BYD geht jetzt richtig vorwärts in Deutschland

BYD Atto 3 Evo Hero

Vor zwei Jahren dachte man bei BYD noch, dass ein großes Sponsoring bei der Fußball-EM ausreichen würde. Heute ist man schlauer. Für Europa und Deutschland fährt der Autobauer deshalb jetzt andere Geschütze auf, mit neuen Modellen, neuer Technik und einem großen Vertriebsnetz.

BYD ist erfolgreich mit Hybrid-Autos, auch in Europa soll das jetzt forciert werden, weil man noch ohne laufende europäische Produktion in diesem Fall keine extra Zollgebühren zahlen muss. Abgesehen von den Fahrzeugen mit DM-i im Namen, soll es mit Start der Produktion in Ungarn aber auch vollelektrisch richtig losgehen.

BYD möbelt Elektroautos auf und startet Megawatt-Laden in Europa

BYD stellt sich dafür technisch besser auf. Erst vor wenigen Tagen wurde völlig überraschend der Atto 3 Evo aus dem Hut gezaubert, das bekannte Elektroauto bekommt unter anderem den Wechsel auf eine 800-Volt-Plattform spendiert und dazu noch einen deutlich größeren Akku. Mehr Reichweite und kürzere Ladezeiten – das sind die Vorteile.

BYD wird die eigene Präsenz jedoch auch mit Ladestationen in Europa ausbauen. Diese sogenannten Megaflash-Charger sollen theoretisch in der Lage sein, eine Reichweite von zwei Kilometern pro Sekunde in das Fahrzeug nachzuladen. Bis zu 1.000 kW kann ein kompatibles Fahrzeug laden, das wird aber vorerst nur mit Flaggschiff-Modellen möglich sein.

Premium-Marke wird Porsche und Co. herausfordern

Apropos, denn BYD will auch teure europäische Marken angreifen, zum Beispiel mit seinen Denza-Modellen. In China ging gerade eine neue Version des Z9 GT an den Start, dort reicht der große Akku für mehr als 1.000 Kilometer (nach CLTC-Norm). In Europa sollen Porsche und Co. damit angegriffen werden.

Denza Z9 GT 2026

Was den Vertrieb angeht, wird das lokale Netz massiv erweitert. Das Händlernetz in Deutschland soll im laufenden Jahr von aktuell 150 auf insgesamt 350 Standorte ausgebaut werden. Außerdem werden Flagship-Stores für Denza in den großen Städten realisiert, jeder kennt die Showrooms von Bentley und anderen Edelmarken in den wichtigen Einkaufspassagen.

Volumen soll der Preis bringen

Weil man die Europäer aber erst mal über den Preis holen kann, soll genau das mit einer aggressiven Preisstrategie durchgezogen werden. Der chinesische Hersteller gewährt für den neuen Atto 2 DM-i einen Nachlass von 11.500 EUR, wodurch der Verkaufspreis auf 24.490 EUR sinkt. Die vollelektrische Version wird um 9.000 EUR reduziert, kostet daher noch 25.990 EUR.

Einige nennen es Preiskampf, BYD-Leute sprechen im Edison-Interview von einer „sozialen Idee“, um diese Fahrzeuge auch Kunden mit kleinem Budget anbieten zu können. Man drängt sich jedenfalls aggressiv in den Markt und das funktioniert oftmals direkt über das Preisschild.

Kommentar verfassen

Bleibt bitte nett zueinander!