Google hat jahrelang einen bestimmten Aufbau für Android-Apps vorangetrieben, der im Zeitalter der Gestensteuerung plötzlich ein Usability-Problem ist.

Google hatte ab Android 9 eine neue Gestensteuerung eingeführt, welche zwar auch heute noch immer nicht erzwungen wird, doch längst als neuer Standard auf Android-Smartphones gilt. Inzwischen ist für mich die Gestensteuerung ausgereift, sie funktioniert gut und fühlt sich natürlicher als das Benutzen einzelner Tasten an. Doch da gibt es weiterhin ein Problem, denn der noch immer typische Aufbau von Android-Apps kommt einer wichtigen Geste in die Quere. Google sollte anstreben, den Aufbau von Android-Apps schneller zu ändern.

Standard ist in sehr vielen Android-Apps, dass der Nutzer das Hauptmenü vom linken Bildschirmrand aufziehen kann. Man wischt mit dem Finger vom Bildschirmrand zur Mitte des Displays. Dummerweise ist genau diese Bewegung heute ein wichtiger Teil der Gestensteuerung und bringt den Nutzer immer auf den vorherigen Bildschirm zurück. Eine Zwischenlösung existiert zwar, funktioniert im Alltag aber meist nicht so gut.

Zwischenlösung macht nicht sonderlich viel Spaß

Es gibt jetzt diese Gesten:

  • Zurück: Finger ansetzen und sofort wischen
  • Hauptmenü: Finger ansetzen, kurz waren und dann wischen

Aber wie schon erwähnt, klappt das im Alltag viel zu oft nicht sonderlich gut. Eine weitere Alternative das Hauptmenü zu öffnen, ist das Symbol links oben in der Displayecke, was nun alles andere als zeitgemäß bzgl. Einhandbedienung ist. Also hat man sich bei Google eine Lösung für die Zukunft einfallen lassen, die das Unternehmen aber selbst noch nur selten umsetzt. Es gibt nicht mehr das Hauptmenü am linken Bildschirmrand, stattdessen werden die darin enthaltenen Menüpunkte aufgeteilt.

Google auch nicht immer ein gutes Vorbild

Google, YouTube, Google Fotos und Google Maps sind die ersten und bis dato einzigen Google-Apps, für welche man den neuen State-of-the-Art-Aufbau für Android-Apps bislang umsetzte. Einstellungen und einige Menüpunkte findet man jetzt hinter dem Profilbild in der Suchleiste, alle anderen Funktionen der Apps sind in Tabs am unteren Bildschirmrand aufgeteilt. Das veraltete Hauptmenü ist Geschichte.

Bislang läuft die Umsetzung dieser neuen Variante noch recht schleppend und selbst Google ist der eigenen Idee nicht immer treu. An dieser Stelle wird auch mal wieder auffällig, wie schwer es ist, derartige Veränderungen umzusetzen, sodass der Nutzer davon „schnell“ etwas hat. Es werden Jahre vergehen, bis Drittanbieter-Apps umgebaut sind.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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5 Kommentare

  1. Man müsste sie gar nicht entfernen.
    Man müsste die Geste einfach wie in Telegram machen.
    Dann kann man überall in der Main Activity von nach rechts swipen und es geht auf.

  2. Es gibt noch zwei weitere Möglichkeiten das Menü zu öffnen.

    1. Die einhändige Variante: vom linken Bildschirmrand diagonal wischen
    2. Die zweihändige Variante: mit zwei Fingern vom Bildschirmrand nach rechts wischen

  3. Die Gestensteuerung ist eh viel zu umständlich.
    Wir haben inzwischen riesige Handys, wo leicht ein paar Pixel für die Navigationsleiste unten vorhanden sind. Damit kann man dann auch leichter Sonderfunktionen aktivieren (doppelt auf den app-switcher um zwei Apps gleichzeitig zu nutzen). Mit Gesten geht das nur äußerst umständlich.
    Aber nein, man muss ja immer den blöden Äpfeln hinterher rennen weil die ja alles SO PERFEKT machen…

    1. Gestensteuerung seit Android 9?
      Wusste gar nicht, dass es das gibt. Interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht die Bohne…

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