So viel besser können Mittelklasse-Smartphones noch werden, die Android-Hersteller haben noch reichlich Spielraum zur Verfügung.

Ein neues Jahr kommt langsam in Schwung und die ersten neuen Android-Smartphones stehen vor der Tür. In diesem Jahr erwarten wir besonders in der mittleren Preisklasse von 300 bis 600 Euro einen weiteren Sprung nach vorn. Ich bin mir sicher: Immer mehr Hersteller werden für niedrige Kosten noch deutlich mehr Extras anbieten müssen. Wir haben natürlich längst eine Wunschliste ausgearbeitet!

Ein für mich sehr entscheidender Faktor ist die Displaytechnologie. Nicht grundlos stecken in eigentlich allen hochwertigen und teuren Smartphone OLED oder AMOLED-Displays, während günstigere Geräte noch oftmals mit LCD ausgestattet sind. In den letzten Monaten gab es schon häufiger auch im mittleren Preissegment vernünftige OLED-Displays, was zukünftig sicherlich noch mehr werden wird.

Echte Fortschritte beim Display

Besonders die Preisbrecher von Xiaomi und anderen Herstellern sind heute oft noch mit LCDs ausgestattet. Das darf gerne anders sein. Genauso sehr wünsche ich mir in Kombination mit OLED eine höhere Bildwiederholrate. 90 Hz sind ausreichend und machen bereits einen sichtbaren Unterschied aus. Ich war mal dafür, dann wieder dagegen. Aber ohne 90 Hz will ich heute nicht mehr leben.

Zu guter Letzt dürften Fingerabdrucksensoren häufiger in den Displays zu finden sein, wenn die Hersteller öfter OLED-Panel verbauen. Auch in diesem Bereich waren die Mittelklasse-Smartphones der letzten Monate meist noch klassisch ausgestattet, die Sensoren fanden wir in der Einschalttaste oder an der Rückseite. Ein Fan der In-Screen-Sensoren bin ich allerdings nicht.

Mehr Speicher, 5G entwickelt sich zum Standard

4 GB RAM sind häufig die Basis, noch öfter sehen wir selbst in höheren Preisklassen einen schmalen Datenspeicher von nur 64 GB. Das passt aber nicht zusammen, wenn die Hersteller auf Kameras mit bis zu 108 MP setzen. Ich schätze, der kleinste Datenspeicher wird nun häufiger mindestens 128 GB groß sein. Auch beim Arbeitsspeicher rechnen wir mit Wachstum, sodass häufiger 6 oder 8 GB RAM in den Geräten verbaut sind.

5G-fähig waren im letzten Jahr schon viele Geräte, die Auswahl an kompatiblen Prozessoren wächst derweil immer weiter. Ist 5G endlich ein Standard in den Geräten, dürfte zeitgleich die zusätzliche 5G-Gerätebezeichnung wieder entfallen. Bitte! Ebenso wünsche ich mir häufiger die Integration von Dual-Lautsprechern, wobei dieses Thema längst von den Herstellern angegangen wird.

Zur Traumkamera fehlen keine Pixel, sondern teure Funktionen

48, 64 und jetzt 108 Megapixel, das Wachstum war beachtlich. Nur machen viele Pixel längst kein gutes Bild. Entscheidend sind ein paar andere Dinge wie zum Beispiel die reine Größe der Bildsensoren. Aber auch eine optische Bildstabilisierung fehlt der Mittelklasse fast immer, die Google-Smartphones sind diesbezüglich eine nahezu exklusive Ausnahme. Das lässt sich schwerer bewerben, doch die Hersteller dürfen gerne in OIS investieren und dafür weniger Kamerasensoren verbauen.

Abschließend ist da noch das kabellose Aufladen, was auch Google bislang nur im Flaggschiff bietet. Was quasi jede elektrische Zahnbürste kann, sollte zukünftig auch für Mittelklasse-Smartphones normal sein.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.