Japans Weg zur App-Freiheit fordert Google und Apple heraus

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Japan plant eine gesetzliche Reform, um die Dominanz der App-Stores von Google und Apple zu durchbrechen.

In der Welt der Smartphone-Apps zeichnet sich ein Wandel ab. Japan plant eine allem Anschein nach eine Gesetzesreform, die den App-Markt revolutionieren könnte. Ziel ist es, die Dominanz der Betriebssystem-Giganten Google und Apple zu brechen und eine neue Ära der „App-Freiheit“ einzuläuten.

Im Mittelpunkt des Gesetzes steht die geforderte Möglichkeit, Apps auch aus alternativen Quellen laden zu können. Android-Nutzer werden nur müde lächeln, aber auf iPhones war das bekanntlich nie ganz so einfach. Mit der Reform könnten die Tage, in denen Apps zwangsweise über den App Store bezogen werden können, gezählt sein.

Allerdings muss man sich auch vor Augen führen, warum Apple diese Schranke bislang nicht geöffnet hat: Apps im App Store wurden auf Schadsoftware überprüft, weswegen man sich meistens sicher sein kann, dass sie keine Nachteile verursachen. Bei Google sieht das da schon etwas anders aus, wie regelmäßige Berichte zeigen.

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Wettbewerb und Verbraucherschutz im Fokus

Die japanischen Regulierungsbehörden hoffen, dass die neuen Regeln den Wettbewerb wiederbeleben und Preise senken können. Nutzer sollen durch das Gesetz auch davon profitieren, vorinstallierte Apps zu löschen und die Kontrolle über ihre Geräte zurückzugewinnen.

Die Änderungen betreffen außerdem die Bezahlmethoden in den App Stores. Bislang verlangen Apple und Google eine Provision von bis zu 30 Prozent für In-App-Käufe, die über ihre Plattformen getätigt werden. Mit der neuen Regelung könnte diese Praxis der Vergangenheit angehören.

Trotz der möglichen Vorteile haben Apple und Google wenig überraschend Bedenken geäußert. Sie warnen vor Risiken für Endnutzer, signalisieren aber auch ihre Bereitschaft zu konstruktiven Gesprächen mit den Regulierungsbehörden. Die Vorteile wären hauptsächlich für die Kunden, nicht die Unternehmen.

Parallelen zur EU-Regulierung

Die japanische Reform erinnert stark an die europäischen Bestrebungen zur Regulierung des digitalen Marktes. Auch hier sollen ab 2024 die Möglichkeit des Sideloadings und alternative App Stores eingeführt werden, wobei Sicherheit und Datenschutz im Vordergrund stehen.

Übrigens gab es schon vor einer Weile Berichte darüber, dass auch Microsoft einen App Store für Android plant – daraus ist bis jetzt aber noch nichts geworden.

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2 Kommentare zu „Japans Weg zur App-Freiheit fordert Google und Apple heraus“

  1. Finde ich gut wenn man die Möglichkeit hat. Wer es nicht möchte muss es ja nicht nutzen . Wichtig finde ich auch das man restlos alle vorinstallierten Apps entfernen kann. Oder jene schon gleich nicht installiert sind. So muss sich mal die breite Masse einen Kopf machen, und sieht das es auch alternativen gibt.

  2. Mal stelle sich mal vor, wie winzig und unbedeutend Youtube, Twitter und Facebook (und damit auch Instagram und Whatsapp) heute sein könnten, wenn man vorinstallierte Apps von Anfang an mit dem Argument der Wettbewerbsmanipulation unterbunden hätte.

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