Nicht jeder hat das Internet und den Online-Handel verstanden, das unterstreichen die neusten Ideen der CDU.

Die deutsche Politik wird im Bezug auf das Internet immer verrückter. Diesmal wollen sich CDU-Abgeordnete erneut an einer Bestrafung des Online-Handels abarbeiten. Während sich ein Teil des Online-Handels weiterhin nicht entwickeln möchte, der Online-Handel hingegen den Komfort für Kunden immer weiter steigert, sieht man bei CDU/CSU nicht die wahren Probleme des Einzelhandels in den Innenstädten. Deshalb ist auch die neuste Idee in meinen Augen viel zu kurzsichtig.

Die regierende Fraktion plant einen „Pakt für lebendige Innenstädte“, heißt es in der Welt am Sonntag. Ein neuer Fond soll dafür entstehen, der aus verschiedenen Quellen gefüllt wird. Einen Teil davon möchte man beim Online-Handel eintreiben. Hierfür soll es eine Paketabgabe geben, die sich am jeweiligen Bestellwert orientiert. Die Begründung für diese Ideen finde ich fadenscheinig und auch nicht sonderlich realistisch.

„Mit den Einnahmen wird der Onlinehandel an den Kosten von ihm genutzter kommunaler Infrastruktur beteiligt. Beseitigt wird damit die Schieflage gegenüber dem stationären Einzelhandel, der schon heute mit seinen Steuern erheblich zum Gemeindehaushalt beiträgt.“ – Tagesschau, Welt am Sonntag

Geplant seien die Mittel zur „Stärkung eines vielfältigen Einzelhandels“, außerdem als Überbrückungshilfen aufgrund der Pandemie. Ob deswegen zukünftig mehr Leute in Geschäfte gehen, die sich als unflexibel erweisen, teilweise noch immer auf grundlegende Dinge wie Kartenzahlung verzichten, wage ich grundlegend anzuzweifeln. Die notwendigen Hilfskosten aufgrund des Lockdowns einfach abzuwälzen scheint mir auch nicht sonderlich fair.

Paketabgabe wird gar nichts retten

In meinen Augen muss der Weg in die Innenstädte für die Bevölkerung komfortabel zu bewältigen sein. Andererseits muss ein großer Teil des Einzelhandels über das bloße Verkaufen hinausgehen, Service und Komfort für Kunden erhöhen. Der Produktpreis ist nicht der einzige Faktor, das ist ein weitreichender Irrglaube. Grundlegende Probleme des Einzelhandels werden nicht behoben, nur weil Amazon und Co. ein paar Euro abdrücken.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.