In der jüngeren Vergangenheit haben drei populäre Videodienste ihre Preise erhöht, was bei den betroffenen Kunden in der Regel gar nicht gut ankam. Dabei stelle ich mir allerdings immer wieder die Frage, ab wann ein Preis eigentlich zu hoch ist. Wie viel würde ich höchstens zahlen und einen Preis gerechtfertigt finden? Dafür sind verschiedene Faktoren entscheidend, wie man in den Kommentaren immer wieder lesen kann.

Ich selbst habe auch ein paar Punkte, die für mich entscheidend sind, ob ein Preis noch stimmt oder wann das nicht mehr der Fall ist. Nehmen wir als Beispiel mit Netflix den populärsten Videodienst, der in meinen Augen zuletzt massiv abgebaut hat. Netflix produziert zwar immer mehr eigene Inhalte, allerdings oftmals von überschaubarer Qualität. Hier geht es darum, möglichst viel zu bieten und schlussendlich nur die erfolgreichen Produktionen fortzuführen.

Qualität steht nicht immer im Fokus

Da das Internet schnelllebig und das Abonnement schnell gekündigt ist, legt Netflix in einem unfassbaren Rhythmus immer wieder neue Inhalte nach. Darunter leidet die Qualität ganz massiv. Das sieht man auch in größeren Produktionen wie dem aktuellen Netflix-Film „Army Of The Dead“. Da liest man von „Netflix-Meisterwerk“ und „Zombie-Action-Blockbuster“. Aber eigentlich ist das ein Streifen, dessen übertriebener Einsatz von Hintergrundunschärfe und Weichzeichner eher an Porträts eines 150-Euro-Smartphones erinnert.

Und Lupin, feiert diese Serie jemand nicht? Ich persönlich kann mit den sehr schwachen Dialogen und den zahlreichen Logikfehlern leider nichts anfangen. Fortgesetzt wird diese Serie dennoch, weil man einen Nerv getroffen und den richtigen Hauptdarsteller gewählt hat. Qualität ist eben auch Geschmacksache.

Würden wir uns nicht in die Netflix-Kosten reinteilen, könnte ich inzwischen von einem Abonnement absehen. Bis auf wenige Dokumentationen bietet mir Netflix kaum noch attraktive Inhalte. Ich persönlich bin raus aus der Phase, in der ich jede neue Produktion gesehen haben muss. Nicht nur aus qualitativen Gründen. Auch die Langlebigkeit mancher Serien ist zu kurz, da weitere Staffeln oftmals nicht gesichert sind.

Querfinanzierung der Inhalte kommt nicht bei jedem gut an

DAZN ist ein weiteres aktuelles Beispiel, wo Emotionen der Kunden hochkochen. Die jüngste Preiserhöhung auf 14,99 Euro Monat haben die Verantwortlichen mit mehr Bundesliga und Champions League begründet. Tolle Sache. Jedenfalls für Fußballfans. Wer bei DAZN wegen anderen Sportarten zahlender Kunde ist, muss den höheren Preis trotzdem zahlen. Aber auch einige Fußballfans leiden, deren Sky-Abonnement trotz weniger Fußballspiele aus aktueller Sicht nicht günstiger wird, während DAZN die Preise anzieht.

Tiefpreise nicht dauerhaft haltbar

DAZN hat vor fünf Jahren mit 9,99 Euro je Monat hier in Deutschland begonnen, bis jetzt ist der Preis um 5 Euro teurer geworden. Das bedeutet eine Preiserhöhung von einem Euro jedes Jahr. Die anfänglichen Tiefpreise können die Videodienste nicht halten, was auch für Netflix und Disney+ gilt. Eingekaufte Übertragungsrechte, Eigenproduktionen und vor allen Dingen der permanent steigende Bedarf an Kapazitäten sind fortwährende Kostentreiber.

Aber wann ist eine Grenze erreicht? Ab welchem Zeitpunkt steigen die Kunden aus, weil sie die Preise nicht mehr mitgehen möchten? Für mich persönlich sehe ich darin jedenfalls einen entscheidenden Faktor, warum ich keinen Vollpreis mehr für Netflix zahlen möchte. Inhalte und Preise passen für mich nicht mehr zusammen.

Wie geht es euch bei diesem Thema, habt ihr eventuell sogar aufgrund der letzten Preiserhöhungen gekündigt?

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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5 Kommentare

  1. Moin,

    also ich zahle:

    – 19,99€ für Sky (E+S+B+HD+GO)
    – 17,99€ für Netflix Premium
    – 8,60€ über 5 Jahre im Schnitt für DAZN
    – 6,59€ für HD Plus

    Macht im ganzen 53,17€ was für das Gebotene ein top Preis ist. Bin soweit sehr zufrieden.

    Bis 100€ würde ich für meinen TV Genuss zahlen. Die Auswahl macht es einfach angenehmer.

  2. Also ich zahle 12€ für Netflix und 15€ für Spotify.
    Mein bester Kumpel zahlt Disney+ und mein Bruder Prime. Jeder hat jeweils einen Slot in jedem Dienst.

    Falls Netflix & Co. Irgendwann wirklich ernst machen mit der Einschränkung des Sharings, dann würde ich einfach alle paar Monate wechseln. Wenn eine neue Discovery, Titans oder Stranger Things Staffel kommt, dann wird Netflix gebucht. Kommt eine neue Staffel The Boys oder Picard, dann Prime. Kommt was neues bzgl. Star Wars oder eine interessante Marvel Serie, dann Disney+.

    Habe nie verstanden warum bei der „Fragmentierung des Streamingmarktes“ immer sofort losgeschrien wird das die Piraterie wieder zunimmt, die meisten Dienste kann man monatlich kündigen.

  3. Ich bin gerne bereit bis zu 30,- € im Monat für einen für mich brauchbaren Dienst zu zahlen, nur gibt es den leider nicht.
    Netflix ist keine 3,- € wert, Disney+ hat viel zu wenig Inhalt, Musik interessiert mich nicht genug um monatlich so viel Geld zu zahlen. Da kaufe ich mir meine paar Alben lieber in höchst möglicher Qualität, hab ich mehr von, auch offline. Die offline-Geschichte ist aber sicher eh nur was für ältere Leute, die wie ich noch mit Tonbändern aufgewachsen sind. Wir geben uns noch Mühe und nehmen uns die Zeit „ein Tape“ zu erstellen. Was hat das damals Spaß gemacht. Dann kam mp3, und der Untergang von Qualität, der sich bis heute durchzieht. Bei Musik scheint es sich zwar gerade zu wandeln, aber ob das die mp3-Kids überhaupt merken? Die Meisten definitiv nicht.
    Amazon Prime ist der einzige Dienst, der fürs Geld auch richtig was bietet, ist ja auch der Versand mit drin. Aber auch dort kaufe ich lieber meinen Content. Ist ja dauernd was im Angebot und man muss eigentlich selten mehr als 3,98 € für einen Film ( auch 4K), oder 4,98 für eine Serien-Staffel zahlen.
    Ansonsten hab ich nur noch SKY, da hat man wenigstens noch etwas Vielfalt.

  4. Also wer monatlich brav noch sein Netflix, AMZ Prime oder sonst was zahlt, der sollte sich lieber damit beschäftigen wie man das umgehen kann. zunächst einmal kenne ich persönlich niemanden der dafür zahlt ^^ das sind alles Schnorrer. irgendeiner hat das mal gekauft gibt’s weiter und alle nutzen das. wer genau der Zahler ist weiß auch niemand.

    ansonsten bieten einige Seiten Jahres Accounts an zum Preis von einem Monats Account. das ist natürlich mega. man zahlt einmalig 10 – 20 € und hat ein Jahr lang Ruhe.

    oder es gibt komplett modifizierte Apps Versionen wo man automatisch Premium Zugang lebenslang hat

    Oder z.b. über den fire TV Stick kann man das programm KODi draufladen. und dazu gibt es auch verschiedene Packs so dass man das gratis dann genießen kann.

    naja oder es gibt nach wie vor zig Seiten wo man alle möglichen Filme und Serien anschauen kann und runterladen

    1. Diesen Kommentar sollte man schleunigst löschen!!! Das ist alles höchst illegal und Anstiftung zu Straftaten!!!

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