BQ Aquaris X und X Pro Testbericht

Aus Interesse haben wir uns mal aktuelle BQ-Smartphones angeschaut, zu Gast waren das Aquaris X und auch X Pro. Zwar kannte ich die Geräte von BQ schon, doch die Smartphones der spanischen Marke hatte ich bislang trotzdem nicht so richtig auf dem Schirm. Es war aber immer mal wieder von einer guten Update-Versorgung die Rede, also habe ich mir zwei Geräte beim Hersteller geordert. Unterm Strich wollen wir natürlich wissen, wie gut oder schlecht die Smartphones von BQ sind und wie es denn wirklich um die Software steht.

Und da fangen wir direkt mal mit den Unterschieden an, von denen es am Ende gar nicht so viele gibt. Unter der Haube stehen sich 4 GB RAM  / 64 GB Datenspeicher (X Pro) und 3 GB RAM / 32 GB Datenspeicher gegenüber. Es gibt allerdings je Gerät unterschiedliche Varianten, wir haben die erwähnten Konfigurationen bekommen. Des Weiteren gibt es unterschiedliche Hauptkameras, im X kommt ein einfacher 16 MP Sensor zum Einsatz und im X Pro ein 13 MP Dual pixel Sensor von Samsung. Zudem blick die Kamera des X Pro durch eine größere f/1.8 Blende.

Verarbeitung ohne Mängel

Zwei Modelle gibt es vom Aquaris X also, das Aquaris X und das X Pro. Letzteres hat ein Gehäuse aus Metall und Glas, während das normale X bei der uns vorliegenden Variante auf Metall und Kunststoff (nicht negativ zu sehen) setzt. Ich glaube, das Glas-Modell etwas mehr zu mögen. Was die Verarbeitung angeht, sind beide Geräte sehr gleich, in der Hand liegen beide Geräte ebenso recht ähnlich. Einen Favoriten könnte ich nicht wählen, wobei das X Pro ein wenig hochwertiger wirkt. Aufgrund ihres Formfaktors und der Größe liegt die X-Serie grundsätzlich gut und recht geschmeidig in der Hand.

Aufgefallen ist mir noch das Gewicht der Geräte. Insbesondere das X Pro wirkt recht schwer, obwohl es mit unter 160 g gar nicht so schwer ist. Laut Datenblatt gibt es quasi keinen Unterschied zum Xperia XZ1, doch der gefühlte Unterschied ist dann doch groß. Positiv: Kamera steht über die Rückseite nicht hinaus.

Display,  Sound, Kamera

Beide Modelle verfügen über ein 5,2″ großes Full HD IPS Panel, das grundsätzlich ganz gute Werte liefert. Qualitativ ist das Panel gut, es bietet kaum Angriffsfläche für Beschwerden. Klar, das LCD bietet nicht das tiefste Schwarz oder gar die sattesten Farben, mag aber in keiner Disziplin enttäuschen. An Extras gibt es nicht viel, immerhin ist aber ein Nachtmodus dabei, es gibt ein Inaktivitätsdisplay und „double tap to wake“. Bei der Helligkeit gibt es ebenfalls gute Werte, zu Flaggschiff-LCDs fehlt aber eine ganze Ecke. Es gibt aber wohl Schwankungen bei der Qualität, denn das Panel des X Pro wirkt ganz leicht rotstichig und das X dafür etwas dunkler.

Über das Display betrachtet man bekanntlich auch die mit dem Smartphone geschossenen Fotos. Hier trennt sich theoretisch die Spreu vom Weizen. Trotzdem bin ich mit den Kameras beider Geräte zufrieden, vorn wie hinten kommen ganz vernünftige Aufnahmen bei raus. Nervig ist nur die eigentlich intuitive Kamera-App, bei welcher der Schnellstart manchmal doch recht zäh ist und nach HDR-Fotos manchmal ein kurzer Ladebalken auftaucht.

Da ich mich immer wieder schwer dabei tue, die Qualität von Kameras auf den Punkt zu bringen, solltet ihr euch einfach mal in die Ordner mit Fotos durchklicken. Wir haben ein paar Fotos für euch vom Aquaris X hier reingepackt und Aufnahmen von X Pro findet ihr in diesem Ordner. Grundsätzlich geht die Qualität der Aufnahmen meistens in Ordnung, natürlich verliert es bei schlechtem Licht stark an Qualität im Detail und Rauschen tritt ein. Über den Autofokus beider Geräte kann ich mich nicht beschweren, der arbeitet flott und zuverlässig.

Interessant: BQ aktualisiert die eigene Kamera-App über den Google Play Store, somit kann man relativ fix auf Bugs und andere Probleme reagieren.

Beim Sound leider das übliche Prozedere auch in der Produktion dieser Geräte, an der Unterseite wird ein emotionsloser Lautsprecher verbaut. Verrichtet grundsätzlich seine Arbeit, hat aber sonst keine Highlights zu bieten.

Performance, Software, Akku

Grundsätzlich arbeiten beide Smartphones recht solide, doch hin und wieder wirkt der Snapdragon 626 dann doch etwas behäbig. Für die Preisklasse geht die Performance insgesamt aber in Ordnung. Gleiches gilt für die Akkulaufzeit der Geräte, wobei ihr keine Wunder erwarten solltet. Man kommt über den Tag und vielleicht sogar etwas mehr, wobei ich aufgrund der unregelmäßigen Nutzung keine genauen Zahlen nennen kann. Ohnehin unterscheidet sich die Nutzung von Nutzer zu Nutzer, ich selbst spiele fast nie und bin viel im WiFi.

BQ überrascht im Grunde nicht mehr, denn viele Hersteller günstiger Android-Smartphones setzen heute auf Stock-Android. Spart Geld und Zeit in der Entwicklung. Und das ist echt gut, denn BQ macht sich die Update-Pflege damit selbst etwas einfacher und Fans vom reinen Android kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Update-Auslieferung? Nicht für mich zu beurteilen, in meinem Testzeitraum kam bis Anfang Oktober kein neues Sicherheitspatch (letzter Stand: August) rein und Android 8 ist nur angekündigt.

Bevor die Frage aufkommt: Gaming ist natürlich auch drin. Asphalt 8 ist mein viel genutztes Beispiel, das auf diesen Geräten flüssig läuft. Im Alltag ist für mich zudem eigentlich kein Unterschied zu spüren, ob das Smartphone nun mit 3 oder 4 GB RAM daherkommt – Multitasking funktioniert grundsätzlich gut.

Sonstiges

  • Drahtlosmodule zeigten keine Mängel
  • USB ist bereits in Type C vorhanden
  • Fingerabdrucksensor reagiert zwar fix und akkurat, Display geht aber mit zu großer Verzögerung an
  • Touchtasten für Zurück und App-Übersicht sind „zu klein“ bzw. schlecht positioniert, werden daher gern mal verfehlt
  • Akku bietet Quick Charge

Fazit

BQ war mir vor diesem Test kaum ein Begriff, doch am Ende kann ich von guten Android-Smartphones berichten. Anders als bei vielen Noname-Chinaphones gibt es hier eine gute Software ohne Bugs, was leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist. BQ bietet solide, unauffällige Smartphones für gute Preise, über die ich nur wenig Negatives sagen kann. Wer also im Bereich von 300 – 400 Euro wildert, kann auch ruhig mal bei BQ vorbeischauen. Und ja, BQ stellt damit eine ernsthafte Konkurrenz zu Honor oder auch Moto dar.