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Marktgeschehen

Libra: Facebook-Geld bekommt reichlich Gegenwind – von traditionellen Banken

Denny Fischer

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Schon seit Jahren träumen einige Vorreiter von einer digitalen und dezentralisierten Währung, doch es gibt auch für Facebook Libra viel Gegenwind. Wer heute auf den Bitcoin setzt, kann morgen schon reich oder bettelarm sein. Die wohl bekannteste Kryptowährung schwankt wie 10 Russen nach einer Diskonacht, was der neuen Kryptowährung Libra von Facebook allerdings nicht passieren soll. Es gibt aber Kritik, zum Beispiel von der Bundesbank.

Man hat Angst vor dem wilden Westen, klassische Währungen und „unabhängige“ Notenbanken müssen die Basis der Wirtschaft bleiben und den Aufseher mimen können. Zumal es an Regulierungen fehlt, die für das dezentrale Digitalgeld international gelten.

Es ist eine Errungenschaft, dass unabhängige Notenbanken für stabiles und sicheres Geld sorgen. Dieses System, das großes Vertrauen genießt, müssen wir bewahren. Daher sollten wir ganz besonders auf die Risiken schauen. Zum Beispiel dürfen solche Plattformen nicht ein neuer Marktplatz werden, um Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu tätigen. Einige wollen Libra gleich rundweg verbieten.

Projekte wie dieses sind nicht ortsgebunden, da greift so leicht kein nationales Gesetz. Würden wir Krypto-Token in Deutschland verbieten, könnten sich Deutsche diese beispielsweise in London besorgen. Deswegen brauchen wir auch globale Regeln, und zwar schnell. Der Faktor Zeit ist die größte Herausforderung, denn in der digitalen Welt werden schnell Fakten geschaffen. (FAZ)

Mehr als uns lieb ist: Facebook kann enorm relevant für das Bankenwesen werden

Libra dagegen soll gedeckt sein durch einen Korb von Währungen und kurzlaufenden Staatsanleihen. Dennoch: Für die Nutzer können andere Risiken entstehen, zum Beispiel Wechselkurs- oder Ausfallrisiken.

Facebook könnte Unmengen an Staatsanleihen horten und sich zu einem der größten Gläubiger von Staaten entwickeln. Ich hielte es für bedenklich, wenn Nationalstaaten auf diese Weise abhängig würden von einem einzigen Konzern. Wenn von den 2,7 Milliarden Facebook-Nutzern nur 100 Millionen mitmachten, hätte Libra schon mehr Kunden als der gesamte deutsche Bankenmarkt. Facebook könnte zum größten Vermögensverwalter der Welt und damit systemrelevant werden.

Kein grünes Licht

Ebenso wenige gute Nachrichten gab es zuletzt aus dem Heimatland von Facebook. Finanzminister der USA sagten, dass Libra noch weit davon entfernt sei, von den Behörden grünes Licht zu bekommen.

Derzeit kann man aber noch nicht absehen, wohin die Reise mit Libra geht und ob Facebook damit erfolgreich sein wird. Dafür muss sich Facebook wohl den Notenbanken öffnen und kooperieren wollen. Libra ist über Messenger-Apps nutzbar, könnte daher ein westliches Gegenstück zu WeChat Pay werden.

Libra ist Facebooks neue Kryptowährung – nutzbar auch über WhatsApp

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