogenannte Launcher, unter Windows und anderen Betriebssystem auch gern als Desktop bezeichnet. Dieser Launcher ist in mehrere Bestandteile aufgeteilt, es gibt nämlich den sogenannten Homescreen und den App Drawer.

Letzteres ist quasi das Startmenü, worin alle auf dem Gerät installierten Apps zu finden sind. Der Homescreen hingegen ist die Startseite, die ihr bei Betätigung der Home-Taste sehen solltet. Diese Startseite lässt sich frei belegen, unter anderem mit Verknüpfungen zu Apps und Widgets, zudem kann natürlich das Hintergrundbild angepasst werden. Es sollte aber erwähnt sein, dass nicht absolut jeder Launcher einen Drawer bietet.

Ich persönlich packe auf den Homescreen nur die Apps, die ich tatsächlich benutze. Bei mir sind alle Apps auf einer einzigen Seite zu sehen, aufgeteilt in eine für mich logische Struktur an Ordnern (Screenshot weiter unten). Es lassen sich natürlich mehrere Seiten auf dem Homescreen anlegen, die über Wischgesten zu erreichen sind. Früher hatte ich eine Seite für berufliche Apps, eine Seite für Multimedia und eine Seite für den Kalender.

Homescreen nach eigenen Wünschen gestalten

Aber wie kommen die App-Verknüpfungen auf den Homescreen? Dafür gibt es den besagten App-Drawer, der meist optisch durch sein Icon (mit mehreren Punkten) zu erkennen ist. In der Regel ist er mittig im sogenannten Dock untergebracht, zu finden am unteren Bildschirmrand. Im Drawer sind wirklich alle installierten Apps zu finden. Von dort aus schiebe ich Apps, die ich häufig und gern benutze, auf den Homescreen. Einfach das gewünschte Icon gedrückt halten, schon erscheint der Homescreen und ich platziere das Icon wie gewünscht.

Schiebe ich ein Icon auf ein anderes Icon, erstellt sich automatisch ein Ordner. Öffne ich den Ordner, kann ich per Klick auf den Namen diesen bearbeiten. So hat sich Stück für Stück mein Homescreen aufgebaut, der nun über Jahre hinweg dieselbe Struktur besitzt. Wird eine App nicht mehr benötigt, halte ich ihr Icon gedrückt und schiebe es auf den „Entfernen“ oder ggf. Deinstallieren-Bereich am oberen Bildschirmrand (erscheint automatisch, hält man ein Icon gedrückt).

Neben den App-Icons gibt es natürlich auch noch Widgets, zudem lässt sich der Hintergrund verändern. Hierfür ist eine Standardaktion vorgesehen, für die man mit dem Finger eine freie Stelle auf dem Homescreen sucht und dort kurz gedrückt hält. Es öffnet sich quasi ein Kontextmenü, dort finden wir den Zugriff auf Wallpaper, Widgets und Einstellungen des Launchers.

Ein Widget kann zudem in seiner Größe skaliert werden. Dafür muss man es einfach gedrückt halten, schon tauchen entsprechende Grafiken am Rand des Widgets auf. Hier muss aber erwähnt bleiben, das viele vorinstallierte Launcher keine völlig freie Skalierung ermöglichen, dafür muss man schon zu alternativen Launchern greifen.

Alternative Launcher meist besser

Die grundlegenden Funktionen eines Launchers haben wir gerade erklärt, doch ein Launcher kann theoretisch viel mehr als nur das. Google beispielsweise setzt auf einen Launcher, der wirklich nur die grundlegenden Funktionen beherrscht, in den Einstellungen gibt es kaum etwas zu entdecken. Bei den vorinstallierten Launchern der Hersteller sieht das schon etwas anders aus, doch noch besser sind die Angebote aus dem Google Play Store. Dort gibt es unzählige Launcher, meist kostenlos oder für kleines Geld.

Mein persönlicher Favorit ist der Nova Launcher, der auf jedem meiner Geräte tadellos funktioniert und sich bis ins kleinste Detail anpassen lässt. Wie groß sollen die Icons dargestellt werden, wie soll die Google-Suchleiste aussehen, wie viele Icons sollen auf dem Homescreen möglich sein, wie sollen die Icons überhaupt aussehen (Icon Packs), wie soll der Drawer aufgebaut sein… und so weiter.

Ein Teil der umfangreichen Einstellungen des Nova Launcher.

Ich setze auf einen alternativen Launcher auch deshalb, weil er eine Backup-Funktion bietet. Ich kann die komplette Konfiguration in wenigen Arbeitsschritten 1:1 auf ein anderes Gerät übertragen. Äußerst hilfreich, wenn man häufiger das Smartphone wechselt. Neben der umfangreicheren Konfiguration bieten einigen Drittanbieter-Launcher auch einen komplett anderen Aufbau an, der vielleicht eurer Nutzung besser zusagt.

Folgend ein paar populäre Beispiele, Launcher gibt es im Play Store wirklich in einer besonders großen Auswahl:

Unter Android ist für die Nutzung eines alternativen Launchers kaum etwas zu tun, man muss ihn nur installieren und als Standard-App festlegen. In Verbindung mit dem Icon Pack Pix it, das nahezu alle Icons in einen selben Look zaubert, sieht mein Homescreen derzeit wie folgt aus:

Ab Android 7 Nougat ist für den Launcher noch grundsätzlich eine Neuerung hinzugekommen, die auf die Bezeichnung App-Shortcuts hört. Man muss nur etwas länger ein Icon gedrückt halten, um direkt auf weitere Funktionen der jeweiligen App zugreifen zu können. Mehr dazu findet ihr im Artikel zu Android Nougat.

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