Die entscheidende Person hinter den Kameras der Pixel-Smartphones verrät seine Entscheidungen, eine neue Führung könnte für radikalen Umbau sorgen.

Google ist eigentlich der einzige Hersteller von Android-Smartphones, der in den letzten Jahren bei der Hauptkamera quasi keine Veränderungen umsetze. Google lieferte nur neue Funktionen nach, doch der Hauptsensor der Kamera ist seit mehreren Jahren unverändert. Auch im neuen Google Pixel 5 setzt der Konzern weiterhin auf einen IMX363-Sensor von Sony, der nun schon etwas in die Jahre gekommen ist und im dritten Jahr in Folge verbaut wird. Googles ehemalige Kamera-Legende verrät die Hintergründe.

Marc Levoy ist nun leider weg von Google, er verantwortete das Team rund um die Kameras der Pixel-Smartphones in den letzten Jahren. In einem Interview verrät er die simplen Gründe, warum Google bislang keine großen Veränderungen vorgenommen hatte. Levoy sagt, dass die bisherigen Fortschritte der Kamerasensoren schlicht zu wenig sind. Bisherige Verbesserungen sind inkrementell, bis dato allerdings nicht wirklich entscheidend.

Für Levoy ist ganz entscheidend das sogenannte Leserauschen bei der Aufnahme über den Kamerasensor. Dieser Punkt ist wichtig beim Thema Licht, das wiederum für Fotografie ganz essenziell ist. In diesem Bereich hatte es laut Levoy in den letzten Jahren zu wenige oder gar keine Fortschritte gegeben, da die Industrie der mobilen Kamerasensoren bereits ziemlich ausgereift ist. Was sich zuletzt in der Industrie getan hatte, kostetet vor allem Geld, brachte aber eigentlich wenig.

Software scheint wichtiger zu sein, mehr Kamerasensoren nicht immer sinnvoll

Levoy hat im weiteren Verlauf des Interviews außerdem verraten, warum er Google verlassen hat. Für ihn war das Spiel durch, es gab für ihn keine entscheidenden Herausforderungen mehr. Kann aber muss man nicht verstehen, das ist letzten Endes eine sehr persönliche Entscheidung. Mit weiteren Aussagen machte Levoy klar, dass es unter ihm wohl keine weiteren Kamerasensoren gegeben hätte, weil er Software für deutlich wichtiger hält.

„Das Pixel 4 hat letztes Jahr ein Teleobjektiv hinzugefügt, und das hat geholfen. Google hat ein Teleobjektiv sowie die Super Res Zoom-Technologie aus meinem Team ausgeliefert, und beide haben sehr gut zusammengearbeitet. Es gibt also definitiv Gründe für mehr Hardware. Ein Tiefensensor kann bei einer Vielzahl von Aufgaben helfen. Ich denke, Hardware ist wichtig, aber ich denke, was ich in den letzten 10 Jahren gezeigt habe, ist, dass Software sehr wichtig ist. Ich denke, die beiden arbeiten Hand in Hand.“

Pixel 6 mit neuer Kamerastrategie?

Stellt sich natürlich uns die Frage, ob bei Google unter neuer Führung ein Umdenken stattfindet? Immerhin sind auffällige Kameras ein USP für viele Hersteller. Google fällt da mit seiner bislang zurückhaltenden Strategie eher hinten runter. Levoy hatte auch mit weiteren Aussagen deutlich gemacht, dass er nicht unbedingt ein Fan der sehr hochauflösenden Kamerasensoren vieler Smartphone ist. Es gab seinerseits kein Bashing, aber auch kein Befürworten.

Beim neuen Pixel 5 gibt es noch keine größere Veränderung, die Google-Smartphones der nächsten Generation könnten da schon mehr Neues mitbringen. Unterm Strich wurde jedenfalls klar, dass die entscheidende Person in Führungsposition auch ganz entscheidend für die Strategie ist. Ein Hardware-Fanatiker könnte daher für zukünftig andere Pixel-Smartphones sorgen.

via 9to5Google, TheVerge

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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1 Kommentar

  1. Wo er recht hat hat er recht. Die ganzen Herdplatten taugen halt nix. Nicht immer heißt es viel hilft viel

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