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HTC 10 im Test

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HTC 10 Test Header

Mit dem HTC 10 ist der Hersteller aus Taiwan endlich zurück auf altem Niveau, davon konnten wir uns im Test nun auch selbst überzeugen. Meine ersten Smartphones überhaupt waren von HTC, meine ersten Android-Geräte kamen ebenso von HTC, doch seit Jahren ist der Hersteller leider von meinem Radar verschwunden, denn die Geräte konnten gemessen am Preis nur noch selten überzeugen. Zuletzt konnte man aber mit dem One A9 (zum Testbericht) meine Aufmerksamkeit wieder gewinnen, das HTC 10 ist die Fortsetzung und Verbesserung der guten Ansätze.

Hinweis: Unser Testgerät hatte schon ein paar Schrammen, lasst euch davon aber nicht ablenken. Allerdings sieht man hier ganz gut, dass für tollpatschige Käufer wohl eher das helle Modell geeignet wäre.

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Design / Hardware

Es hat ne ganze Weile gedauert, HTC hat aber endlich die Optik der Frontseite entscheidend überarbeiten können, die schreckliche „black bar“ gehört jetzt der Vergangenheit an. Oder anders gesagt: HTC nutzt die Frontfläche des Smartphones endlich wieder zeitgemäß. Das tatsächliche Highlight ist für mich aber die Rückseite, die mit diesen abgeschrägten Kanten einen ganz eigenen Look besitzt. Optisch hübsch aber unpraktisch ist die stark über die Rückseite abstehende Kamera, die immer dann für innere Schmerzen bei mir sorgt, wenn man das Gerät unabsichtlich etwas härter auf einen Tisch ablegt. Ich vermute mal, der Rahmen nutzt sich relativ schnell sichtbar ab.

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Ansonsten ist der Look gelungen, selbst mit Home-Taste, die bei allen Modellen komplett in Farbe der Frontseite gehalten und daher sehr dezent gestaltet wurde. Keine hässliche Umrandung aus Chrome oder ähnlicher Mist. Die Druckpunkte der Tasten sind vernünftig, übrigens auch aus Metall, nur die Einschübe für microSD und SIM sind meines Erachtens eine Fehlkonstruktion, denn sie liegen bei meinem Gerät zu tief im Gehäuse und schließen nicht bündig ab. Wirkt nicht ganz stimmig, ist aber nur ein kleines Detail und bei Geräten im Handel vielleicht nicht so.

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Übrigens ist das HTC 10 recht dick, die Rückseite wiedermal ein wenig gewölbt. Dadurch liegt es aber angenehm in der Hand, wirkt nur ein wenig schwer (161 g).

Display / Kamera

Auch bei HTC sind die Zeiten von Full HD vorbei, im HTC 10 kommt ein QHD-Display mit einer Pixeldichte von 564 ppi bei einer Diagonale von 5,2″ zum Einsatz. Bei der Helligkeit überzeugt es mich nicht so richtig, es wirkt irgendwie immer ein wenig gedimmt. Aber es ist trotzdem ausreichend hell, nur bei direkter Sonneneinstrahlung hat das Gerät wie jedes andere ein paar Problemchen, sonst ist es meines Erachtens auch im Freien gut ablesbar. Die Farbdarstellung ist gut, sie lässt sich zudem wunderbar an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Ich setze auf das normale RGB Profil mit etwas wärmerer Darstellung. Die Blickwinkelabhängigkeit ist perfekt, das Display ist insgesamt sehr gut entspiegelt.

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Über das Display betrachten wir in der Regel auch das, was wir mit den verbauten Kameras in Form von Fotos und Videos aufzeichnen. HTC setzt auf eine ähnliche Kamera, die Google schon in der aktuellen Nexus-Serie verbaute (12 MP, 1,55 um große Pixel), nur mit einer größeren Blende (f/1.8), optischer Bildstabilisierung und natürlich eigener Software. Und das Ergebnis? Also absolut gelungen ist das gesamte Paket definitiv, die Kamera lässt sich fix per Wischgeste starten, Fotos und Videos kann man sehr komfortabel aus der Hüfte schießen, die App ist übersichtlich und bietet viele Funktionen (Zoe, Pro-Modus, Hyperlapse, Zeitlupe und mehr).

Wer einfach Fotos machen will, startet die Kamera (beispielsweise per Wischgeste bei ausgeschaltetem Display) und betätigt den Auslöser, für alle anderen Nutzer sind noch zahlreiche Optionen und Spielereien an Bord, damit uns nie langweilig werden kann. Hier sind ein paar wenige Fotos aus dem Alltag und einen kleinen Vergleich mit der Nexus-Kamera gibt es hier.

HTC 10 Kamera App

Performance / Software / Akku

HTC setzt auf den Snapdragon 820 und 4 RAM Arbeitsspeicher. Das ist meines Erachtens durchaus die richtige Entscheidung gewesen, denn trotz QHD-Display rennt das 10 unfassbar schnell bei allen Aufgaben. Dazu trägt mit Sicherheit auch die Software bei, denn HTC hat noch mehr zurückgeschraubt, setzt mehr auf die vorhandenen Google-Dienste. Die Software aus eigenem Haus ist zudem optisch angepasst, natürlich an das Design der Google-Apps. Finde ich cool, es macht den Eindruck ein Stock-Android zu sein und bzgl. Android-Updates hat sich HTC in der jüngeren Vergangenheit auch stark verbessert. Es gibt nur ein paar wenige Zusätze, wie die Steuerung per Gesten, eine Theme-Engine usw.

HTC 10 Software Design

HTC 10 Personalisieren, Gesten usw

Gaming? Gar kein Problem für das Top-Smartphone von HTC. Spiele wie Real Racing 3 laufen flüssig durch, so wie das auch sein muss. Auf Ergebnisse aus Benchmarks verzichte ich wie üblich, die sind eigentlich kaum aussagekräftig. Ihr müsst mir einfach glauben, dass dieses Smartphone nicht nur auf dem Datenblatt zu den schnellsten und leistungsfähigsten am Markt gehört.

Akku? Davon ist reichlich vorhanden, HTC stockt wie die Konkurrenz auf, 3000 mAh sind hier verbaut. Die sorgen für eine sehr gute Laufzeit, über 4 h Display sind bei mir immer drin gewesen und das bei einer gesamten Laufzeit von über 24 h. Wer mit 10 h über den Tag kommt, wird natürlich mehr bei der „Screen on time“ erreichen können. Mal ein Vergleich? Mein Nexus 5X hat 300 mAh weniger, löst aber auch nur Full HD auf. Dennoch sind hier so gut wie nie mehr 2,5 h SOT drin und 24 h Gesamtlaufzeit auch eher selten.

Sonstiges

Das Konzept der Lautsprecher weiß zu überzeugen, hebt sich aber weniger als erwartet ab. HTC verbaut im 10 einen Lautsprecher für hohe Töne über dem Display und einen Tieftöner an der Unterseite. Der Sound klingt interessant, sehr voll und vor allem ausgeglichen für beide Ohren. Vom Stuhl fall‘ ich deshalb aber nicht, es ist und bleibt ein Smartphone mit entsprechend kleinen Lautsprechern. Trotzdem bietet HTC die derzeit beste mir bekannte Lösung für mobilen Sound.

HTC 10 Test (3)

 

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Mir persönlich sind die Tasten ein wenig zu weit unten angesetzt, für meinen kurzen Daumen ist ganz besonders die Zurück-Taste etwas zu weit weg und oftmals treffe ich sie deshalb nicht beim ersten Versuch. Ich bin aber sowieso eher Fan von Tasten in der Software. Aber einen Fehler hat man beseitigt, denn beim One A9 gab es die physische Home-Taste und die Tasten in der Software. Jetzt sind alle vorhandenen Tasten wieder auf gleicher Höhe angeordnet.

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Auch wenn mir USB Typ C bislang wenig bringt, mag ich den Anschluss doch irgendwie mehr. Über diesen Anschluss kann das HTC 10 natürlich auch Quick Charge von Qualcomm, sodass man vor spontanen Ausflügen recht fix viel Strom in den Akku bekommt.

Fazit

HTC hat ein Brett gelegt und das kann ich sich mehr als nur sehen lassen. Es hat fast keine Schwächen und genau das erwartet man ja auch von einem Smartphone im Wert von über 600 Euro. Das Niveau ist krass gestiegen in den vergangenen Jahren, natürlich gibt es auch für dieses Gerät eine klare Kaufempfehlung. Aus einer ganz einfachen Sicht, ob die Krise von HTC den Geräten geschuldet ist, müsste der Konzern jetzt mit einem Schlag einen Satz nach vorn oder oben machen. Mich hat das HTC 10 voll abgeholt, ich bin wieder Fan.

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10 Kommentare
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10 Comments

  1. CarFreiTag

    3. Juni 2016 at 07:59

    Zurück etc. nicht als Software-Tasten? Das ist ein No-Go… :(

    • Denny Fischer

      3. Juni 2016 at 10:08

      find ich gar nicht so mega schlimm, Software habe ich aber auch lieber. Warum du?

    • CarFreiTag

      3. Juni 2016 at 11:56

      Naja – weil Softwaretasten flexibler sind – alleine schon beim Drehen des Bildschirms. Sie brauchen keinen unnützen Platz etc. Außerdem reagieren sie besser imho also Hardwaretasten.

    • Denny Fischer

      3. Juni 2016 at 12:06

      sie brauchen keinen Platz? Dafür geht doch Display flöten :D

      Ok, das mit der Reaktion hab ich noch gar nicht ausprobiert.

    • CarFreiTag

      3. Juni 2016 at 20:35

      Da geht kein Display flöten. Die Buttons erscheinen ja nur, wenn ich sie brauche – sind ja nicht dauerhaft sichtbar.

      Bei manchen Handys sind die Harwaretasten so klein, dass es oft nicht auf anhieb klappt, den Button richtig zu erwischen. Sony Xperia S war damals so ein Teil. Und viele andere auch.

    • Denny Fischer

      3. Juni 2016 at 22:14

      also wenn die App nicht zufällig automatisch in den Vollbild schaltet, sind die Tasten dauerhaft an. Zumindest wenn man das nicht umbastelt ^^

    • CarFreiTag

      13. Juni 2016 at 10:40

      Dann nutze ich solche Apps scheinbar nicht. ;-)

  2. mindflux

    4. Juni 2016 at 08:51

    Es hat Schwächen.

    Interner eMMC-Speicher ist gegenüber UFS (S7) drastisch lahm. Einfach mal Spielszenen (z.B. Xelorians) laden. 2 Sek (S7) gegenüber 30 Sek (HTC10) sind eklatant und praxisrelevant.

    Display hat bei schrägen Blinkwinkel einen Rotstich. Bekommt man aber mit kühlerer Einstellung in den Griff.

    Lautstärkewippe und Powerknopf machen für ein 700Euro-Gerät einen wackligen Eindruck.

    Gefühlt hab ich den Eindruck die Software ist noch nicht ganz ausgereift. Es gibt bei mir Mikrohänger und beim Installieren hatte ich ein paar merkwürdige Grafikfehler. Jedoch noch keine Abstürze.

    Boomsound bzw. Lautsprecher sollen wohl eher ein Marketingwitz sein – macht jedenfalls keinen Stich gegen S7 oder billiges Alcatel Idol 3.

    Top ist die Nähe zu Stockandroid, die Hometaste mit den im Rahmen integrierten Buttons, deren Beleuchtung man einstellen kann.

  3. Jyunus Djack

    5. Juni 2016 at 12:40

    HTC 10 ist kacke! Samsung is the best bitches!

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