Samsung geht einen eigenen Weg und hält an extrem hohen Auflösungen der Flaggschiff-Kameras fest. War das eine Fehlentscheidung?

Für die eigenen Smartphones und Geräte anderer Hersteller hat Samsung seinen weiterhin kritisch betrachteten 108 MP Kamerasensor verbessert. Die neue HM3-Generation steckt nicht nur in den neusten Topmodellen der Südkoreaner, sondern demnächst auch wieder in Xiaomi-Smartphones und Geräten weiterer Android-Hersteller. Das muss allerdings kein Grund zur Freude sein, wie Samsung selbst ungewollt zugibt.

Lautstark verkündet Samsung diverse Verbesserungen, dank welcher der neue Sensor mehr Details aufnehmen und schärfere Ergebnisse liefern kann. An der grundlegenden Hardware gab es dafür aber keine Veränderungen, auf die sich vielleicht der ein oder andere Kritiker gefreut hätte. Weiterhin hat der Bildsensor eine Größe von 1/1,33″, da kann die Konkurrenz schon mehr liefern. Auch die Größe der einzelnen Pixel ist mit 0,8 μm unverändert mickrig.

Ein anderer Weg, der weiterhin auffällt

Größere Pixel erreicht Samsung nur wieder durch das Binning mehrerer Pixel. Insgesamt werden neun Pixel zusammengefasst, um eine theoretische Pixelgröße von 2,4 μm zu erreichen. Die besten Fotos konnte man damit in der Vergangenheit allerdings nicht liefern, nach DXOMARK war der Abstand zur Konkurrenz teilweise deutlich. Dort werden einerseits leicht größere Sensoren verbaut, die außerdem weniger und daher größer echte Pixel besitzen.

Selbst Xiaomi, die wirklich gerne und häufig in jeder Preisklasse auf möglichst hohe Auflösungen setzen, verwenden in ihren besten und teuersten Android-Smartphones eher Kamerasensoren mit weniger und dafür größeren Pixel. So viele Hersteller mit einer ähnlichen Strategie, das ist in unseren Augen kein Zufall. Umso spannender ist es, dass Samsung am eigenen Sonderweg weiterhin festhält.

Samsung verbessert Kamerasensor an anderen Stellen

Durch den Einsatz neuer Algorithmen, verbesserter Binning-Hardware und „Smart ISO Pro“ verspricht Samsung trotzdem bessere Fotos und Videos. Erstmals eingesetzt im Samsung Galaxy S21 Ultra.

„In Umgebungen mit gemischtem Licht, z. B. am Ende eines Tunnels, verwendet der HM3 Smart ISO Pro, eine HDR-Bildgebungstechnologie (High Dynamic Range), die eine iDCG-Lösung (Intra-Scene Dual Conversion Gain) verwendet. Smart ISO Pro erfasst gleichzeitig ein Bild mit hohem und niedrigem ISO-Wert und führt es dann zu einem einzigen Bild in 12-Bit-Farbtiefe und mit reduziertem Rauschen zusammen.

Da für Smart ISO Pro keine Mehrfachbelichtungsaufnahmen erforderlich sind, um ein Standard-HDR-Bild zu erstellen, können Bewegungsartefakte erheblich reduziert werden. Darüber hinaus verbessert es mit einem rauscharmen Modus die Lichtempfindlichkeit um 50 Prozent, um hellere und klarere Ergebnisse in Umgebungen mit wenig Licht als beim Vorgänger zu erzielen.“ – via Samsung

Samsung hat keine schlechten Kameras in den letzten Jahren verbaut, konnte die Konkurrenz allerdings nie wieder ausstechen. Zuletzt ging man immer mal wieder neue Wege, doch diese meist nicht zwingend erfolgreich oder nicht auf dem Level anderer.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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