Google lässt KI auf sein ganzes Ökosystem los. Hoffentlich geht das gut.

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Google zeigt, wie man eine Plattform im großen Stil mit KI versorgt. In praktisch jeden Dienst wird Bard integriert.

Es war schon abzusehen, dass die Google I/O ein wahres KI-Feuerwerk zünden würde. Wie weitreichend die Konsequenzen jedoch sein würden, hatte ich nicht auf dem Schirm. Im Gegensatz zu Konkurrent OpenAI hat Google nämlich schon die Plattform bereitstehen, die vor allem durch das zentrale KI-Modell Bard deutlich aufgewertet wird – hoffentlich.

So hält KI nicht nur (noch mehr) in Google Fotos durch den Magic Editor Einzug, sondern auch Google Lens, Google Maps, die Google Suche, Gmail und Programme aus der Office-Suite wie Docs, Sheets und Slides. Google hat meiner Meinung nach zahlreiche sinnvolle Anwendungsfälle gefunden, KI in seine Apps unterzubringen, die über stumpfe Textgeneration hinausgehen. Doch auch die kann schon nützlich sein, wenn man sich das bisschen Hirnschmalz etwa für sowieso generische Textbausteine in Mails oder Zusammenfassungen von Texten ersparen kann. Bard soll euch aber beispielsweise auch helfen, Daten in Sheets zu analysieren oder Präsentationsfolien mit ansprechenden Grafiken zu versehen.

Achso: Google Bard ist jetzt für alle ohne Warteschlange frei verfügbar, allerdings nur in Englisch. Man arbeite an 40 weiteren Sprachen, unter denen sich höchstwahrscheinlich auch Deutsch befindet.

Eine der wichtigsten Neuigkeiten ist außerdem die Tatsache, dass Bard multimodal ist, sprich nicht nur Text, sondern auch Bilder verarbeiten kann. Ähnlich Bahnbrechendes hatte OpenAI auch bei GPT-4 präsentiert, die Funktion bis jetzt aber nicht freigegeben. Google bringt die Funktion über Google Lens direkt auf unsere Smartphones. Außerdem kann Bard auf Fragen mit Bildern antworten oder eigene generieren. Nicht nur das: Die Antwort könnte auch eine Google-Maps-Karte beinhalten.

Woran es ChatGPT derzeit ja noch besonders mangelt, ist die Möglichkeit, Quellen anzugeben (sehen wir von Bing ab). Genau das will Bard anders machen, und genauer angeben, wenn ganze Codeblöcke oder andere Zitate übernommen werden. Die erst kürzlich eingeführten Coding-Fähigkeiten werden um die Möglichkeit erweitert, Code direkt zu exportieren und auszuführen. Text lässt sich so auch schnell in Google Mail oder Google Docs einfügen.

Last but not least wird Bard natürlich auch in das Kernprodukt von Google integriert, die Suche. So könnten bald viele Fragen schon direkt auf der ersten Seite der Suchergebnisse beantwortet werden, was Leute, die Geld mit dem Besuch ihrer Webseiten verdienen, nicht sonderlich freuen dürfte. Aus Nutzersicht ist das aber natürlich ungeheuer praktisch.

Nicht nur an das eigene Ökosystem schließt Google Bard an, auch fremde Anbieter sollen bald integriert werden, etwa Wolfram, Instacart oder OpenTable.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass Google die Türen nicht sofort für alle öffnet. Die meisten komplexeren Verknüpfungen werden zunächst den ersten Testern zur Verfügung gestellt, nach deren Feedback Google Bard hoffentlich weiterentwickelt. Früher oder später wird generative KI aus Google-Apps aber nicht mehr wegzudenken sein.

Bard hat noch viel vor sich – die Verbindung von Google-Tools und fantastischen Diensten im Internet, um Ihnen zu helfen, alles zu tun und zu erschaffen, was Sie sich vorstellen können, durch eine fließende Zusammenarbeit mit unseren fähigsten großen Sprachmodellen. Wenn wir die menschliche Vorstellungskraft mit den generativen KI-Fähigkeiten von Bard kombinieren, sind die Möglichkeiten grenzenlos. Wir können es kaum erwarten, zu sehen, was Sie damit erschaffen.

Google

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