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Nexus 7 (2013) im Test

Daniel

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am

Vorwort

Mit dem Nexus 7 konnte Google 2012 für Aufsehen sorgen. Ein erschwingliches Marken-Tablet mit guter Ausstattung für den Massenmarkt gab es zuvor nicht und war auch nie Googles Art seine Nexus Reihe zu vermarkten. Dies hat sich mit dem Nexus 7 und dem darauffolgendem Nexus 4 aber geändert. Das Konzept schlug ein und konnte vergleichsweise gute Erfolge verbuchen. Leider nagte der Zahn der Zeit auch am Nexus 7, welches nach und nach seinen Reiz verlor. Es wurde stets ein Stückchen langsamer und die von Google veröffentlichten Updates gaben nur wenig Trost. Ich selbst wurde als Besitzer des kleinen 7 Zoll Tablets auch Zeuge davon. Es wurde Zeit für einen Nachfolger, der dem jetzigen Stand der Technik gerecht wird. Mit diesem hat sich Google aber Zeit gelassen. Erwartet wurde das Nexus 7 der zweiten Generation schon zur I/O im Mai diesen Jahres, doch scheint es als wäre Google noch nicht soweit gewesen. Im Nachhinein war es vielleicht besser so, dass man sich Zeit ließ, denn wie wir alle wissen ist Google noch lange nicht der Händler, der er gerne sein möchte. Die Vertriebswege waren bisher unkoordiniert und endeten für den Käufer meist im Chaos. Wer sich im letzten Jahr daran versuchte ein Nexus 4 zu kaufen, weiß wovon ich rede. Dieses Jahr scheint es besser zu laufen, zwar ist das neue Nexus 7 in Deutschland noch nicht angekommen, doch zumindest im Heimatland des Internetgiganten ist das neue Tablet weitestgehend erhältlich.

Wie dem auch sei, wir haben uns ein Nexus 7 der 2. Generation mit Kosten und Mühen beschafft und präsentieren euch noch vor Deutschlandstart unseren Test.

Design und Verarbeitung


Das erste Nexus 7 war damals schon ein Hingucker. Eine makellose Front ohne störende Elemente war ja schon immer Vorteil, den ich bei Nexus-Geräten genossen habe. Auch beim neuen Nexus 7 ist es nicht anders. Zwar lässt der rund 2mm größere Rahmen ober- und unterhalb des Gerätes es mehr wie ein großes Smartphone à la Xperia Z aussehen, doch in Anbetracht des Handlings und der Displaygröße von 7 Zoll noch vertretbar.

Im Querformat ist das durchaus ein Vorteil, denn Handballen oder Daumen finden wie beim Vorgänger ausreichend Platz und ermöglichen somit einen angenehmen Halt, dennoch war dieser beim alten Nexus 7 schon recht großzügig bemessen. Hier hätte man eventuell ein paar Millimeter kürzer treten können.

Für die Abstände links und rechts hat man sich diesen Rat aber zu Herzen genommen. Hier hat man das Tablet mal eben um 6mm schmaler gemacht womit es eindeutig besser mit einer Hand zu halten ist. Auch in der Dicke ist das Nexus 7 zeitgemäßer geworden und schrumpft von 10,45mm auf schlanke 8,65mm.

Die Rückseite ist wohl der größte Unterschied zwischen dem alten Nexus 7 und seinem Nachfolger. Statt einer fast rauen, lederartigen, dafür aber sehr grifffesten Oberfläche setzt man nun auf ein einfaches mattes Schwarz, was nicht nur dem Design, sondern auch dem Anfassgefühl deutlich hilft. Das Nexus 7 ist erwachsener geworden, fast „edel“ wenn man das als Beschreibung in den Mund nehmen möchte.

Die Verarbeitung hat Asus, der eigentliche Hersteller des Tablets, recht gut hinbekommen. Beim Vorgänger gab es immer wieder kleine Probleme mit dem Display und den Spaltmaßen. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das erste Nexus 7 nach eigenen Aussagen vollkommen überhastet konzipiert und konstruiert wurde.

Diesmal sitzt alles bombenfest. Nichts wackelt, nichts knarzt und auch das Glas auf der Front ist sauber verbaut worden.

Hardware und Performance

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Übersicht:

  • Display: 7.02″ 1920×1200 FHD IPS Display (323 ppi)
  • CPU: Qualcomm Snapdragon S4 , 4x 1.5GHz
  • GPU: Adreno 320, 400MHz
  • Arbeitsspeicher: 2GB
  • Interner Speicher: 16 oder 32GB
  • Kameras: 5MP Rück- und 1,2MP Frontkamera
  • Akku: 3950mAh, Qi kompatibel
  • Lautsprecher: Stereo (mit Fraunhofer Surround Sound)
  • Maße: 114 x 200 x 8.65 mm
  • Gewicht: 290g

Im neuen Nexus 7 hat man ordentlich unter der Haube gewerkelt und bringt neben einem besserem SoC auch die lange benötigte Erhöhung des Arbeitsspeichers auf 2GB ins Gerät. Android ist selbst in der Version 4.3 immer noch leistungshungrig und 1GB RAM schon lange obsolet. Auch der neue SoC weiß zu überzeugen, denn der eher maue Tegra 3 wurde gegen einen Qualcomm Snapdragon ausgetauscht. Es handelt sich hierbei anscheinend sogar um einen leicht abgespeckten Snapdragon 600, welcher lediglich auf 1.5GHz beschränkt ist. Aber egal ob „nur“ S4 Pro oder gar Snapdragon 600, die Perfomance ist durchaus gut. Mehr dazu aber später.

Die restliche Hardware weiß auch zu überzeugen. Auf der Front finden wir neben dem rund 7 Zoll großen FullHD Display und einer Benachrichtigungs-LED auch eine 1.2MP Kamera für Videoanrufe, die Liebhaber von symmetrischem Design wohl stören wird. Diese ist nicht mittig, sondern rechts im Gehäuse eingebunden. Warum ist eigentlich schnell erklärt: Hält man das Nexus 7 quer während eines Videochats kommt man nicht ungewollt auf die Linse. Eigentlich gar nicht mal so dumm, oder?

Apropos Kamera. Auch auf der Rückseite ist nun ein 5MP starker Knipser vorzufinden. Diesen haben viele ja im Vorgänger vermisst. Von Tablets kann man zwar eigentlich fast nie gute Ergebnisse erwarten, aber die Kamera im neuen Nexus 7 geht vollkommen in Ordnung. Die Farben sind meines Erachtens nach zwar recht gut, doch wirken die Details in den Bildern meist etwas körnig und ungenau. Dennoch ist das neue Nexus 7 für Schnappschüsse durchaus geeignet.

Ebenso auf der Rückseite befinden sich jetzt Stereolautsprecher die nicht nur einen sehr guten Klang sondern auch eine sehr hohe Lautstärke mit sich bringen. Zusammen mit dem großartigen Display eine ausgezeichnete Möglichkeit Filme bzw. nur Musik zu genießen.

Auch erwähnenswert sind die Qi Kompatibilität, die es ermöglicht das Nexus 7 wie das Nexus 4 mit dem entsprechendem Ladegrät drahtlos mit Energie zu versorgen. Auch vom Nexus 4 übernommen ist der SlimPort Anschluss, der Inhalte vom Tablet auf den Fernseher bringt. Hierfür wird zwar ein zusätzlicher Adapter benötigt, doch wenigstens gibt es diese Möglichkeit nun und im Vergleich zu MHL braucht man keine zusätzliche Stromversorgung.

Kommen wir neben dem Display zu einem meiner wichtigsten Punkte an einem Tablet: Die Leistung. Diese habe ich bereits kurz angesprochen und kann mit gutem Gewissen sagen, dass sowohl Android 4.3 als auch die verbaute Hardware einen hervorragenden Job abliefern. Benchmark-Rekorde wird man mit einem Nexus nie brechen können, aber wer das Tablet mal selbst in die Finger bekommt, wird merken, dass Google mit seinem Project Butter nochmal nachgelegt hat. Alles läuft flüssig und das sogar ohne die, für Android typischen, „Mikroruckler“. Auch Apps öffnen zügig und innerhalb dieser läuft ebenso alles mit einer angenehmen Geschwindigkeit. Nun ist nur noch zu hoffen, dass Asus dem Nexus 7 einen hochwertigeren Speicher mit auf den Weg gegeben hat, denn dieser war anscheinend dafür verantwortlich, dass der Vorgänger nach geraumer Zeit an Leistung verlor. Zum jetzigen Zeitpunkt bietet das neue Nexus aber eine hervorragende Performance.

Display


Für die damalige Zeit waren eine Auflösung von 1280×800 auf 7 Zoll zwar vollkommen angebracht, doch in Zeiten von Smartphones jenseits der 400ppi hinken nun Tablets, Geräte die viel mehr Nutzen für solche Auflösungen besitzen, den kleinen Handys hinterher. Ich bin mir nicht mal mehr sicher wo der Markt die Grenze zwischen Smartphone und Tablet eigentlich festlegt, doch für meine Verhältnisse können wir Geräte bis 7″ noch getrost als Smartphone bezeichnen. Sieht man das Nexus 7 nicht als solches an, bietet es mit rund 323ppi die bisher höchste Pixeldichte alle Tablets. Und während meiner Meinung nach FullHD Auflösungen auf Geräten bis 5″ kaum einen Unterschied machen, kommen die 1920×1200 Bildpunkte auf den 7 Zoll großem Display voll zur Geltung. Selbst winzige Schriften sind beeindruckend scharf und lassen selbst Apples Retina Tablets alt aussehen. Auch das Nexus 10 mit seinen brachialen 2560×1600 Pixeln zieht hier durch die höhere Displaygröße den kürzeren.

Was mir persönlich aber einen Ticken wichtiger wahr als die Auflösung ist die eigentliche Qualität des Displays. Beim Nexus 7 der ersten Generation war das Bild bzw. die Farbwiedergabe immer etwas blass, gar milchig. Ob das an der mangelnden Kalibrierung wie beim Nexus 4 lag ist unklar, doch beim Nachfolger legt man auch hier ordentlich nach. Die Farben sind satt, der Kontrast ist angemessen, selbst das Schwarz ist für ein LC-Display relativ gut.

Gut wäre für dieses Display untertrieben. Sehr gut eigentlich auch, doch aus dem Fenster lehnen möchte ich mich nicht bis die Konkurrenz mit vergleichbaren Tablets hinterherzieht. Am Ende wird es wahrscheinlich niemanden geben, der diesen Bildschirm nicht mögen wird.

Akkulaufzeit

Auch hierunter litt der Vorgänger nach einer Weile. Die Laufzeit des Tablets hat wie die Leistung immer mehr abgenommen und grenzte nach einigen Monaten an einen Punkt an dem es keinen Spaß mehr machte das Nexus 7 zu benutzen. Beim Nachfolger sieht es vorerst anders aus. Der Akku hat zwar in seiner Kapazität von 4325mAh deutlich auf 3950mAh abgenommen, doch Google verspricht rund 1h mehr Laufzeit. Dank besserer Hardware und Software kann ich das soweit bestätigen. Im Vergleich zum Vorgänger sind nach gleicher Nutzungsdauer immer ein paar Prozent mehr am Ende des Tages übrig. Jeder nutzt sein Tablet oder Smartphone zwar anders, aber ich bin soweit zufrieden mit der Laufzeit. Bei normaler Nutzung mit etwas surfen, Games und starkem Mail-Verkehr habe ich innerhalb von 2 Tagen rund 7h Display Laufzeit und meist sogar noch 15% Akku übrig.

Software


Das neue Nexus 7 ist das erste Gerät, welches mit Android 4.3 ausgeliefert wird. Leider bringt die neue Version nur wenige offensichtliche Neuerungen, aber Leistung und Akkulaufzeit sind merkbar gestiegen. Ansonsten gibt es noch eine Art Elternmodus, der dem Hauptnutzer die Kontrolle über die Nebenkonten auf dem Gerät gibt um beispielsweise ungewollten Content zu verbergen. Zusätzlich kann der Nutzer über Umwege auch die einzelnen Berechtigungen verwalten die Apps mehr oder weniger benötigen. Ein Beispiel: Die Facebook App soll euren Standort oder eure Kontakte nicht auslesen? Mit dieser App kann man unter Android 4.3 endlich einzelne Berechtigungen außer Kraft setzen.

Fazit


Ich will nicht voreingenommen klingen, aber das neue Nexus 7 ist einfach großartig. Das Display sucht seines gleichen, die Leistung ist gut und es wird dank hervorragendem Google Support noch lange mit Updates versorgt. Auch die Preise sind trotz der kleinen Erhöhung zum Vorgänger immer noch mehr als gerechtfertigt. Für den Einstiegspreis von voraussichtlich 229€ für die 16GB Variante bekommt man das zur Zeit wohl beste 7 Zoll Tablet auf dem Markt.

In einem weiteren Artikel gibt es noch ein Q&A, wo wir euch all eure Fragen zum Gerät beantworten.

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7 Kommentare

7 Comments

  1. lumpi2k

    7. August 2013 at 16:41

    Was ist für dich die größte Schwäche beim neuen N7?

  2. diego

    7. August 2013 at 16:54

    zum slim port: bei meinem N4 brauch ich seit 4.3 Strom :(

  3. Christian Rüm

    7. August 2013 at 17:57

    Ich frage mich ob man mit der LTE Version auch Telefonieren kann?

    • Daniel Lohre

      Daniel Lohre

      7. August 2013 at 19:27

      Offiziell nicht, aber mit Custom Roms irgendwann sicherlich möglich

  4. Cas

    9. August 2013 at 10:57

    Wann soll es eigentlich hier in Deutschland verfügbar sein?

    • dennyfischer

      dennyfischer

      9. August 2013 at 11:05

      Offizielle Infos gibt es eigentlich nicht, ASUS Italien meinte aber 29. August. Die hatten auch im letzten Jahr schon den Europastart verraten.

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