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Chat: Googles weltweite Messenger-Revolution mit RCS

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Chat RCS Google Screenshots (1)

Google startet erneut einen Versuch einen Messenger zu etablieren, doch diesmal will man weltweit mit vielen Partnern angreifen. Chat, so der Name des Projekts, sorgt auch für einen Entwicklungsstopp bei Allo. So hieß der letzte Versuch von Google, eine eigene Messenger-App zu etablieren. Erneut ist dieser Versuch fehlgeschlagen (nur 50 Millionen Nutzer/Installation), doch viel spannender ist ohnehin ein bislang im Hintergrund laufendes Projekt. Erstmals gibt es einen ernsthaften Versuch die SMS zu ersetzen, Google schafft dafür einen auf „Rich Communication Services“ basierenden Standard namens Chat.

Das klingt jetzt erst mal komisch, wurde die SMS für uns im Alltag doch längst ersetzt. Aber WhatsApp und andere Messenger-Apps sind eben kein Industrie-Standard, Nutzer müssen diese Dienste auf ihren Geräten installiert und auch gesondert eingerichtet haben. RCS hingegen wird von Android-Geräten und Providern ohne zusätzliche Tools „ab Werk“ unterstützt. Ähnlich wie die SMS, nur eben mit dem ganzen modernen Kram. Versuche RCS zu etablieren gab es schon, nur nie von einem Global Player wie Google.

SMS-Nachfolger wird erstmals richtig gepusht

RCS wird seitens Google nun einfach Chat genannt, integriert ist diese Technologie längst in Android Messages und wird demnächst weiter ausgebaut. Bekannterweise ist Messages seit einiger Zeit das vorinstallierte SMS-Tool nahezu aller Android-Geräte mit Google-Diensten. Nicht bei Samsung, die setzen auf eine eigene App. Der erste Schritt wäre diesbezüglich also getan. Nun hat Google noch weltweit mit den Providern und OEMs reden müssen, den neuen RCS-Standard zu übernehmen. Auch das ist längst getan.

Chat ist wie SMS, nur eben über den Datenkanal des Gerätes. Dadurch werden das Versenden von Medien und Standortdaten, Gruppen-Chats, etc. möglich, der benötigte Datendurchsatz wird entsprechend von eurem Datenvolumen abgezogen. Wie bei WhatsApp und Co auch. Sollte ein Nutzer aber keine RCS bzw. Chat-fähige App installiert haben, werden Nachrichten in SMS/MMS umgewandelt und weitergeleitet. Eine per Chat versendete Nachricht kommt also in jedem Fall an.

Vor Google hat RCS keiner so richtig in die Hand genommen bzw. jeder sein eigenes Süppchen gekocht, mit der Marktmacht von Android und endlich einem wirklich einheitlichen Standard kann das diesmal anders werden. Noch vor dem Start von Chat hat Google auch Microsoft als Betriebssystem-Partner an Bord, des Weiteren bereits 55 Provider und 11 Smartphone-Hersteller. Auch mit Apple sei Google in Gesprächen. Chat ist keine Google-App, sondern ein Standard für die Industrie.

Kostet das was?

Vodafone, Deutsche Telekom und Telefonica sind mit an Bord, alle drei Provider scheiterten mit eigenen RCS-Versuchen in den letzten Jahren kläglich. Huawei, Samsung, Lenovo, LG, HTC sind die populärsten OEMs, die bislang schon zugesagt haben, ZTE, Alcatel und ASUS komplettieren diese Liste für uns vorerst. Eine Marke wie Nokia ist schon automatisch mit dabei, dort ist Android Messages als SMS-Tool vorinstalliert.

Bei vielen Lesern wird natürlich noch die Frage nach den Kosten aufkommen, wenn dieser Messenger-Standard doch so sehr von den Providern abhängig ist. Grundsätzlich wird Chat wie jeder andere Messenger behandelt, die „Abrechnung“ erfolgt über den Datenverbrauch eures Tarifs und nicht je versendete Nachricht.

Messages will work just like any other IP-based messaging protocol. So, in that respect, it’ll just be ‘free’ and part of your data plan.

Aber genau an diesem Punkt kommen die Provider ins Spiel, denn jeder kann das für seine Kunden selbst entscheiden. Das ist unabhängig von den Herstellern und von Google. Wenn euer Provider für Chat nun 5 Euro im Monat verlangen möchte, könnte er das tun. Was nicht schlecht sein muss. Wie wäre es mit 5 Euro je Monat für eine Chat-Flat, sodass diese Nachrichten nicht auf euer Datenvolumen angerechnet werden? Für Hardcore-Nutzer vielleicht interessant.

Chat wird im Laufe des Jahres noch starten, das sind die bisher bekannten und kommunizierten Informationen. Was nicht jedem schmecken könnte: Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann es aufgrund der Provider-Basis nicht geben. Chat ist also nicht so sicher, wie das einige Nutzer gern haben würden.

Wichtig dürfte in der näheren Zukunft noch werden, Apple für Chat gewinnen zu können. Apple, Samsung und Huawei, das sind die wichtigsten Hersteller in der westlichen Welt. Aber das könnte schwierig werden, denn gerade Apple kocht gern eigene Süppchen.

Endlich ein Messenger-Standard, der auf allen Geräten läuft und keine gesonderten Apps benötigt? Klingt gut. [Quelle TheVerge]

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