Was in einer TV-Sendung für eine fette Investition sorgte, haben wir uns zum Ausprobieren nach Hause geholt. Unser Testbericht zur Flapgrip-Handyhalterung.

Am vorangegangenen Montag lief mal wieder eine neue Folge der beliebten Vox-Serie „Die Höhle der Löwen“. Mehrere Schwerreiche streiten sich um die Finanzierung neuartiger Produkte, um damit noch mehr Reichtum zu erlangen. Es gibt dort viele Produkte, die wir in ähnlicher Form schon mal gesehen haben und trotzdem ist die Revolution immer ganz nah. Flapgrip gehört zu diesen Produkten. Eine für Smartphones konzipierte Halterung, die uns den Alltag leichter machen soll.

Was in erster Sekunde an Popsocket erinnert, soll mehr als die erfolgreiche Konkurrenz auf Lager haben. Die Gestaltung der Halterung, die wir an die Rückseite der Smartphones kleben, soll sogar als KFZ-Handyhalterung dienen können. Zugleich auch als Media-Stand, um das Smartphone vertikal oder horizontal auf einen Tisch stellen zu können. Außerdem ist Flapgrip sehr schlank, auch das ist ein Vorteil gegenüber vergleichbaren Produkten.

Flapgrip will die eierlegende Wollmilchsau der Handyhalterungen sein

Alles kann, nichts muss. Dieser berühmte Slogan trifft auf Flapgrip zu, denn die erste Generation hat noch einige Schwächen. Besonders begeistert waren auch die „Löwen“ der angesprochenen TV-Sendung davon, dass Flapgrip sogar im KFZ als Halterung dienen soll. Die gebogene Form macht möglich, die Halterung in klassische Luftauslässe der Innenraumbelüftung zu schieben, wo sie allein durch diese Form und wegen der matten Gummierung halten soll.

Natürlich haben wir das sofort ausprobiert, doch die Sache hat mehrere Haken. In unserem Beispiel kann sich Flapgrip tatsächlich gut in der Lüftung „festhalten“, doch sitzt insgesamt viel zu locker. Leichte Erschütterungen lassen das Smartphone stark wackeln, es ist außerdem kaum zum Fahrer ausgerichtet. Für den Alltag ist das nichts. In meinen Augen ist Flapgrip im Auto nur als spontane Zwischenlösung nutzbar, wenn man mal in einem Fahrzeug ohne entsprechende Halterung unterwegs ist.

Flapgrip ist schlank, aber auch das hat nicht nur Vorteile

Flapgrip ist sehr länglich und schlank. Der Mechanismus zum Öffnen und Schließen ist gut, erinnert aber nicht zufällig an die Schnapparmbänder von vor 20 Jahren. Im Inneren kommt im Grunde genommen dieselbe Art von Metall zum Einsatz. Könnte irgendwann ausleiern, doch bei einem Preis von unter 10 Euro wäre das zu verkraften. Die schlanke Bauweise ist etwas besser als bei Popsocket gelungen, das Smartphone liegt mit Flapgrip gut in der Hand. Aber leider nicht gut auf dem Tisch, das ist bei Popsocket aufgrund der größeren gleichmäßigen Fläche besser.

Manchmal muss man nachhelfen, normalerweise springt Flapgrip nach einer Art Tastendruck direkt auf:

Genauso einfach verschließt der Flapgrip sich wieder, das Federmetall wird quasi „gespannt“:

Im Lieferumfang ist nicht viel, zwei (sehr kleine) Reinigungstücher legt man dennoch bei. Verwendbar ist der Flapgrip durch seinen Klebestreifen eigentlich nur einmal. Mit einem guten Klebeband könnte man das Teil aber später sicher auch noch mal auf einem anderen Gerät befestigen. Auf dem Kunststoff-Case in meinem Testversuch hält Flapgrip im Originalzustand brutal fest.

Standhaft und gut in der Hand

Weniger fest, aber dennoch stabil steht Flapgrip auf dem Tisch, wenn die Standfunktion zum Einsatz kommt. Vertikal geht zwar auch, im Querformat macht Flapgrip aber eine wesentlich bessere Figur. Ist also auch nur bedingt so gut, wie es die Macher in ihren Präsentationen versprechen. Die Standfunktion ist letzten Endes von mehreren Faktoren abhängig, nämlich vom Schwerpunkt des jeweiligen Gerätes und wo ihr Flapgrip positioniert.

Flapgrip: Ist der Fernseh-Hype gerechfertigt?

Nein, ganz klar. Flapgrip hat einen interessanten Ansatz, damit man mehrere Lösungen in einem kleinen Bauteil hat. Aber gerade der spannende Teil, nämlich der Einsatz als KFZ-Handyhalterung, war dann doch mehr Schein als Sein. Aber man bekommt eine gute Unterstützung für die Einhandbedienung, die flacher als die Konkurrenz ist und derzeit auch weniger kostet. Für den Massenmarkt müsste man meines Erachtens noch deutlich mehr und kreativere Designs bieten können.

Flapgrip gibt es im Einzelhandel, beispielsweise bei Netto, allerdings auch schon online bei Amazon oder direkt beim Hersteller.

Nachträglicher Hinweis: Wie eigenständig die Idee von Flapgrip ist, kann man mit einem Blick auf chinesische Shops in Frage stellen. Dort gibt es SEHR ähnliches Zubehör, nur mit anderer Bezeichnung. Danke Marcel für den Tipp.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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5 Kommentare

  1. Ich kann nur für mich sprechen. Aber ich bin einer der Handy Nutzer die ihr Gerät hegen und pflegen, deshalb würde ich das Teil niemals kaufen und aufkleben.
    Auch nicht auf eine Hülle.

  2. Hey, also ich hab das Teil gekauft. Und nach 12h war die Feder ausgleiert… Außerdem finde ich ist es nich wirklich praktisch zu halten. Kann es nicht empfehlen !!! Ich habs wieder umgetauscht – 8 Euro sind 8 Euro ;-)

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