Deutsche Autobauer „verweigern günstige Elektroautos“

Nissan-Elektroauto-Konzept

Das vorschnelle Ende der Kaufprämie für Elektroautos ist für die Autobauer in erster Linie eine Chance. Nun kann man beweisen, ob man wirklich hinter diesem Thema steht. Denn bislang gab es selbst von Marken wie Volkswagen vorrangig recht teure Fahrzeuge, der echte Massenmarkt wurde noch überhaupt nicht bedient.

Auch Verkehrsexperten sehen darin ein Problem. „Deutsche Konzerne verweigern jedoch aktuell bezahlbare E-Autos für die Masse“, heißt es da zum Beispiel Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik bei BUND. Das große Potenzial elektrischer Kleinwagen wurde zuletzt massiv auf der Strecke gelassen, doch darauf kommt es jetzt an.

Auch wenn es viel Kritik gibt, weil die Kaufprämie so überraschend schnell eingestellt wurde, scheint es doch der richtige Weg zu sein. Die sehr teure Förderung wird von den Hersteller eingepreist und kostet allen Steuerzahlen viel Geld, obwohl nur der eher vermögende Teil der Bevölkerung davon profitiert. Der durchschnittliche Verkaufspreis elektrischer Autos ist zuletzt wieder deutlich gestiegen.

Eine deutsche Automarke steht besonders im Fokus

Die größten Erwartungen werden gerade an VW gestellt, das Unternehmen wurde seinem Namen bei Elektroautos bislang nicht gerecht. Alle warten auf den elektrischen Volkswagen, den sich das Volk auch leisten kann. Derzeit startet ein ID.3 bei fast 40.000 Euro, der neue ID.2, wir nennen das gerne „elektrischer Polo“, soll den Einstieg ab 24.999 Euro ermöglichen.

Realisiert man das Auto nun schon 2024 und damit ein Jahr eher?

VW ID.2 all

Bei anderen Marken ist es nicht groß anders, selbst ein Corsa Electric startet erst bei rund 35.000 Euro. Sein Bruder mit Verbrenner geht bei unter 20.000 Euro los. Diese Differenz bei der Einstiegsschwelle ist einfach noch viel zu groß.

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2 Kommentare zu „Deutsche Autobauer „verweigern günstige Elektroautos““

  1. Ich denke hier spielen mehrere Dinge ineinender. Zum einen muss ja offensichtlich momentan jedes neue Modell ein SUV bzw. die SUV Version eines normalen Modells sein.
    Auf der anderen Seite würde es mich bei den „großen“ Firmen nicht wundern, wenn die Elektro-Sparte in eine eigenständige Firma ausgegliedert wurde um sich gegenseitig Rechnungen hin und her schieben zu können. Und wenn dem so ist, ist eine Querfinanzierung der E-Sparte durch die Verkäufe in der SUV Verbrennersparte schlicht nicht möglich.

  2. Wenn die deutschen Hersteller sich weiterhin so gegen günstige Elektrofahrzeuge streuben, fahren auf unseren Straßen bald nur noch chinesische Hersteller.
    Mein kleiner Dacia Spring ist auch nur ein neu vermarkteter chinesischer Kleinwagen.
    Die 13.000€, die ich damals mit Prämie vom Staat bezahlt habe sind trotzdem noch ohne Prämie deutlich günstiger als heimische Marken. Und ganz ehrlich fehlt es mir weder am Komfort, noch an der Qualität.

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