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Android

Neue Technologien und niedrige Preise – Google erhöht den Druck auf die Konkurrenz und Partner

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Nexus 4, Nexus 7, Nexus 10 Produktbild Header

Google hat gestern Abend mächtig überrascht und das in vielen Belangen. Vor allem hat wohl keiner damit gerechnet, dass Google auch ohne Event seine neuen Nexus-Geräte und Android 4.2 vorstellen wird, alle sind davon ausgegangen, dass das gestrige Event verschoben und nicht aufgehoben wird, dank Hurricane Sandy. Doch am frühen Abend hat man eine Welle los gestoßen, die nicht nur für die Kundschaft interessant ist, sondern vor allem auch den Druck auf Partner und Konkurrenten erhöht. Da wären zum einen die Technologien und Software-Funktionen, die Google gestern vorstellte und teils neu in den Markt einführt, zum anderen die Preise der Geräte.

Nehmen wir als Beispiel für die Software die neue Photo Sphere-Funktion, welche einfach genial ist. Damit kann der Nutzer geniale 360° Fotos erstellen, die er wiederum nicht nur für sich selbst nutzen, sondern zugleich damit den Street View-Dienst von Google erweitern kann. Zwei Fliegen mit einer Klappe und vor allem der Kunde befindet sich hier in einer klassischen Win-Win-Situation. Das ist nicht nur cool, sondern in meinen Augen auch innovativ. Zumal ich mit Google Now vorher mir noch die coolsten Foto-Spots in meiner Umgebung anzeigen lassen kann.

Weiter geht es mit dem neuen Qi Standard für induktives Laden von Smartphones. Ja, Nokia hat den Anfang gemacht (mit Qi), doch die sind derzeit nicht gerade in der Position um neue Standards für die Industrie zu setzen, LG und Google aber schon. Und Google ist bekannterweise immer ein großer Unterstützer neuartige Technologien, die sich in Zukunft in unserem Alltag als selbstverständlich wiederfinden sollen. So ist man bereits bei NFC vorgegangen, so macht man es nun auch beim kabellosen Aufladen. Und jetzt schaut euch bitte die Mitgliederliste des Wireless Power Consortium an. Na, welcher Hersteller fehlt, der auch NFC bis heute ignorierte?

Die Highlights waren dann für uns potenzielle Kunden sicherlich die Preise der neuen Geräte. Das LG Nexus 4 oder Google Nexus 4 ist das derzeit wohl am besten ausgestattete Smartphone der Welt, es verfügt über den derzeit wohl stärksten ARM-Prozessor (Snapdragon S4 Pro), hat ein neu entwickeltes 4,7 Zoll WXGA-Display mit 1280 x 768 Pixeln, hat eine neu entwickelte 8 Megapixel Kamera (die hoffentlich gute Fotos macht) und verfügt zu guter Letzt über NFC und dem fest integrierten Qi Standard. Mindestens 500 Euro haben wir alle erwartet, die das Gerät kosten wird, doch es kam ganz anders. Die 8GB-Variante ist für 299 Euro zu haben, selbst für den doppelten Preis bekommt ihr kein iPhone 5 und hättet geradeso ein Galaxy S3 zu dessen Marktstart bekommen.

Und da kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt. Warum so wenig Datenspeicher im neuen Nexus-Smartphone? Weil Google auf die Technologien der Zukunft setzt. Die heißt in diesem Falle Cloud, welche euch ermöglicht all eure Daten, Musik, Filme und so weiter im Netz zu lagern, nicht lokal auf euren Geräten. Es ist aber klar, dass gerade wir in Deutschland darüber meckern, weil bei uns der Ausbau des Internets schlecht ist, wenn wir uns für den Vergleich an den USA orientieren. Ich konnte bei meinem Besuch im letzten November feststellen, dass selbst jede Tanke am Strand in Corpus Christi ein offenes WLAN hatte. Ich hatte mir dort keine SIM-Karte geholt und war trotzdem nur selten offline. Auch die Funknetze scheinen besser ausgebaut zu sein, ich sag nur 4G/LTE. Zudem haben wir in Deutschland auch noch schlechte Tarife, denn wenn man im Privatsektor teils nur maximal 3GB Volumen für einen ganzen Monat bekommt, nutzt einem auch HSPA+ mit 40Mbps nichts für die Cloud, die so dann mobil kaum nutzbar ist. Mit einem 16GB Smartphone könnten – Cloud vorausgesetzt – die meisten Nutzer also locker hinkommen, bis eben auf wenige Hardcore-Ausnahmen, weshalb Google geben nicht mehr in seinen Nexus-Smartphones anbietet.

Um zu einem kurzen Fazit zu kommen, Google hat mit dem gestrigen Tag den Druck auf alle Konkurrenten und auch auf die Partner erhöht. Auch wenn Nexus-Geräte selten bis zum „Normalsterblichen“ durchdringen, so werden allein die Gerätepreise für Furore sorgen, wie man es beim Nexus 7 schon leicht beobachten konnte. Google muss fast gar keine große Werbekampagne schieben, was sie wahrscheinlich auch diesmal nicht tun werden, um die Verkäufe der „Nexi“ im Vergleich zu den Vorgängern zu erhöhen. Ich bin nun sehr gespannt darauf, wie Samsung und Co. mit ihren eigenen Geräten darauf im nächsten Jahr reagieren werden und ob sie überhaupt reagieren.

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11 Kommentare

11 Comments

  1. dieneisa

    30. Oktober 2012 at 11:43

    LTE unterstützt das Nexus4 aber nicht.

    • dennyfischer

      dennyfischer

      30. Oktober 2012 at 12:00

      Man hat sich aus mehreren Gründen dagegen entschieden, Artikel folgt später noch.

  2. Georg S.

    30. Oktober 2012 at 12:12

    Beim Nexus 7 hat google ja kaum Gewinnmarge das 16GB Modell wird ja zum Selbstkostenpreis verkauft und an den 32GB Modellen wird auch nicht allzu viel verdient.
    Aber das Nexus 4 wird wohl für Google und/oder LG profitabel mit Gewinn zu verkaufen sein, wenn man bedenkt das das Display kleiner ist und der Preis des 8GB Modells auf dem Niveau des 32GB Nexus 7 mit 3G liegt und das mit 16GB nochmals 50€ mehr kostet. Auch wenn der Qualcomm SoC und die 2GB RAM etwas mehr kosten als die Hardware im Nexus 7. Auch das Nexus 10 wird wohl etwas mehr als kosten-deckend sein also könnte ich mir hier durchaus vorstellen das andere Hersteller mitziehen.

    • dennyfischer

      dennyfischer

      30. Oktober 2012 at 13:14

      Würde ich so fast unterstreichen. Der Preis des Nexus 4 ist 100 Prozentig auch so niedrig, weil unter anderem die Kamera und das Display aus der eigenen Entwicklung stammen und daher nicht eingekauft werden müssen, das dürfte auch Kosten senken. Sony und Samsung könnten da eventuell noch mithalten, da die auch viel selbst machen, HTC und andere Hersteller hätten hier aber verloren.

      Beim Nexus 7 wird sicherlich der Preis für einige Module inzwischen gesunken sein, wie etwa für die Tegra-Plattform, inzwischen ist ja auch fast ein halbes Jahr vergangen.

  3. Thomas Kresnicka

    30. Oktober 2012 at 12:32

    “ Ja, Nokia hat den Anfang gemacht, doch die“ Stimmt nicht. Palm hat den Anfang gemacht mit dem Pre. Da gab es schon den Touchstone oder so.

    • dennyfischer

      dennyfischer

      30. Oktober 2012 at 13:11

      Stimmt auch nicht. Ich bezog mich hier direkt auf den Qi Standard, nicht auf eigene Erfindungen, weil die nutzen uns nichts.

      • Thomas Kresnicka

        30. Oktober 2012 at 13:18

        OK OK … hast recht ;-)

      • dennyfischer

        dennyfischer

        30. Oktober 2012 at 13:35

        Habs im Artikel auch nochmal ergänzt :P… aber kein Problem, war uneindeutig von mir geschrieben.

  4. Paul

    30. Oktober 2012 at 15:59

    16GB auf dem Nexus 4 sind aber nicht mal ausreichend für alle Apps, die bei mir laufen. Die kann ich ja schlecht in die Cloud schieben…

    • dennyfischer

      dennyfischer

      30. Oktober 2012 at 16:38

      Das sind aber dann eben die Ausnahmen, was blöd klingt aber so ist.

      • Paul

        30. Oktober 2012 at 17:48

        Hmm, Ausnahmen? Ich denke, dass nicht wenige, Ihr Handy auch als kleine Spielkonsole verwenden (Google_Play_). 10 aktuelle Spiele mit den jeweiligen Datendownloads und fertig ist die Kiste… Tendenz eher größer werdend.

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