Liebe Anhänger von „Bargeld ist Freiheit“, die Bundesbank hört euch

Bargeld Scheine Euro Head

@markusspiske, Unsplash

Während immer mehr Leute auf Bargeld verzichten, soll es mit Initiativen geschützt werden.

Bargeld ist ein Überbleibsel längst vergessener Tage und dennoch hat es viele Anhänger, gerade hier in Deutschland. Was möglicherweise auch daran liegt, dass es für Bargeld sogar prominente Unterstützung gibt, darunter die Bundesbank. Man sieht in Bargeld immer noch viele Vorteile und schürt die Angst vor einer digitalisierten Welt.

In vier Wochen findet das erste Nationale Bargeldforum in Berlin statt, zu dem Handel, Banken und Behörden erwartet werden und eingeladen sind. Von der Bundesbank gibt es zur Vorbereitung zum Beispiel eine Broschüre namens „Bargeld der Zukunft“, um auf die Gefahren einer voll digitalisierten Zukunft hinzuweisen, in der Bargeld weniger oder gar keine Rolle mehr spielt.

Für den Vorstand der Bundesbank ist klar, dass Bargeld immer eine Kernaufgabe und ein Kernprodukt der Bundesbank bleiben wird. Vorteile seien der leichte Transport, dass es ohne Strom funktioniert und gut lagerbar ist. In Krisen und Katastrophen sei es oft noch das einzige verfügbare Zahlungsmittel. Angeblich sei für die meisten Menschen auch der Überblick ihrer Finanzen mit Bargeld einfacher.

Ich sehe das etwas anders, weil Bargeld heute mehr denn je auf Strom angewiesen ist, so wie jedes digitale Zahlungsmittel auch. Löhne werden per Überweisung gezahlt, ohne ein Bankkonto geht heute eigentlich gar nichts mehr. Ohne Strom kommt man da auch nicht mehr ran und kann maximal auf das zurückgreifen, was man in der Tasche hat.

2023 lag der Bargeldverkehr im Einzelhandel unter 40 Prozent und Bargeld wird für Banken aufgrund der geringeren Nutzungsrate immer teurer. Offensichtlich sehen sogar in Deutschland immer weniger Sinn darin, Geld aus einem Automaten zu holen, um es dann in einen anderen Automaten wieder einzuführen (Kasse).

Dennoch erhöht sich das Volumen an Bargeld in den letzten Jahren immer wieder, was darauf schließen lässt, dass sehr viel Bargeld bei Unternehmen, Privatleuten und Kriminellen gehortet wird. Im alltäglichen Zahlungsverkehr verliert Bargeld immer weiter an Bedeutung.

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4 Kommentare zu „Liebe Anhänger von „Bargeld ist Freiheit“, die Bundesbank hört euch“

  1. „…In Krisen und Katastrophen sei es oft noch das einzige verfügbare Zahlungsmittel…“

    Wenn es mal zu solch einer Katastrophe kommen sollte, ist das Letzte, was man dann noch braucht, Bargeld. Auch Bargeld funktioniert nur noch mit digitaler Infrastruktur.
    Die Banken haben einfach nur (berechtigt) Angst um ihr Existenzrecht.

  2. Pass uff

    Geld was bei Banken und Versicherungen liegt, wird in die Geld-Zirkulation gebracht, weil die Zinsen daraus die Lebensgrundlage dieser Unternehmen sind.

    Bargeld kann man auch irgendwo zu Hause oder im Garten verbuddelt haben als Ersparnisse für das Alter. Dieses Geld ist dann der Geld-Zirkulation entzogen und wirkt damit einer Inflation entgegen.

    Schafft man Bargeld nun ab, liegt alles Geld bei den Banken und wird somit als Kredite in die Geld-Zirkulation gebracht, was dann die Geldentwertung beschleunigt.

    Es gibt also auch wirtschaftliche Gründe, dass Bargeld nicht abzuschaffen.

  3. Ich verstehe das „angeblich“ nicht im Satz, in dem erwähnt wird, dass viele einen besseren Überblick über die Finanzen/Ausgaben haben. Das ist nicht „abgeblich“ so, das ist ein Fakt. Ich habe absolut die bessere Kontrolle und bekomme noch mehr angespart, weil ich definitiv sehe, was ich habe.
    Und dann kommen viele an, die viel mehr zur Verfügung haben und damit nicht auskommen, die sich wundern.
    Digitale Welt ist in vielen Dingen eine tolle Entlastung. In einigen dann aber nicht sinnvoller.

    1. Für eine Übersicht mit Bargeld müsste ich ja jeden Zettel aufheben und händisch Buch führen. Zahle ich digital, ist jede Zahlung sofort sichtbar und bei modernen Banken wird mir sogar ein Haushaltsbuch quasi automatisch erstellt.

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