Rund um die Corona-Warn-App sind einige unglückliche Entscheidungen getroffen worden, die Kommunikation seitens der App-Entwickler war oft zu wenig.

Über die jüngst behobenen Probleme der Corona-Warn-App gibt es verschiedene Ansichten. Manche sagen, die App habe stets zu 100 Prozent funktioniert, andere wiederum reden die Probleme vielleicht etwas zu groß. Aber wenn der Austausch mit Geräten infizierter Personen nicht tadellos im Hintergrund funktioniert hat, dann ist das in meinen Augen ein absolutes Unding. Das hätte viel früher offener kommuniziert werden müssen, insofern Nutzer selbst mit Geräteeinstellungen etwas hätten tun können. Außerdem waren diverse Fehler und Probleme wohl schon wochenlang bekannt.

Open Source soll dem Austausch helfen und Projekte eigentlich vorantreiben

Zum Verhängnis wird den Entwickler jetzt schlicht der Umstand, dass zum Beispiel die Probleme bei der iPhone-Version schon im Juni auf dem Github-Projekt aufgetaucht sind. Allerdings sagten die App-Entwickler, sie wissen von den Problemen erst seit einer Woche. Blöd, wenn es eine öffentlich einsehbare Dokumentation gibt, an der auch noch Mitarbeiter beteiligt gewesen sind. Der Vorteil von Open-Source wird hier gerade ins Gegenteil verkehrt und belastet die App-Entwickler.

„An der Diskussion beteiligten sich auch fünf mutmaßliche Software-Entwickler von SAP. Sie tauschten sich seit dem 30. Juni mit anderen Programmierern auf der Plattform über den Fehler, der Apple zugeschrieben wird, aus. In ihren verlinkten Biografien geben sich die fünf User als SAP-Mitarbeiter aus.“ – Tagesschau

Als die ersten Fehlerberichte von Nutzern vor einem Monat aufgekommen sind, waren das in den Augen der Entwickler nur wenige Einzelfälle. Die nicht immer reibungslos funktionierende Hintergrundaktualisierung wurde mit niedriger Priorität eingestuft. Eine im Nachhinein große Fehleinschätzung, beweisen die dann vor ein paar Tagen ausgelieferten Updates für die Corona-Warn-App mit entsprechenden Fixes.

App-Update als Eingeständnis

Kommuniziert haben die Entwickler der App schon vom ersten Tag an eher schlecht. Wir erinnern uns da immer wieder ungern an das Thema der Standortabfrage, die unter Android technisch bedingt nötig ist. Doch über die Hintergründe wollten die Macher der App selbst nie richtig aufklären, was allerdings für mehr Transparenz und Vertrauen gesorgt hätte. Fehler hat man sicher nicht mit Absicht gemacht, einige Dinge sind da einfach sehr unglücklich gelaufen.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.