Früher hat man Software einmalig gekauft, auch CDs, Filme und ähnliche Medien. In den vergangenen Jahren wendete sich das Blatt allerdings drastisch. Besonders audiovisuelle Medien werden heute fast nur noch über Abonnements bezogen. Und dieser Trend setzt sich jetzt auch im Bereich der Software/Apps fort. Mobil haben Apple und Google jeweils App-Abonnements für ihre Smartphone-Betriebssysteme eingeführt, das könnte richtungsweisend für die mobile Zukunft sein.

Es ist natürlich klar, ein Abonnement deckt die Kosten der Entwickler langfristig. Ein einmaliger Kauf hingegen kaum. Gerade weil die Preise bei mobilen Apps in der Regel recht niedrig liegen. Ich halte es daher gar nicht für unrealistisch, dass der einmalige Kauf langfristig bei immer weniger Apps zur Verfügung steht, sondern in erster Linie nur noch kostenpflichtige Abonnements angeboten werden. Abonnements sorgen außerdem für Freiheit, weil sie sich jederzeit anhalten und fortführen lassen.

App-Abonnement wenigstens als Option

Vielleicht passt nicht für jede App das Angebot eines Abonnements, aber zumindest könnte man diese Option bieten. Einmaliger Kauf oder langfristige Unterstützung, der Nutzer sollte hier die Wahl haben. Finde ich persönlich spannender als einen Spenden-Button. Irgendwie ist das bisherige Grundprinzip auch relativ unfair. Wenn Apps noch über Jahre hinweg aktuell gehalten und gepflegt werden, aber dafür nur einmalig wenige Euro fließen. Oder was meint ihr?

Google startete vor einigen Monaten mit Play Pass auch in Deutschland. Dabei handelt es sich aber um einen Mix aus Flatrate und Abonnement, weil das Programm viele populäre Spiele und Apps abdeckt. Es ist dennoch nach 13 Jahren Android ein größerer Schritt in die angesprochene Richtung, der einen Blick auf die Zukunft bietet.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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5 Kommentare

  1. Nun, ich verstehe deine Argumentation und kann ihr auch folgen. Dennoch, wenn ich anfange zu Summieren, dann komme ich schnell auf 15 unentbehrliche Funktionen, die Apps mir zur Verfügung stellen. Wenn ich jetzt einen durchschnittlichen Preis für eine Abo von 40 bis 60 Euro/Jahr zugrunde lege, komme ich schnell bei € 600,- an Abonnementskosten an. Das ist zu viel des Guten.
    Beispiele für derlei Apps sind bei mir:
    Kalender, Kontakte, Mail-Client, verschlüsselter Massenger, PGP-Implementation, Notizen/Tasks, Cloud, Foto-Cloud, PDF-Scanner mit OCR und da ist jetzt noch kein Medienkonsum beinhaltet. Jeder dieser Dienste kann potenziell kostenpflichtig werden.

  2. Es käme sicher auf den Preis an. Wenn es auf die Beträge des Vorredners hinaus läuft, würde ich Alternativen suchen, auch andere Anbieter haben gute Apps. Einige nutze ich bereits von F-Droid.

  3. Angesichts des Abo-Irrsinns habe ich für mich folgende Strategie entwickelt:

    a) Gibt es vergleichbare Alternativen zum Festpreis oder gar für lau? Wenn ja, ist die Abo-App sofort aus der Auswahl raus.

    b) Was bringt die Pay/Abo-Version wirklich (!) an Vorteilen ggü. dem zumeist kostenloses „Non Pro“-Teaser? Oft stellt sich heraus, dass die kostenpflichtigen Versionen keinen richtigen Mehrwert bieten, sondern bestenfalls Kosmetik und Killefitz, der sich ggf. durch andere Apps oder sogar durch „kleine Umwege“ in der kostenlosen App ausgleichen lässt.

    c) Brauche ich das wirklich?

    d) Besonders „schlaue“ Entwickler beginnen nun, sukzessive ihre Pay-Once- und Free-Apps durch Abos abzulösen. Versucht dies ein Anbieter einer von mir genutzten App, so entferne ich konsequent jede (!) seiner Apps von meinen Geräten.

    Das Ergebnis: Ich hatte bisher ganze vier Abos auf zwei Plattformen (Android und iPad OS). Drei davon habe ich mittlerweile wieder gekündigt.

    Ich gebe gerne Geld für Funktionen, die ich wirklich brauche, aus. Eine irgendwann unüberschaubare Anzahl an Abos jedoch wird mir auf Dauer nicht nur zu teuer, ich binde mich auch nicht gerne an Anbieter.

  4. Aufgrund eines aktuellen Anlasses auch meine 5Cents…
    Adidas Running vor wenigen Tagen Funktionen aus der kostenfreien Version mittels eines Updates kostenpflichtig gemacht. Ein schönes Beispiel:
    – Erst sehr viele User auf die Plattform bringen, dann Schritt für Schritt Funktionen reduzieren und so die User zu ABOs zwingen.
    – Die ABO Version war bisher für ambitionierte User (Trainingspläne , Bestenlisten etc). Da finde ich ein ABO auch berechtigt.
    – Die Preise für das ABO sind mit 5€ monatlich deutlich zu hoch, wenn man bedenkt dass die APP eigentlich nur math. Operationen im Hintergrund abarbeitet.
    – Die Daten der User sind ja Gold wert, bessere Martkforschung gibt es ja nicht. Hier konkret sitzt ja Adidas auf den Daten
    Klar ist – die Unternehmen wollen / müssen Geld verdienen. Und mit Abos wird mehr verdient. Aber es sollte bessere Staffelungen geben, sodass man nur bezahlt was man braucht. Und die Strategie bei einer ausreichend großen Anzahl Usern den Abozwang durch gezielte Reduzierungen zu forcieren, finde ich bedenklich.

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