Nach der Trennung noch in den Social-Media-Konten vom Ex-Partner schnüffeln? Offenbar normal für ein Viertel der Befragten dieser Umfrage.

Der VPN-Anbieter ExpressVPN hat ein Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie Menschen in Beziehungen mit ihren Passwörtern umgehen – und hat dabei Erstaunliches zu Tage gefördert. Vielleicht eher wenig überraschend: Mehr als drei Viertel der Ex-Partner geben nach Ergebnis der Umfrage Passwörter für Video-Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime weiter. Mehr als ein Drittel der Befragten bereut es vielleicht sogar deshalb, ihre Zugangsdaten in der Beziehung geteilt zu haben (und das nicht nur im übertragenen Sinne).

Kappt Netflix Passwort-Sharing, will die Hälfte kündigen

Netflix ist bei den gemeinsam genutzten Plattformen Spitzenreiter mit 86 Prozent, Hulu mit 57 Prozent auf Platz zwei, Prime Video mit 52 Prozent auf dem dritten Platz. Dass sich Hulu vor Amazon befindet, hat einen ganz einfachen Grund.

Die Umfrage stammt aus den USA, wo gut 1.500 Menschen über 18 Jahren befragt wurden, die in festen Beziehungen leben (und nicht verheiratet sind). Sollte zum Beispiel Netflix mit den Drohungen Ernst machen, das Passwort-Sharing technisch zu untersagen, gibt mehr als die Hälfte an, den Service kündigen zu wollen.

Gut, mit einem gemeinsamen Streaming-Account lässt sich noch nicht viel Unfug anstellen, höchstens nicht mehr verheimlichen, dass man eine Serie heimlich alleine weitergeschaut hat. Viel kritischer ist der Zugang zu Social-Media-Accounts oder gar zum Smartphone.

63 Prozent fühlen sich verpflichtet, ihr Passwort weiterzugeben

64 Prozent der Befragten geben ihr Passwort fürs Mobiltelefon an ihren Partner oder ermöglichen Zugriff wie durch das Einspeichern des Fingerabdrucksensors. Mehr als die Hälfte der Befragten teilen ihre Passwörter zu Social Media und Streaming noch in den ersten sechs Monaten der Beziehung, wobei es bei den Millenials und der Generation Z eher der Fall sei als bei Älteren.

70 Prozent begründeten das damit, ihrem Partner zu vertrauen, 63 Prozent fühlen sich allerdings auch verpflichtet.

Das Vertrauen ist aber nicht immer von Vorteil: Jeder Dritte hat sich angeblich schon heimlich in ein Social-Media-Konto eines Ex-Partners eingeloggt, fast jeder Vierte sogar nach der Trennung. Eine ähnliche Anzahl verfolgt den Standortverlauf zum Beispiel über Find My Friends.

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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4 Kommentare

  1. Für mich selbstverständlich und nicht schockierend!
    Es kann immer Situationen geben, in denen einer von uns beiden die Passwörter benötigt. Eine Beziehung baut auf Vertrauen auf und bei uns kann jeder auf die Social Media Konten des anderen zugreifen. Nur machen wir es nicht! Smartphone Passwörter sind auch bekannt, warum auch nicht? Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte sich einen Psychologen zulegen.

  2. Dem kann ich nur zustimmen. Wenn eine Beziehung funktioniert, sollte das Passwort für wichtige Dinge kein Geheimnis sein – Vertrauen ist ein eminenter Bestandteil. Allerdings auch kein Zwang, es herausgeben zu müssen. Es ist eine freiwillige Entscheidung des Partners, für bestimmte Zwecke das Passwort zu teilen. Facebook und Co. gehören allerdings nicht zu den wichtigen Dingen.

    Wenn der Partner das Vertrauen missbraucht, was sicher in intakten Beziehungen nicht oft vorkommt, dann kann man das Passwort und die Freigaben ja ändern. Wenn eine Beziehung endet, ist das geradezu zwingend.

  3. Soll die Headline satirisch gemeint sein? Wenn nicht ist das ja fast schon Clickbaiting.
    Frage mich was hier schockierend sein soll?!

    Schließe mich den zwei Kommentaren oben an: für mich beruht das in einer Beziehung auf Vertrauen. Ist halt die eigene Blödheit wenn man dann nach einer Trennung seine Passwörter nicht ändert.

  4. Wenn es regnet, steht meine Frau oft am Fenster und guckt traurig. Manchmal lasse ich sie dann rein, so dass wir zusammen Netflix gucken können. Die Zugangsdaten braucht sie dazu nicht.

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