Huawei P9 Plus im Test: Bietet es wirklich mehr?

Huawei P9 Plus Test Header

Kurz nach dem Huawei P9 durften wir auch das P9 Plus testen, das grundsätzlich gleich ist und nur an wenigen Stellen auf dem Datenblatt noch etwas mehr zu bieten hat. Lohnt sich das teurere Upgrade? Gute Frage, die ich probieren werde zu beantworten. Grundsätzlich kann man aber schon vorweg sagen, dass die Unterschiede vom P9 zum P9 Plus ziemlich gering und fast nicht spürbar sind, so zumindest war mein Eindruck der beiden Android-Smartphones nach mehreren Wochen Test.

Im folgenden Test gehe ich hauptsächlich auf die Unterschiede ein, den Rest könnt ihr im bereits veröffentlichen Test vom normalen P9 nachlesen!

Hardware / Design

Grundsätzlich ähneln sich beide Geräte doch sehr, ein paar Unterschiede aber dennoch vorhanden. Beim Display ist sicher der größte Unterschied vorhanden, denn das P9 Plus hat ein AMOLED und kein LCD, das zudem 5,5″ groß ist. Nur die Auflösung bleibt unverändert bei Full HD, was meines Erachtens auch gut so ist, zumindest wenn man keine VR-Anwendungen nutzt. Weitere Unterschiede findet man beim Speicher, 4 GB RAM und 64 GB Datenspeicher statt 3 GB RAM und 32 GB, zudem ist der Akku mit 3400 mAh beim P9 Plus um satte 400 mAh größer.

Ob man die Veränderungen merkt, werde ich gleich verraten, vorher mal noch ein paar Worte zum Gehäuse. Dieses bleibt grundsätzlich sehr ähnlich, nur ist das P9 Plus mit seinen 162 g natürlich schwerer. Stört mich persönlich aber (fast) nicht wirklich, das Gewicht ist der Größe des Gerätes durchaus angemessen. Einen Fehler macht Huawei meines Erachtens bei der Rückseite, die beim P9 Plus mit Lack überzogen ist, was für Anfälligkeit für Fingerabdrücke und womöglich auch Kratzer sorgt.

Huawei P9 Test

Mir persönlich gefällt das pure Metall des P9 besser, das fühlt sich einfach cooler an und bietet auch mehr Grip in der Hand. Ich finde die Entscheidung fragwürdig, beim P9 Plus auf ein anderes Material zu setzen. Klar, man will auch einen spürbaren Unterschied bieten, doch das hat nach meinem Geschmack nicht so richtig gut geklappt.

Huawei P9 Test

Huawei P9 Test

Huawei P9 Test

Huawei P9 Test

Display

Die nächsten deutlichen Unterschiede finden wir beim Display, welches nun 5,5″ in der Diagonale misst und ein AMOLED statt LCD-Panel ist. Die Größe des Displays ist natürlich rein subjektiv zu betrachten, ich mag es nun nach ein paar Jahren Findungsphase tatsächlich immer gern um die 5″ groß und nicht viel größer. Bei der Darstellung wird allerdings klar, wo die Unterschiede bei beiden P9-Smartphones liegen, denn das AMOLED-Panel des P9 Plus wirkt deutlich kräftiger und lebendiger in den Farben, zudem hat es aufgrund der LEDs ein richtig tiefes Schwarz zu bieten.

Trotz der gleichbleibenden Auflösung ist die Darstellung noch immer sehr scharf, hängt bei starkem Sonnen- oder Umgebungslicht dem LCD-Panel des P9 aber sichtlich nach. Generell scheint die Darstellung insgesamt immer etwas dunkler, was mir auch schon im direkten Vergleich vom HTC One A9 (AMOLED) und dem P9 aufgefallen war. Übrigens spinnte der Sensor für die Helligkeit bei mir und regelte nicht nach, was öfter an den Tagen der Fall war, an denen ich mich viel draußen in der vollen Sonne befand. Sicher nur ein kleiner Bug oder gar Defekt meines Testgerätes.

Huawei P9 Plus Press Touch

Erst kurz vor Ende der Testlaufzeit ist mir dann noch klar geworden, dass das P9 Plus über das sogenannte Press Touch verfügt, das weitere Funktionen bei stärkerem Druck auf das Display ermöglicht. Ihr seht schon, eine derart proprietäre Funktion ist quasi nur bei den System-Apps von Huawei nutzbar, die ich fast gänzlich nicht nutze, weshalb mir Press Touch während der Testphase eben auch nie über den Weg gelaufen ist. Press Touch ist zwar nett, bleibt aber fast ständig verborgen und daher ein quasi nutzloses Feature.

Performance / Akku

4 statt 3 GB RAM, die sich erst mal besser anhören, bei meiner Nutzung im Alltag aber keinerlei Vorteil mitbrachten. Das P9 Plus ist nicht schneller oder langsamer als das normale P9 und ein Problem mit sich ständig schließenden Apps aufgrund zu wenig Arbeitsspeichers habe ich natürlich auch beim P9 nicht gehabt. Astrein laufen beide Geräte, sie sind richtig schnell und lassen keine Wünsche offen.

Anders beim Akku, der beim P9 Plus tatsächlich nur schlechtere Laufzeiten erzielen konnte, obwohl er 400 mAh größer ist und bei der sonstigen Hardware nur wenige Unterschiede vorhanden sind. Ist das AMOLED-Display schuld? Scheint so, anders kann ich mir das nicht erklären. Die 5 h Screen-On-Time des P9 schaffe ich mit dem P9 Plus nicht mal annähernd, hier werden schon 4 h knapp. Weiterhin hält bei mir eine Ladung des Akkus insgesamt so um die 24 h oder etwas länger durch.

Sonstiges

Sound

Hier macht das P9 Plus eine noch etwas bessere Figur, der Sound scheint nochmals lauter und kräftiger zu sein, des Weiteren schalten Apps wie YouTube im Querformat in einen hörbaren Stereosound um, da für ein gleichmäßiges Klangbild ein Lautsprecher in der Ohrmuschel zusätzlich zum Einsatz kommt.

Huawei P9 Test

Huawei P9 Test

Software

Zwar ist die Software vom P9 und P9 Plus fast ohne Unterschiede, dennoch scheinen mir hier die Energiesparfunktionen wieder stärker in das System einzugreifen. Manche Apps, wie beispielsweise meine smarte Alarmanlage, wollen trotz Whitelist und „im Hintergrund aktiv halten“ einfach keine Benachrichtigungen an mich weiterleiten. Nervt, ist aber ein seit langer Zeit bekanntes Problem der Software von Huawei, Xiaomi usw.

Fazit

Plus, das klingt ja erst mal gut und vor allem nach mehr, doch mir gibt das P9 Plus von Huawei eben nicht mehr als es das P9 schon getan hatte. Weder verspüre ich einen Vorteil durch den größeren Arbeitsspeicher, noch ist das Display besser oder gar die Akkulaufzeit länger. Ich habe vom Plus-Modell unterm Strich sogar weniger. Noch immer ist das P9 Plus zwar ein überragend gutes Android-Smartphone, ich würde aber das P9 für mich bevorzugen.

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  • jenne

    Beim Plus hat die Frontkamera eine viel bessere Lichtstärke (1,9 vs. 2,4). Dies sollte man bei Selfies merken, denn oft schießt man solche ja in Räumen bei weniger Licht.

    64 GB intern sind für Viel-User von Vorteil, da manche Apps viel Speicher brauchen (WhatsApp geht nicht auf die SD-Card). Beim Samsung S6 haben alleine die 64 GB ggü. 32 GB schon 100 € gekostet.

    4 GB Ram dürfte man z.B. mit Lightroom mobile (RAW-Konvertierung) merken.

    PressTouch hat erstmal noch nicht viele Funktionen, aber für die Zukunft der Apps ist man damit auch bei Android gerüstet. Mal abwarten, was da noch kommen wird. Das Reinzoomen ins Bild je nach Druckstärke finde ich nicht schlecht. Die einzublendende Navigationsleiste soll mit PressTouch quasi überflüssig sein (das muss ich nochmal beim P9 Plus meiner Tochter testen :)).

    Stellenweise war zu lesen, dass der Akku beim Plus-Modell doch länger hält.

    Der bessere Sound ist auch kein Nachteil, wie auch das Schnellladegerät im Lieferumfang. (Das P9 ist auch schnellladefähig, braucht aber ein zugekauftes Schnellladegerät).

    Insgesamt ist das Plus-Modell rein hardwaremäßig eigentlich den Aufpreis wert, aber es ist auch individuell unterschiedlich, ob es sich lohnt. Ein Nachteil des P9 Plus ist die geringere Gehäuse-Farbauswahl.

    Der Helligkeitssensor regelt beim P9 Plus meiner Tochter auch nicht korrekt nach, finde ich.