Ich warte aktuell noch auf ein neues Display für mein Xiaomi Mi A1, weil selbst der bereits ausgetauschte Ersatzbildschirm schon wieder aus irgendwelchen Gründen einen dicken Riss vorweisen kann. Wo habe ich das bestellt? Natürlich bei AliExpress.

AliExpress: Bis jetzt bestellte man auf gut Glück

Der Online-Versandhändler aus dem Alibaba-Konzern besticht einfach mit extrem niedrigen Preisen und einer riesigen Auswahl, nicht nur an Elektronikzubehör und Ersatzteilen, die man woanders entweder nur teurer oder gar nicht erstehen kann. Dafür muss man meist eine extrem lange Versanddauer in Kauf nehmen.

Habe ich nach Wochen dann mal mein Teil erhalten, werde ich es auch ganz bestimmt nicht mehr zurückschicken – dauert zu lange und wie das rechtlich aussieht, kann man sich auch nicht ganz sicher sein.

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„Jetzt muss AliExpress seinen Worten auch Taten folgen lassen“

Das ändert sich aber bald, wie die Europäische Kommission in einer Pressemitteilung bekanntgibt. Federführend habe die niederländische Behörde für Verbraucher und Märkte daran gearbeitet und von AliExpress eine Zusage erhalten, dass man die in der EU geltenden Richtlinien für Verbraucherrechte befolgen wolle.

Das ist bislang nur ein Versprechen – wie das in der Praxis aussehen wird, ist nochmal ein anderes Thema, sagt auch der EU-Justizkommissar:

Der chinesische Online-Marktplatz AliExpress hat sich dazu verpflichtet, seine Geschäftsbedingungen und Praktiken mit EU-Verbraucherrechten in Einklang zu bringen. Die Kommission und mehrere europäische Verbraucherorganisationen hatten zuvor die Verbraucherschutzbehörden auf eine Reihe von missbräuchlichen Klauseln und Praktiken des Online-Marktplatzes aufmerksam gemacht, der es hauptsächlich Händlern aus China ermöglicht, Waren an Verbraucher weltweit zu verkaufen. EU-Justizkommissar Didier Reynders begrüßte die Zusage von AliExpress zur Einhaltung der EU-Verbraucherrechte und betonte: „Jetzt muss AliExpress seinen Worten auch Taten folgen lassen.“

AliExpress: 14 Tage Widerrufsrecht

Konkret heißt das, dass AliExpress und die dort gelisteten Händler das 14-tägige Widerrufsrecht und die gesetzliche Garantie, zum Beispiel bei Ware, die fehlerhaft oder defekt beim Kunden ankommt, einhält.

Auch wolle man die Preise für Endkunden transparenter gestalten, indem vor allem auf anfallende Zollkosten hingewiesen wird. AliExpress hat sich schließlich auch verpflichtet, seine AGB bis zum 1. Mai 2021 „für Verbraucher klarer zu gestalten“, was auch immer das genau heißen mag.

(via)

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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