US-Bundesbehörden haben drei ehemalige Google-Beschäftigte wegen des mutmaßlichen Diebstahls vertraulicher Chipdaten angeklagt. Im Zentrum stehen Hardware-Designs und Spezifikationen zu Googles Tensor-Prozessor, dem maßgeschneiderten SoC der Pixel-Smartphones.
Bei den Angeklagten handelt es sich laut einem Bloomberg-Bericht um eine ehemalige Hardware-Ingenieurin, deren Schwester, die als Praktikantin bei Google arbeitete, sowie den Ehemann der Ingenieurin. Alle drei leben im Silicon Valley und besitzen die iranische Staatsangehörigkeit. Die Anklageschrift des Bundesgerichts im Northern District of California umfasst 14 Straftatbestände, darunter Verschwörung, Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und Beweismittelvernichtung. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 20 Jahre Haft.
Laut Anklage soll die Ingenieurin über 300 vertrauliche Dateien und ihre Schwester weitere 34 Dateien an einen Kommunikationsdienst mit Servern außerhalb der USA übertragen haben. Die Ermittler sehen einen Bezug zu Iran und vermuten, dass die Technologie letztlich iranischen Akteuren zugutekommen sollte. Der Ehemann soll bei der Beschaffung geholfen und Spuren verwischt haben.
Der Fall erinnert an den kürzlich abgeschlossenen Prozess gegen einen weiteren Ex-Google-Ingenieur, der wegen Wirtschaftsspionage zugunsten chinaverbundener Firmen verurteilt wurde. Für US-Behörden hat der Schutz von Halbleiter- und KI-Designs inzwischen strategische Bedeutung. Google erklärte, die internen Schutzmaßnahmen verstärkt und nach Entdeckung sofort die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet zu haben.
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