Nur gut ein Jahr hat es gedauert, bis Facebook seine Dating-Plattform von den USA nach Deutschland bringt. Wir erklären die Unterschiede zu Tinder.

Der Datingmarkt steht nicht still, auch wenn man seine persönlichen Kontakte bei den explodierenden Infektionszahlen auf ein Minimum beschränken sollte. Vielleicht flüchten sich deshalb gerade jetzt so viele Menschen in die Onlinewelt.

Kein Zufall also, dass US-Riese Facebook mit einem eigenen Dating-Portal an den Start geht, das langsam auch in Deutschland ankommt. Als Facebook 2018 diese Funktion ankündigte, reagierte die Tinder-Aktie mit einem Absturz.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Schaltfläche, mit der du zum Dating-Bereich gelangst, zumindest bei mir nur in der Android-App angezeigt, nicht unter iOS. Und hier kannst du bis jetzt auch nur dein Profil anlegen und noch keinen deiner Facebook-Freunde matchen. Doch schon beim Einrichten zeigen sich einige markante Unterschiede zum Konkurrenten Tinder. Übrigens fragt Facebook dein Alter ab – bist du unter 18, kommst du nicht rein.

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Facebook Dating: Screenshots verboten

Auffällig ist zum Beispiel schon, dass der Dating-Bereich bis auf wenige Ausnahmen keine Screenshots zulässt, was in meinen Augen gar keine schlechte Idee ist. Gerade auf Twitter ist es gebräuchlich, sich über besonders merkwürdige Profile öffentlich lustig zu machen.

Doch wer Facebook Dating nutzen will, muss sich natürlich auch Gedanken darum machen, wem man da eigentlich die ganzen Daten gibt. Und es wird schnell klar: Facebook will viel mehr über dich wissen als Tinder. Das hat Vor- und Nachteile.

Facebook lässt dich nach Größe, Religion, Bildung und mehr filtern

Fortschrittlicher ist Facebook zum Beispiel bei der Angabe des eigenen Geschlechts bzw. sexuellen Identität. Da gibt es die Auswahl zwischen Cis-Frau, Transfrau, Cis-Mann, Transmann und Nicht-binäre Person. Bei der Angabe, nach wem du suchst, kannst du allerdings nur genau wie bei Tinder zwischen Frauen/Männer/Alle auswählen.

Etwas spooky wird es aber, wenn du die Suche darüber hinaus noch weiter filtern möchtest. Neben Alter und Entfernung stehen dir nämlich auch Regler für Größe, Sprache, Bildungsabschluss, Kinder und Religiöse Ansichten zur Verfügung.

Jeden Eintrag kannst du bei Bedarf als „Das ist ein Muss“ kennzeichnen. „Wenn das kein Muss ist, zeigen wir dir gelegentlich Profile, die diese Eigenschaft nicht mitbringen, aber trotzdem zu dir passen könnten“, erklärt Facebook darunter.

Facebook Dating vergleicht Gruppen und Events

Bei Tinder gibt es seit jeher die Möglichkeit, sich mit Facebook einzuloggen, und bist du mit einer Person auf der anderen Plattform befreundet, wird das bei Tinder meines Wissens nach noch immer angezeigt. Facebook selbst aber hat noch so viel mehr Möglichkeiten, Gemeinsamkeiten festzustellen, zum Beispiel über gemeinsame Gruppen oder Veranstaltungen, die ihr vielleicht unbemerkt besucht habt.

Bei der Gestaltung des Profils fällt noch etwas auf: Bei Facebook Dating lässt sich im Gegensatz zu Tinder ein bestimmtes Foto als Profilbild verwenden, das immer oben angezeigt wird. Darunter bleibt die Möglichkeit, weitere Fotos auszuwählen oder deinen Instagram-Account zu verbinden.

Eine Spotify-Verknüpfung konnte ich allerdings bis jetzt nicht entdecken (gerade mir ist der Musikgeschmack nicht gerade unwichtig). Eine Instagram und Facebook Stories sind in Facebook-Dating allerdings integriert.

Secret Crush: Endlich deinen geheimen Schwarm finden

Neben dem normalen Matching gibt es wohl auch noch den „Secret Crush“, also „geheimen Schwarm“. Damit kannst du bis zu neun Facebook-Freunde oder Instagram-Follower auswählen, auf die du heimlich stehst. Passiert das auch umgekehrt, werdet ihr gematcht.

Dass du Facebook Dating nutzt oder wen du etwa als Secret Crush auswählst, wird nicht veröffentlicht, darum musst du dir also keine Sorgen machen. Wohl sollte dir aber bewusst sein, wie viel intime Details du Facebook bei der Einrichtung verrätst.

Schon in Kürze sollte der Matching-Bereich in Deutschland freigeschaltet werden, wenn es soweit ist, aktualisieren wir diesen Artikel. Offene Fragen werden dir von Facebook hier im Hilfebereich beantwortet. Was meint ihr – gebt ihr Facebook auch in eurem Liebesleben eine Chance? 

(via)

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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